Wirtschaft + Unternehmen

Weiss Kunststoffverarbeitung: Eigene Integration von Robotern bewährt sich

Motoman-Roboter bei Weiss Kunststoffe: Eigenkonfiguration des Abnehmers.

Wenn es um die automatisierte Handhabung von hochwertigen Kunststoff-Bauteilen geht, entscheidet sich die Weiss Kunstoffverarbeitung grundsätzlich für die Projektierung und Konstruktion im eigenen Hause. So auch bei den Knickarmrobotern, die die Spritzgießmaschinen und Montageeinrichtungen automatisieren. Nach Marktrecherche entschied sich Weiss für die Knickarmroboter-Baureihe eines namhaften Herstellers. Ausschlaggebend für diese Wahl war unter anderem die einfache Bedienung beim Einrichten und Programm- sowie Greiferwechsel. Die Komplexität der Programmier-Oberfläche hingegen war kein relevantes Kriterium, weil Weiss hier umfassendes Know-how vorzuweisen hat und diese Aufgabe selbst erledigt. Der Roboter muss sich an die Zykluszeiten der Maschine anpassen und deshalb mit der Maschinensteuerung kommunizieren. Auch in das CAQ-System für die Qualitätssicherung sind die Roboter eingebunden. Eine Stand alone-Lösung kam daher nicht in Frage. Auf die Auswahl von traditionellen Greifern kann Weiss auch verzichten, weil das Unternehmen die Greifelemente ebenfalls selbst fertigt. Das ist eine durchaus anspruchsvolle Aufgabe, da die Greifer mit integrierter Lasermesstechnik ausgestattet sind, die sowohl tief schwarze als auch transluzente Kunststoff-Komponenten erkennt. Die Sensorik prüft die soeben gefertigten Teile auf Vollständigkeit und stellt sicher, dass die Angussteile entfernt sind. Sie überprüft bei jedem einzelnen Bauteil die Kontur und die Abmessungen. Zudem können die Sensoren während des Greifens erfassen, ob z.B. Ausstanzungen vorhanden sind und ob sich die soeben montierten Rasthaken in der richtigen Position befinden. Die ersten Knickarmroboter der neuen Plattform, die Weiss in Betrieb nahm, werden für Montageaufgaben eingesetzt. Sie prüfen zum Beispiel, ob bei Polyamid-Kettenspannern die montierten Clipsverbindungen vorhanden und funktionsfähig sind. Teile, die sie als n.i.O. erkennen, werden ausgeschleust. Die i.O.-Teile werden in einem Tray abgelegt. Der Roboter stapelt auch die vollen Trays auf einer Palette und stellt ein Leer-Tray bereit. Für diese unterschiedlichen Aufgaben benötigt er eine relativ große Reichweite und mehr Freiheitsgrade als die bisher eingesetzten Portalroboter bereitstellen können. Deshalb war der Systemwechsel auf die flexibleren Knickarmroboter aus Sicht von Weiss der logische nächste Schritt. Weiss kauft nur die Roboter-Hardware ein und übernimmt sämtliche Integrationsaufgaben selbst ¿ einschließlich der Entwicklung und Fertigung der Greifer und der Integration der Sensorik und Messtechnik. Auch intelligente Kamerasysteme, die anstelle der sonst eingesetzten Laser-Sensoren eine visuelle Kontrolle der Bauteile übernehmen, wurden bereits integriert. Der neue Standard bewährt sich in der Praxis, so dass ab jetzt sukzessive auch ältere Systeme ersetzen werden sollen. bw

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