Wirtschaft + Unternehmen

Roboterindustrie trotz Minus weltweit zufrieden

Beim Roboterkauf holen Schwellenländer wie Thailand und Brasilien bemerkenswert auf.

"2012 war ein recht erfolgreiches Jahr für die weltweite Roboterindustrie. Der Roboterabsatz erreichte die zweithöchste Anzahl aller Zeiten," erklärte Dr. Shinsuke Sakakibara, IFR Präsident, am Montag anlässlich der CIROS Messe in Shanghai, die vom 2. bis 5 Juli 2013 stattfindet. Auch der mittelfristige Verkaufserfolg kann überzeugen: Zwischen 2008 und 2012 wurden durchschnittlich pro Jahr neun Prozent mehr Roboter verkauft.

"Wir freuen uns, dass der zweithöchste Roboterabsatz in der Geschichte der Industrieroboter 2012 erreicht wurde. Mehr als 159.000 Roboter wurden verkauft, annähernd die gleiche Anzahl wie im Rekordjahr 2011", sagte Dr. Andreas Bauer, Vorsitzender der IFR Industrial Robot Suppliers Group. Zwischen 2008 und 2012 ist der Roboterabsatz durchschnittlich um neun Prozent pro Jahr gewachsen. Der Bedarf an Industrierobotern steigt weiter durch den weltweit zunehmenden Trend zur Automatisierung. Wir schätzen, dass die Roboterinstallationen 2013 wieder ein ähnlich hohes Niveau erreichen werden. In den letzten drei Jahren wurden die Roboterinvestitionen sehr stark von der Automobilindustrie gefördert. Der Absatz in anderen Industrien, der sogenannten General Industry, wird weitersteigen.

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Grund für den - trotz allem - leichten Rückgang des weltweiten Roboterabsatzes 2012 waren hauptsächlich die deutlich niedrigeren Verkäufe in die Elektro-/Elektronik-industrie. Der Roboterabsatz in der Automobilindustrie stieg nochmals um sechs Prozent. Die Chemie-, Gummi- und Kunststoffindustrie wie auch die Nahrungsmittelindustrie erhöhten ihre Roboterkäufe, während die Metall- und Maschinenbauindustrie sie etwas reduzierte.

Etwa siebzig Prozent der gesamten Roboterverkäufe gingen 2012 nach Japan, China, USA, Südkorea und Deutschland. Der Roboterabsatz nach Japan erhöhte sich 2012 weiter leicht auf 28.700 Einheiten. Die Elektronikindustrie kürzte ihre Roboterinvestitionen deutlich, während die Automobilindustrie 31 Prozent mehr Roboter kaufte. Das Absatzniveau liegt in Japan noch deutlich unter dem Spitzenwert von 2005 (44.000 Stück).

2012 war China der zweitgrößte Robotermarkt nach Japan. Obwohl die Roboterlieferungen 2012 nur leicht gestiegen sind, bleibt China der dynamischste Wachstumsmarkt in der Welt. Zwischen 2005 und 2012 ist der Absatz von Industrierobotern durchschnittlich um 25 Prozent pro Jahr gewachsen.

In den USA setzte sich der Trend zur Automatisierung fort. Dadurch erhöhten sich die Roboterinstallationen weiter auf einen neuen Rekordwert von 22.400 Stück. Insbesondere die Automobilindustrie hat ihre Roboterinvestitionen gesteigert.

Nach starken Investitionen in den Jahren 2010 und 2011 sind die Roboterlieferungen nach Südkorea um fast 24 Prozent auf 19.400 Stück zurückgegangen.

Seit 2010 war die Automobilindustrie der Motor für das ungebremste Wachstum der Roboterinstallationen in Deutschland. 2012 hat die Automobilindustrie ihre Investitionen in Industrieroboter deutlich gekürzt, während die General Industry mehr Roboter bestellt hat. Mit 17.500 Stück wurde 2012 die zweithöchste Anzahl von Industrierobotern nach Deutschland geliefert, zehn Prozent weniger als im Rekordjahr 2011.

Thailand wird mehr und mehr zu einem wichtigen Robotermarkt. 2012 erreichte der Roboterabsatz einen neuen Rekordwert von 4.000 Stück, 17 Prozent mehr als 2011. Auch der brasilianische Robotermarkt ist weiter gewachsen, während der Absatz in Indien stagnierte. Nach starken Investitionen 2011 gingen auch die Verkäufe in den mittel- und osteuropäischen Ländern zurück.

Um auf den globalen Märkten wettbewerbsfähig zu bleiben, setzt sich der Trend zur Automatisierung weiter fort. Ebenso durch die fortschreitende Industrialisierung extrem wachsender Konsumentenmärkte und die erforderliche Modernisierung von existierenden Produktionsanlagen. Energieeffizienz und Leichtbau sind die wichtigsten Herausforderungen für die Verarbeitende Industrie. Auch das Potenzial für die Installation von Industrierobotern in der General Industry wird durch die weiter entwickelte Leistungsfähigkeit von Robotern steigen. Besonders die Mensch-Roboter-Kooperation, bedienerfreundliche und leicht zu integrierende Roboter bieten große Wachstumschancen. bw

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