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Pilz: Sicherheit als Erfolgsstrategie
Krise? -Welche Krise? Den erfolgreichsten Messetag in der Unternehmensgeschichte verzeichnete der Automatisierungs- und Sicherheitsspezialist Pilz am zweiten Messetag der Automatisierungsmesse SPS 2008 in Nürnberg, wie Armin Glaser, Leiter Produktmanagement (Bild unten), am Rande einer Pressekonferenz mitteilte. Im Mittelpunkt des Messeauftrittes steht bei Pilz das Thema Sicherheit. Glaser: "Wir haben der Maschinensicherheit den Weg geebnet, sie institutionalisiert, die Normgebung mit beeinflusst und die ersten Produkte erfolgreich auf den Markt gebracht. Für Pilz ist die Sicherheit nicht nur ein kleiner Teil in der Welt der Standardautomatisierung, sondern ein wesentlicher Bestandteil für jede Art der Automatisierung."
Pilz bietet durchgängige Lösungen an, von der Sensorik über die Steuerungstechnik bis zur Aktorik einschließlich Diagnose und Visualisierung. Komponenten lassen sich dabei zu Systemen ergänzen - ein Angebot, das durch umfassende Dienstleistungen rund um die Maschinensicherheit abgerundet wird.
Auch der Markt stellt die zentrale Bedeutung der Sicherheit nicht mehr in Frage. Armin Glaser: "Sicherheit lässt sich dabei nicht anhand von Vorschriften¿verordnen, kann aber in gut abgestimmten Lösungen zur Ergonomie, Verfügbarkeit und schließlich zur Produktivität beitragen."
Heute wachsen Maschinensicherheit und -automatisierung immer mehr zusammen. Dabei kommt der Verzahnung der beiden Bereiche miteinander eine besondere Bedeutung zu. "Bei Pilz widmen wir dieser Aufgabe besondere Aufmerksamkeit, da wir nur so unseren Anwendern in sich schlüssige Gesamtkonzepte anbieten können", erläutert Glaser. "Wichtig ist uns dabei eine intelligente Verzahnung, bei der die Belange der Sicherheit von Anfang an berücksichtigt sind."
Pilz verfolgt weiterhin seine "Vier-Säulen-Strategie", die 2004 der Fachöffentlichkeit vorgestellt wurde. Dazu zählen die horizontale Erweiterung des Produktspektrums, die Überführung von Safetybus p auf Safetynet p, die Verzahnung von Sicherheits- und Standardsteuerungsfunktionalitäten sowie der Ausbau des Dienstleistungsbereichs.
Armin Glaser: "Mit der Integration der Sicherheit in die Antriebstechnik unterstützen wir jede der vier Säulen. Erstens tragen wir mit Safe Motion der horizontalen Erweiterung des Produktspektrums Rechnung. Zweitens geben wir damit erneut ein Beispiel für die intelligente Verzahnung von Sicherheits- und Standardsteuerungstechnik. Drittens haben wir bei der Entwicklung unseres Echtzeit-Ethernets Safetynet p insbesondere auch die Anforderungen der Sicherheits- und Antriebstechnik berücksichtigt, indem wir eine besonders schnelle Protokollvariante anbieten. Deren Zykluszeit von 62,5 µs entspricht den Anforderungen aus der digitalen Servotechnik bezüglich Strom- und Drehzahlregelung. Viertens ergänzen wir unser Produktangebot im Bereich Motion Control mit unserem Know-how und Applikationswissen. Denn die Produkte sind sprichwörtlich nur die halbe Miete, Anwender müssen auch wissen, wie sie diese einsetzen, um Maschinensicherheit zu realisieren."
Mit der Aufnahme von Safe Motion in das Produktspektrum kann Pilz dem Markt eine durchgängige Lösung anbieten: von der Sensorik über die Signalverarbeitung bis hin zur sicheren Aktorik.
Für den Markterfolg eines Produktes ist es aus Glaser´s Sicht dabei nicht ausreichend, eine technische Innovation bereitzustellen. Vielmehr seien es der Anwendernutzen, die Vereinfachung einer Applikation und die intensive Begleitung des Anwenders durch die Normen- und Gesetzeslage, die den Erfolg einer Lösung maßgeblich beeinflussen würden.
Eine der wesentlichen Herausforderungen in der Automatisierung bestehe darin, die Interaktion von Mensch und Maschine zu verbessern, um Potenziale für eine höhere Wirtschaftlichkeit zu erschließen.
Eine weitere Herausforderung komme mit dem Inkrafttreten der neuen Maschinenrichtlinie am 29.12.2009 auf die Hersteller und Betreiber von Maschinen zu. Glaser: "Allgemein ist zu erwarten, dass durch den Umstellungsprozess die sicherheitstechnische Lösung für den Anwender nicht einfacher wird. Die gesamte Prozesskette - Sensorik, Überwachung, Aktorik - wird mit mathematischen Modellen bewertet. Wir sehen es als entscheidend an, in allen Segmenten dieser Kette vertreten zu sein. Die sichere Antriebstechnik ist in dieser Hinsicht ein wichtiger Bestandteil des Portfolios. Im Hinblick auf die neuen Sicherheitsnormen ist damit zu rechnen, dass der Stellenwert von in sich abgestimmten Gesamtlösungen noch deutlich steigen wird."
Die neue Maschinenrichtlinie erfordere eine neue Bewertung von Maschinenfunktionen und zwingt den Anwender, über neue Betriebsarten nachzudenken. Pilz-Manager Glaser: "Stand heute darf bei geöffneter Schutztür nicht gearbeitet werden, die harte Abschaltung geht jedoch klar zu Lasten der Produktivität. Mit der sicheren Überwachung von Geschwindigkeit und Drehzahl steht eine alternative Lösung zur Verfügung. Die Sicherheit lässt sich entweder diskret, sprich extern, z. B. mit dem Sicherheitssystem Pnozmulti realisieren oder integriert mit der neuen Generation von Servoverstärkern PMC Protego DS."
Safe Motion als Teil des neuen Automatisierungssystems
Automation müsse zudem einfach und sicher sein. Die Zukunft gehöre daher der Dezentralisierung von Steuerungsfunktionalitäten. Armin Glaser, Leiter Produktmanagement: "Für den Anwender bleibt dabei eine zentrale Sichtweise auf ein verteiltes Steuerungssystem bestehen. Diesen Weg gehen wir mit unserem neuen Automatisierungssystem PSS4000. Dieses werden wir auf der Hannover Messe 2009 der breiten Fachöffentlichkeit vorstellen. Wir tragen damit den Anforderungen unserer Kunden Rechnung, die uns aufgefordert haben, komplette Lösungen aus Sicherheits- und Standardsteuerungstechnik anzubieten. Mit PSS4000 werden wir ein System haben, das beide Anforderungen in sich vereint. Der Anwender kann sich jedoch immer sicher sein, dass die Belange der Sicherheitstechnik von vornherein berücksichtigt sind. Darüber hinaus ist unser Automatisierungssystem eine echte Alternative zu bestehenden Lösungen. Wir haben unser Applikationswissen und sicherheitstechnisches Know-how genutzt, um die Dezentralisierung von Steuerungsfunktionalitäten zu vereinfachen und die Engineering-Aufwendungen zu reduzieren."









