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Innovative Werkstoffe auf der Hannover Messe
Jede neue Konstruktion von Teilen und Baugruppen verlangt die intensive Beschäftigung mit der Werkstoffrage. Deren Lösung trägt ebenso entscheidend zur Kostensituation bei wie die Wahl des Fertigungsverfahrens und die konstruktive Auslegung ¿ zumal die Faktoren sich gegenseitig beeinflussen. Die kompetente und unvoreingenommene Bewertung der Werkstoffalternativen kann mehr Potenzial zur Kostensenkung eröffnen als die Suche nach einem Billig-Produktionsstandort.
Kompetente Werkstoffwahl setzt jedoch Kenntnisse der zur Verfügung stehenden Technologien voraus, vor allem der neueren. Beispielsweise konkurrieren Hochleistungskunststoffe und Aluminiumlegierungen in einigen Bereichen mit direkt vergleichbaren mechanischen Kenwerten und Gestaltungsmöglichkeiten. Welches Material gewählt wird, hängt von anderen Faktoren ab wie Stückzahlen, Folgebearbeitung, Einsatzbedingungen und vielen anderen. Statt nur nach neuen Möglichkeiten in einer vertrauten Werkstoffgruppe zu suchen, ist es sinnvoller, ein möglichst breites Spektrum in die Überlegungen einzubeziehen.
Die teils rasante Geschwindigkeit der Werkstoffentwicklung eröffnet nahezu täglich neue Chancen auf innovative Problemlösungen. Ein induktiver, also magnetisierbarer Aluminium-Werkstoff, der in üblichen Verfahren verarbeitet werden kann, dürfte bisher den wenigsten Konstrukteuren bekannt sein. Und das spezielle Beschichtungen die Funktionssicherheit polymerer Dichtungen in sicherheitsempfindlichen Baugruppen deutlich erhöhen kann, liegt nicht unbedingt auf der Hand. Wie man technische Keramiken sinnvoll einsetzt und wann pulvermetallurgische Bauteile ihre speziellen Vorteile ausspielen können, ist zumeist nur Spezialisten bekannt. Aber auch in bekannten Werkstoffgruppen erbringt die Zusammenarbeit mit Fertigungstechnikern neue Einsatzmöglichkeiten: Stahl-, Aluminium- und Titanwerkstoffe können immer komplexer geformt werden ¿ wenn die richtigen Verfahren gewählt werden. Beschichtungen verleihen den Basiswerkstoffen Eigenschaften, die ansonsten gar nicht oder nur zu unvertretbar hohen Kosten zu erzielen sind.
Das Werkstoff-Forum zeigt Trends und Lösungen: Bereits diese wenigen Beispiele zeigen, dass die Werkstofftechnologie nicht auf jede Frage eine passende Antwort kennt, aber auf sehr viele. Diese Fragen gilt es zu stellen, allerdings den richtigen Leuten. Die Chance dazu bietet das Innovationszentrum ¿Ingenieur-Werkstoffe¿ innerhalb der Hannover Messe. Auf rund 1100 Quadratmeter zeigen rund 40 Aussteller neue Entwicklungen und Anwendungen aus unterschiedlichen Bereichen der Werkstofftechnik. In Halle 5, mitten im Bereich Zulieferung und Werkstoffe der Hannover Messe, findet zudem das ergänzende Werkstoff-Forum mit aktuellen Vorträgen statt. Mit täglich wechselnden Themenschwerpunkten referieren hier die Spezialisten zu Hintergründen und Anwendungen neuer Werkstoffe und Verarbeitungsmöglichkeiten. Das gesamte Vortragsprogramm ist beim Veranstalter unter http://www.abresch-profair.de einzusehen.
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