Schwache Nachfrage auf wichtigen Absatzmärkten

Lloyd Dynamowerke melden Insolvenz an

Die Lloyd Dynamowerke (LDW) mit Sitz in Bremen haben Insolvenz angemeldet. Das in der Forschung, Entwicklung und Herstellung elektrischer Großmotoren aktive Unternehmen gehört mehrheitlich zur indischen Kirloskar Electric Company, die nach eigener Aussage einen bereits zugesagten Liquiditätszufluss nicht leisten kann.

Das Amtsgericht Bremen bestellte Edgar Grönda von Schultze & Braun zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Grönda verschaffte sich unmittelbar nach seiner Bestellung einen ersten Überblick über die Lage des Unternehmens.

LDW, gegründet 1915, zählt zu den ältesten Unternehmen der Hansestadt Bremen. Es ist in der Forschung, Entwicklung und Herstellung elektrischer Großmotoren aktiv. Letztere ausschließlich als Einzelfertigungen für weltweite und oft börsennotierte Kunden.

95 Prozent der LDW-Firmenanteile hält die indische Kirloskar Electric Company Ltd. in Bangalore, ebenfalls ein Hersteller elektrischer Maschinen; die übrigen Anteile ein ehemaliger Geschäftsführer, der im Juni 2013 aus dem Unternehmen ausgeschieden ist. Der Jahresumsatz betrug im vergangenen Geschäftsjahr rund 38 Millionen Euro.

Die 2008 als Mehrheitseigner eingestiegene indische Kirloskar Electric Company Ltd. (KEC) ist nach eigener Aussage aufgrund von Kapitalverkehrs-Beschränkungen der staatlichen Reserve Bank of India nicht in der Lage, einen bereits zugesagten Liquiditätszufluss zu leisten. Hinzu kommt die aktuell schwache Nachfrage auf den wichtigen Absatzmärkten Russland sowie Naher und Mittlerer Osten.

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Betrieb geht vorerst weiter

"Die Produktion der laufenden Aufträge sowie der reguläre Betrieb werden fortgesetzt und die bereits im Vorfeld durch das Unternehmen eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen weiter optimiert", so Grönda. Trotz des weltweiten Wettbewerbes in den ausgewählten Technologie-Nischen wie Schiffbau, Anlagenbau für Stahlwerktechnik, Zementindustrie oder Wasserkraftwerke, hat LDW zahlreiche Projekte in den Auftragsbüchern: "Die internationale Kundenstruktur, verteilt auf unterschiedliche Branchen, ist eine gute Ausgangslage für die weiteren Maßnahmen, da keine einseitige Abhängigkeit besteht", so LDW-Geschäftsführer Dominik Brunner. "Allerdings vergehen zwischen Beauftragung, Entwicklung und Auslieferung dieser Spezialmaschinen oft bis zu 18 Monate, was eine dementsprechend solide Finanzierungsstruktur erfordert."

80 Prozent des Firmenumsatzes stammen aus dem Projektgeschäft mit neuen Motoren und Generatoren, 20 Prozent aus Serviceleistungen. Das Unternehmen beschäftigt insgesamt 265 Mitarbeiter, darunter auch 21 Auszubildende, die im Norden Deutschlands regelmäßig zu den besten Absolventen ihres Jahrgangs zählen.

"Im Rahmen des Insolvenzeröffnungsverfahrens sind die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter für die kommenden drei Monate gesichert", sagt Grönda. Die Unterstützung der Mitarbeiter des Unternehmens bestätigt der erste Bevollmächtigte der IG Metall Bremen, Volker Stahmann: "Die Belegschaft und die IG Metall tragen - wie auch bisher - die kommenden Maßnahmen zur Restrukturierung mit. Unsere Bindung zum Unternehmen sowie das Vertrauen in die Kompetenz und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter sind sehr hoch." kf

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