Unsicherheiten trüben Geschäftserwartungen

Leichte Zuwächse für Maschinenbau Ost

Wichtige Indikatoren wie Kapazitätsauslastung, Auftragsbestand und Auftragsreichweite haben sich seit Jahresmitte im ostdeutschen Maschinenbau wieder positiv entwickelt, wie eine Umfrage für das dritte Quartal 2014 unter den 350 Mitgliedern des VDMA-Landesverbandes Ost ergab.

Quelle: MAN Diesel und Turbo SE

Die kurzfristigen Geschäftserwartungen seien indes von Unsicherheit geprägt, heißt es weiter.

Die durchschnittliche Auslastung der in den Firmen aktuell vorhandenen Maschinen stieg auf 88,1 Prozent, den besten Wert im laufenden Jahr. Zugleich zeigte sich eine höhere Homogenität als bisher. So konnten 84 von 100 Unternehmen ihre Maschinen und Anlagen zu mindestens 80 Prozent auslasten. Nur wenige mussten sich mit einem Auslastungsgrad unter 70 Prozent zufrieden geben (8 von 100 Unternehmen).

Umsatzeinbrüche in Krisenregionen - andere Märkte ziehen an

Ein leichter Zuwachs ist auch beim Auftragsbestand zu verzeichnen. So registrierten 68 von 100 Unternehmen mindestens gleich viele oder mehr Aufträge im Vergleich zu den vorangegangenen drei Monaten. Darüber hinaus kletterte das Auftragspolster von bislang vier Monaten auf 4,9 Monate.

"Wir hoffen, dass dies die längst überfällige Erholung auf den Auslandsmärkten widerspiegelt", sagte Reinhard Pätz, Geschäftsführer des VDMA Ost. Zwar sei der befürchtete Auftragsrückgang im Russland-Geschäft infolge der EU-Sanktionen eingetreten. Hier und in anderen politischen Krisenregionen wie den arabischen Staaten berichteten die Unternehmen von erheblichen Umsatzeinbrüchen. "Andere wichtige Märkte wie die USA, China und Teile Europas befinden sich jedoch wieder auf Wachstumskurs", so Pätz.

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Deshalb sei auch eine differenzierte Betrachtung der Branche erforderlich. Während einige Betriebe mit der Auftragslage und zögerlichen Investitionsentscheidungen der Kunden hadern, bereitet anderen die termingerechte Abarbeitung des hohen Auftragsvolumens und die Wachstumsfinanzierung Schwierigkeiten. Ungeachtet dessen zählt nach wie vor die Gewinnung von qualifizierten Fachkräften und Ingenieuren sowie geeigneten Auszubildenden zu den aktuellen Problemen.

Verhaltene Stimmungslage - Personalplanungen nicht betroffen

Entgegen des freundlichen Wirtschaftstrends ist die Stimmung unter den ostdeutschen Maschinenbauern merklich abgekühlt. 68 von 100 Betrieben gehen bis zum Jahresende von gleichbleibenden oder besseren Geschäften aus. Für das dritte Quartal erwarteten dies noch 85 von 100 Unternehmen.

"Die Stagnation in den Entwicklungs- und Schwellenländern und die geopolitischen Unsicherheiten hinterlassen ihre Spuren“, erklärte Pätz. "Die guten Konjunkturdaten aus Übersee sowie die Euro-Abwertung und die dadurch verbesserte Wettbewerbssituation werden aber schon bald dem ostdeutschen Maschinenbau zugute kommen", ist Pätz überzeugt. Vielleicht seien auch die Personalplanungen der Unternehmen ein gutes Indiz dafür. Denn ungeachtet der Marktunsicherheiten wollen 89 von 100 Unternehmen in den kommenden sechs Monaten ihren aktuellen Personalbestand beibehalten oder erhöhen. kf

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