Unternehmerin Margrit Harting wird 70

„Mut zum ersten Schritt“

Beharrlichkeit und Begeisterungsfähigkeit sind einige ihrer Tugenden. Perfektion ist ihr Maß aller Dinge. „Man darf nie aufgeben, sich immer wieder selber zu Spitzenleistungen antreiben. Und stets bereit sein, hinzuzulernen“, Margrit Harting. Am 3. Februar vollendet sie, kämpferische wie leidenschaftliche Unternehmerin mit Charme und Esprit, fordernde und fördernde Managerin von Stadt und Region, Kunst und Kultur und kreativ-gestaltender Kopf der weltweit agierenden Technologiegruppe ihr 70. Lebensjahr.

Unternehmerin Margrit Harting feiert am 3. Februar 2015 ihren 70. Geburtstag. (Foto: Harting)

1964, beim Abitur am Herforder Königin-Mathilde-Gymnasium, nennt sie als Berufsziel Ozeanografin. Doch das war bloß eine Trotzreaktion. Schließlich hatte ihr Vater, der in Herford und Rahden eine private Handelsschule betrieb, das dritte seiner vier Kinder längst als künftige Nachfolgerin im Sinn. So musste sich der Teenager mit der eher ungeliebten pädagogischen Laufbahn anfreunden. Bereut hat sie die Ausbildung zur Diplom-Handelslehrerin dennoch nie, erwarb sie doch mit dem Studium wesentliche Grundlagen für ihre heutigen Tätigkeiten im Unternehmen. Vor allem der Umgang und die Kommunikation mit Menschen sind ihr heute noch wichtig.

Eine unternehmerische Karriere war für die Lehrer- und Kaufmannstochter, geboren im lippischen Schötmar, selbst nach der Heirat mit Dietmar Harting (1971) viele Jahre „kein Thema“. Das 1945 gegründete mittelständische Unternehmen Harting leitete Marie Harting nach dem Tod ihres Mannes lange Zeit zusammen mit Sohn Dietmar. „Auch zu Hause stand immer die Firma im Mittelpunkt, die Gespräche bei Tisch waren gewissermaßen meine Lehrzeit“, erinnert sich die Jubilarin. 1987, nach einer schweren Erkrankung seiner Mutter, holt Dietmar Harting dann seine Frau als Geschäftsführerin ins Unternehmen, das in jenem Jahr mit knapp 1.200 Mitarbeitern fast 150 Millionen Mark erzielte. Seit 1996 ist Margrit Harting Generalbevollmächtigte Gesellschafterin.

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Gut ein Vierteljahrhundert leitet das Ehepaar gemeinsam die innovative und dynamisch wachsende Technologiegruppe – hier der passionierte Technikfan und strategische Visionär, dort seine Frau mit dem „exzellenten Händchen für Design, Ästhetik und dem Mut zum ersten Schritt“, wie Dietmar Harting lobt. „Sie ist mein wichtigstes Korrektiv, Antreiberin und Mahnerin. Ohne sie gäbe es ein Riesenloch, es würde eine große Menge fehlen.“

Das gilt nicht minder für den Unternehmenssitz Espelkamp, wo sie leidenschaftlich die Modernisierung des Neuen Theaters durchsetzt und zusammen mit ihrem Mann finanziell ermöglicht, aber auch für die Standorte Rahden und Minden und ganz Ostwestfalen-Lippe (OWL). Als langjährige Vorsitzende der Philharmonischen Gesellschaft Ostwestfalen-Lippe, der Interessengemeinschaft Standortförderung Kreis Minden-Lübbecke und des Volksbildungswerkes Espelkamp (sie ist Ehrenvorsitzende dieser Organisationen) gibt sie Impulse für die Entwicklung und Attraktivität der Region. bw

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