Hochleistungsbandsäge

Aluminium wirtschaftlich sägen

Mit möglichst geringem Einsatz einen maximalen Ertrag zu erzielen, das ist – auf den Punkt gebracht – beim Sägeprozess die Vorgabe, nach der Maschinen entwickelt und Prozesse optimiert werden. Wirtschaftliches Sägen von Aluminium hängt dabei von mehreren Faktoren ab. Behringer Vertriebsleiter Achim Müller berichtet über kundenspezifische Modifikationen der Hochleistungsbandsägen.
Hochleistungsbandsägeautomat HBM von Behringer zum schnellen und präzisen Sägen von Aluminium-Stangenmaterial

Insbesondere Servicebetriebe, deren Tagesgeschäft Aluminiumzuschnitte jeglicher Art sind, setzen verstärkt auf Hochleistungssägeanlagen, die hauptsächlich mit dem Aspekt Tempo punkten. „Überschreitet ein Kunde einen bestimmten Materialdurchsatz pro Monat, braucht man über eine konventionelle Bandsäge eigentlich nicht mehr nachdenken“, erklärt Behringer Vertriebsleiter Achim Müller. Je nach Schnittbereich sind verschiedene Modelle bei dem süddeutschen Hersteller verfügbar. „Wir sehen uns allerdings auch als Partner für Problemlösungen und sind offen für Technologietransfers“, ergänzt er. So entwickelten Ingenieure des Traditionsunternehmens eine Hochleistungsbandsäge auf Basis eines bewährten Modells mit deutlich kleinerem Schnittbereich für einen Kunden in Norddeutschland. In nur 1,5 Minuten trennt die neu entwickelte Aluminiumbandsäge HBM800 Alu dort Rundmaterial mit 800 Millimetern Durchmesser.

„Selbstverständlich muss man herstellerseitig auch dem hohen Spanvolumen Rechnung tragen und dafür sorgen, dass während der bedienerlosen Schichten die vielen Späne sauber und sicher abtransportiert werden“, erklärt Manfred Grüninger, Vertriebsleiter bei Behringer Eisele. Von einem Kunden, der eine VA-L 560 dreischichtig in Betrieb hat, weiß man beim Weilheimer Hersteller, dass dort die erzielte Verfügbarkeit seit Jahren schon bei 96 Prozent liegt. Möglich macht dies unter anderem eine optimale Entsorgung der anfallenden Späne. Für die Späne-Entsorgung zuständig sind bis zu drei, an unterschiedlichen Stellen positionierte Absaugkanäle. „Sie sind an eine leistungsstarke Absauganlage gekoppelt, die die Späne mittels einer Zellenradschleuse in den bauseitig angebrachten Container befördert“, so Grüninger weiter. Weniger Späne bedeuten einen geringeren Reinigungsbedarf und natürlich auch weniger Störquellen.

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In der alltäglichen Praxis habe sich außerdem gezeigt, dass die Anpassung an sich stetig wandelnde Märkte für viele Kunden ein hohes Maß an Flexibilität beim Materialhandling und beim Personaleinsatz erfordert. „Die Anforderungen, die künftige Aufträge bringen, sind natürlich heute noch nicht bekannt, deshalb möchte man kundenseitig gewappnet sein und investiert in vielen Branchen in unterschiedliche Automatisierungskomponenten“, fasst Müller zusammen.

Die Reduzierung unproduktiver Nebenzeiten, wie Rüsten, Spannen, Greifen, Sortieren und Ablegen, bietet weiteres Einsparpotenzial. So hat ein namhafter Düsseldorfer Konzern seiner Aluminium-Konfektionierung drastische Sparmaßnahmen verordnet. Rund 50 Tonnen Plattenmaterial trennen eine vertikale Langschnitt-Plattenbandsäge LPS 25-150-3A und eine horizontale Hochleistungsbandsäge HBM 440 Alu von Behringer pro Monat. Das Handling der großformatigen Bleche war eine echte Herausforderung, denn jede Drehung, jedes Positionieren bedeutete unproduktiver Zeitverlust. „Idealerweise sollten diese Arbeiten hauptzeitparallel erfolgen“, wünschte sich der Kunde. Gefragt war eine Lösung, die in einer Aufspannung vollautomatisch komplette Fertigteile produzieren konnte. Außerdem sollte es möglich sein, fertig gesägtes Material aus dem laufenden Prozess herausnehmen zu können, um es zu kommissionieren – ohne den Bearbeitungsvorgang dabei zu unterbrechen. „Üblicherweise würde man ja mit einer Vertikalbandsäge zunächst Streifen von der Platte trennen, diese dann manuell drehen und der Säge wieder zuführen“, erklärt Müller. Dieses Drehen, Auf- und Ablegen des Materials aber kostet enorm Zeit und verursacht Kosten. Die Besonderheit der in Düsseldorf installierten Langschnittplatten-Bandsäge LPS besteht nun darin, dass eine aufgelegte Aluminiumplatte vom Innentisch aus in Richtung des Außentisches vollautomatisch in zwei Richtungen bearbeitet werden kann. Das Greifersystem ist dabei auf dem Innentisch angebracht und arbeitet sich – servomotorisch angetrieben – nach außen vor. Auf diese Weise habe man nicht nur einen Bearbeitungsschritt gespart, sondern kann auch noch bedienerarm im Automatikzyklus fahren, freut sich der Kunde. Wird eine Platte quer geteilt, wird sie mit Hilfe des Hallenkrans und einer Vakuum-Hebevorrichtung auf den Auflagetisch gelegt, mit den Greifern gespannt und in den Innentisch zurück transportiert. Anschließend wird, entsprechend der Programmierung, mit Kammschnitten oder Längsschnitten begonnen. Auch Paketschnitte mit gestapelten Platten sind im manuellen sowie im automatischen Betrieb möglich. Das Ergebnis ist eine erhebliche Zeitersparnis. Schnittgenauigkeit ist ein weiterer Schlüsselfaktor zu kostensparendem Trennen. Möglich machen dies Features, wie etwa die automatische Schnittüberwachung. ee

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