Wirtschaft + Unternehmen
Weiss bleibt bodenständig - auch in China
Der traditionelle chinesische Löwentanz bildete den zeremoniellen Höhepunkt für den Start der Weiss-Niederlassung in Shanghai. Wer in dieser Symbolik lediglich eine nette Anlehnung an chinesische Gepflogenheiten sieht, der täuscht sich. Für den Hersteller von Automationskomponenten ist der Gang nach China kein Ausflug, sondern eine strategische Entscheidung. Das Unternehmen nimmt das Land und die Kultur ernst. Alle Mitarbeiter der neuen Niederlassung sprechen fließend chinesisch, fast alle sind Maschinenbauingenieure. Auch Service und Support soll von Shanghai aus in der Landessprache stattfinden. Und ein Ersatzteillager auf chinesischem Boden ist bereits in Planung.
"Die Chinesen sind sehr anspruchsvoll, was Qualität und Betreuung angeht. Aus unserer Erfahrung setzt sich auf dem chinesischen Markt keiner durch, der halbherzig oder mit einem B-Team dort an den Start geht", erläutert Jens Knölke, Leiter Vertrieb und Marketing, die Asien-Strategie seines Unternehmens. Seit 1967 ist Weiss auf die Herstellung und Entwicklung von Komponenten für die Automatisierungstechnik spezialisiert.
Die Ernsthaftigkeit des Buchener Unternehmens kommt nicht von Ungefähr. China ist der mit Abstand am schnellsten wachsende Maschinenbaumarkt in der Welt. "Wir sind erst seit kurzem in China aktiv und werden unseren Umsatz hier bis zum Jahresende verdreifachen", erläutert Knölke die Wachstums-Strategie. "Bis zum Jahr 2014 wird China der größte Exportmarkt für uns sein", so Knölke weiter.
Mit der Niederlassung in Shanghai geht dasUnternehmen dieser Zukunft einen großen Schritt entgegen. Die verbesserte Anpassung an die lokalen asiatischen Gepflogenheiten ist dabei die wichtigste Triebfeder der unternehmenspolitischen Entscheidung. Es geht dabei unter anderem um die Beherrschung von schnelleren Reaktions- und Produktionszeiten und von tendenziell niedrigeren Ausbildungsständen des Fachpersonals. Mit einem eigens entwickelten Schulungs- und Servicekonzept soll die Produktkenntnis erhöht und der traditionelle Qualitätsgedanke des Odenwälder Unternehmens auch in Asien etabliert werden.
Überhaupt überlassen die Buchener möglichst wenig dem Zufall. Auch der Standort Shanghai wurde mit Bedacht gewählt: Shanghai ist die in China wirtschaftlich stärkste Region, hier ist ein Zentrum der Automobilindustrie und damit auch des Maschinenbaus. Außerdem locken steuerliche Vorteile und eine ausgezeichnete Infrastruktur.
Die in Asien vertriebene Produktpalette besteht aus servo-mechanischen, direkt angetriebenen und rein mechanischen Rundschalttischen. Ebenso aus Handlings und Achsen. "Made in Germany" ist in Asien nach wie vor ein Markenzeichen. Alle Komponenten werden in nahezu 100%iger Fertigungstiefe am Standort Buchen im Odenwald hergestellt. Bei allem Expansionsgeist: was die Produktion angeht, behält die Bodenständigkeit des Unternehmens aus dem Odenwald die Oberhand. bw









