Wirtschaft + Unternehmen

Treibgas-Antriebe als ökologische und ökonomische Alternative

Die ökologische Steuerreform hat Flüssiggas ebenso wie Diesel und Strom verteuert. Für Treibgas-Stapler sanken jedoch die Betriebskosten durch die Reform. Der Hintergrund: Der Gesetzgeber unterscheidet sinnvollerweise nicht mehr zwischen Treibgas für Gabelstapler und Autogas für Fahrzeuge, die am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen. Der bis zum Jahr 2009 festgelegte ermäßigte Mineralölsteuersatz für Autogas von 130,74 Euro pro 1000 Kilogramm gilt nun auch für den innerbetrieblichen Verkehr. Im Zuge der dritten Stufe der ökologischen Steuerreform stieg ab Januar 2002 der Mineralölsteuersatz (Sockelbetrag) für Flüssiggas zum Antrieb von Verbrennungsmotoren um nur 0,4 Cent pro Liter. Dieselkraftstoff verteuerte sich hingegen ein weiteres Mal um rund drei Cent pro Liter.

Die Erhöhungen der Mineralölsteuersätze von 2002 (bereits erfolgt) und 2003 (geplant) ergeben für Treibgas-Stapler eine Preisanhebung von insgesamt 0,8 Cent plus Mehrwertsteuer pro Liter. Diesel verteuert sich um sechs Cent plus Mehrwertsteuer pro Liter. Der steuerbedingte Preisabstand wird also immer größer.

Ein Betriebskostenvergleich in Anlehnung an die VDI-Richtlinie DIN 2695 (Ermittlung der Kosten für Flurförderfahrzeuge/Gabelstapler) beweist, dass bei einem flüssiggasbetriebenen 2,5-Tonnen-Gabelstapler die Kosten niedriger liegen als beim Dieselstapler. So bleibt der Treibgas-Stapler auch seit 1. Januar 2002 mit 11,14 Euro bei den Gesamtkosten pro Einsatzstunde die günstigere Variante. Der Dieselstapler schlägt mit 12,35 Euro zu Buche. Der ausführliche Vergleich kann beim Flüssiggas-Versorgungsunternehmen Westfalen AG, Münster, angefordert werden.

Modern und rationell

Treibgas-Stapler sind moderne und rationelle Transport- und Hebezeuge. Ihr großes Leistungsvermögen und ihre vielfältigen Einsatzmöglichkeiten haben sie zu einem wichtigen innerbetrieblichen Transportmittel gemacht. Das zeigt auch der in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegene Absatz dieser Fahrzeuge. Nach Angaben des VDMA wurden 2001 etwa 1,2 Prozent mehr Treibgas-Stapler verkauft als im Vorjahr. Bei Diesel-Staplern war der Absatz mit minus 6,2 Prozent hingegen deutlich rückläufig. Die Beliebtheit von Treibgas-Staplern wird durch die günstigen Steuersätze für diese umweltfreundliche Antriebsenergie noch steigen. So versorgt die Westfalen AG schon heute bundesweit über 6000 Gabelstapler mit Treibgas.

Unter dem Oberbegriff ¿Flüssiggas¿ (international als ¿Liquified Petroleum Gas¿ bezeichnet, kurz LPG) werden Treibgas, Brenngas und Autogas zusammengefasst. Flüssiggas fällt weltweit bei der Rohölverarbeitung und bei der Förderung von Erdgas und Erdöl an. Treibgas ist ein Gemisch aus Propan, Propen, Butan und Buten. In verflüssigtem Zustand reduziert sich sein Volumen auf 1/260 des gasförmigen Volumens. Es kann deshalb platzsparend in einer Wechselflasche oder im Tank des Staplers mitgeführt werden. Der Flaschenwechsel oder das Betanken dauern nur wenige Minuten und sind in der Regel auch nur einmal pro Arbeitsschicht nötig. Längere Standzeiten zum Energieaufladen oder die teure Anschaffung von Wechselbatterien entfallen. Deshalb eignen sich Treibgas-Stapler hervorragend für den Mehrschichtbetrieb.

Sachgemäße Handhabung

Der Flüssiggas-Antrieb birgt bei sachgemäßer Handhabung keine Unfallgefahren. Dies weist die Unfallstatistik des Industriegaseverbands (IGV) nach. Dort ist seit 1994 nur ein Unfall mit einem Gabelstapler erfasst, der in Zusammenhang mit Treibgas steht. Zur Gasversorgung werden Treibgas-Flaschen oder -behälter eingesetzt, die einer regelmäßigen Untersuchung unterliegen und einen schriftlichen Prüfnachweis tragen.

