Maschinen- und Anlagenbauer

Andrea Gillhuber,

Mehrheit rechnet mit hartem Brexit

Maschinen- und Anlagenbauer rechnen mehrheitlich mit einem harten Brexit, so der VDMA. Daher bietet der Verband exklusive Informationen rund um den Brexit.

VDMA bietet Informationen zu einem harten Brexit. © Pixabay

Ein „No Deal“-Szenario rückt näher. Laut einer Mitteilung des VDMA rechnet auch eine große Mehrheit der Maschinen- und Anlagenbauer mit einem harten Brexit. Ein Großteil der Unternehmen glaubt nicht mehr an eine Verhandlungslösung und bereitet sich auf besagtes „No Deal“-Szenario vor. Das ergab ein Stimmungstest unter 63 VDMA-Mitgliedsfirmen, in dem fast 80 % der Befragten angab, nicht mehr mit einer Einigung zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich zu rechnen. 70 % der befragten VDMA-Mitglieder halten ihre britischen Geschäftspartner zudem für schlecht vorbereitet.

"Brexit-Einigung darf nicht an Fischereiquoten scheitern!"

"Es ist Irrsinn, dass inmitten der größten Wirtschaftskrise nach dem Zweiten Weltkrieg die EU und Großbritannien auf einen harten Brexit zusteuern und die wirtschaftliche Situation der Unternehmen damit weiter belasten", sagt VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann. Vor allem, dass die Verhandlungen an einer fehlenden Einigung über Fischereiquoten zu scheitern drohen, stößt im Maschinen- und Anlagenbau auf Unverständnis. "Dass erfolgreiche und exportstarke Wirtschaftszweige wie der Maschinenbau womöglich unter den Querelen in einem volkswirtschaftlich relativ unbedeutenden Sektor leiden werden, ist absurd. Es ist im Interesse der Gesellschaft, dass die Politik jetzt alles tut, um die industriellen Säulen der europäischen Wirtschaft zu stabilisieren", fordert Brodtmann. Als Enttäuschung bewertet er daher den EU-Gipfel in der vergangenen Woche, auf dem es keinen entscheidenden Fortschritt bei den Brexit-Verhandlungen gab.

Anzeige

VDMA gegen Sonderregelungen

Der zweite große Streitpunkt in den Verhandlungen ist die Schaffung von gleichen Wettbewerbsbedingungen auf beiden Seiten des Ärmelkanals. Brodtmann: "Wir dürfen es auf keinen Fall zulassen, dass der EU-Binnenmarkt durch Sonderregelungen ausgehöhlt wird. Dies bedeutet, dass die Briten nur dann Zugang zum Binnenmarkt erhalten können, wenn sie sich an wesentliche Wettbewerbsregeln halten. Freier Zugang zum Binnenmarkt für möglicherweise hochsubventionierte Unternehmen aus Großbritannien wäre unfair und würde das Funktionieren der EU gefährden."

Der VDMA hat eigens eine Webseite gestaltet, um seine Mitgliedsunternehmen bestmöglich auf den Brexit vorzubereiten. Neben Antworten auf rechtlichen, steuerlichen und sonstigen praxistauglichen Brexit-Fragen bietet der Verband zudem Checklisten und Merkblättern an. Über diverse Web-Seminare beziehungsweise Expertengespräche können sich Mitglieder beispielsweise zu Arbeitseinsätzen in Großbritannien informieren.

  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Editorial

Europawahl FSK 16

Eine gute Nachricht: In den vergangenen 20 Jahren ist in Deutschland die Wahlbeteiligung bei Europawahlen kontinuierlich gestiegen – von 43,0 % auf zuletzt knapp 64,8 %. Ich mag die Idee, auch jungen Menschen ab 16 eine politische Beteiligung in...

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Editorial 01-02/2024

Projekt Demokratie

Viele Menschen gehen dieser Tage auf die Straße, weil sie rechten Hass und Populismus leid sind. Auch die Industrie ist sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst. „Die Transformation als Jahrhundertprojekt“ ist der Titel eines Papiers, das...

mehr...
Jetzt Newsletter abonnieren