Beim Transport inner- und außerhalb von Werkhallen werden an Gabelstapler kontinuierlich hohe Leistungsanforderungen gestellt. Zugleich sollen die Emissionswerte möglichst niedrig liegen. Der Einsatz von Treibgas-Staplern bietet sich dort an, wo Elektro-Stapler aufgrund ihrer begrenzten Batterie-Speichermöglichkeiten Leistungseinschränkungen unterliegen und Dieselantrieb ¿ etwa wegen der Rußbelästigung und der gesundheitlichen Belastung durch die als krebserregend eingestuften Diesel-Emissionen ¿ nicht in Frage kommt. Durch die hohe Oktanzahl von Flüssiggas (rund 110 ROZ) und seine saubere, fast rückstandslose Verbrennung hat der Treibgas-Stapler bei regelmäßiger Wartung eine hohe Motorlebensdauer. Die Abluft ist aufgrund der optimalen Verbrennung geruchsarm, rauch- und rußfrei. Mit einem Katalysator ausgerüstete Fahrzeuge minimieren die Emissionswerte abermals.

Die emissionsarme Verbrennung erlaubt den Betrieb dieser Fahrzeuge auch in geschlossenen Werkhallen ohne gesundheitliche Belastung oder Geruchsbelästigung. Vom Gesetzgeber festgelegte MAK-Werte (Maximale Arbeitsplatz-Konzentrationen) an Kohlenmonoxid (CO) und Stickoxiden (NOx) werden bei regelmäßig gewarteten Gasmotoren immer unterschritten. Auch bei Smog-Alarm dürfen mit Treibgas betriebene Fahrzeuge uneingeschränkt eingesetzt werden. Treibgas enthält von Natur aus keine Blei- und Schwefelanteile und zählt nicht zu den wassergefährdenden Stoffen. Der niedrige Geräuschpegel (73 bis 76 Dezibel) spricht ebenfalls für den Einsatz in geschlossenen Hallen.

Wechseln oder Tanken

Je nach betriebswirtschaftlicher Notwendigkeit kommen für das Unternehmen, das Treibgas-Stapler nutzt, Wechselflaschen oder eine betriebseigene Tankstelle in Frage. Bei einem kleinen Fuhrpark und dementsprechend geringem Treibgas-Bedarf können Wechselflaschen genutzt werden, die liegend auf dem Stapler befestigt werden. Für den Betrieb von Treibgas-Staplern sind Elf-Kilo-Flaschen vorgesehenen. Das Befüllen der Flaschen erfolgt bei einem Flüssiggas-Versorgungsunternehmen wie der Westfalen AG ¿ einfach voll gegen leer. Zum Schutz des Ventils ist die Flasche mit einem 270-Grad-Kragen ausgerüstet. Die Entnahme erfolgt über den am Stapler vorhandenen Wechselflaschen-Anschluss. Ein Rohrbruchventil in der Flasche sichert den Inhalt gegen Ausströmen bei Abriss von Ventil oder Schlauch.

Bei höherem Verbrauch empfiehlt sich die Aufstellung einer innerbetrieblichen Füllstation und die Ausrüstung der Stapler mit fest montierten Treibgas-Behältern. Bereits ab drei Staplern kann sich die Einrichtung einer eigenen Treibgas-Tankstelle lohnen: Durch die Abnahme großer Mengen und eine rationelle Logistik reduziert der Betreiber seine Energiekosten; das größere Volumen des fest installierten Tanks verlängert die Betankungsintervalle und verkürzt die Rüstzeiten. Ein Flaschenlager ist nicht mehr nötig, da die Tankanlage bereits die gesamte Energiemenge bevorratet. Verunreinigungen sind im Gegensatz zur Flaschenbetankung praktisch unmöglich, da die Gasanlage am Stapler als in sich geschlossenes System konzipiert ist. Und last not least reduziert sich bei einer eigenen Tankstelle der Verwaltungsaufwand, da viel seltener Energie bestellt werden muss.

Wer auf Treibgas als Antriebsenergie umsteigen will, sollte gemeinsam mit seinem Gasversorgungsunternehmen eine Systemlösung entwickeln, die auf die individuellen Bedürfnisse des Betriebs zugeschnitten ist. So übernimmt beispielsweise die Westfalen AG auf Wunsch Wirtschaftlichkeitsberechnungen ebenso wie den Bau und die kontinuierliche Wartung der betriebseigenen Treibgas-Tankstelle.

Autor:

Dipl-Ing. Ferdinand Elling

Westfalen AG

Anwendungsbereich Tankstellen/Motorische Antriebe im Geschäftsbereich Westfalengas

48155 Münster

Tel. 0251/ 695309

Fax 69573309

www.westfalen-ag.de

Zum Thema:

Ökologisch, sicher und wirtschaftlich sind Gas betriebene Flurförderzeuge in der Industrie. Auch nach Inkrafttreten der dritten Stufe der Ökosteuer am 1. Januar 2002 bleibt die Treibgas-Technik im Vergleich mit anderen Energiequellen die günstigste Variante. Warum das so ist und was der Anwender in der Praxis davon hat, beschreibt dieser Fachbeitrag.

ms

Links: http://www.westfalen-ag.de

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