Fraunhofer IWU erforscht Produktionszukunft
Kompetenz der Zukunft
Am Fraunhofer IWU befindet sich nach ca. zweieinhalb Jahren Bauzeit und Investitionen von ca. 20 Mio. Euro die "E3-Forschungsfabrik Ressourceneffiziente Produktion", als einer dieser Demonstratoren, in seiner finalen Anlaufphase. Hier werden auf einer Fläche von über 1.600 Quadratmetern in den drei Kompetenzbereichen "Antriebsstrang", "Karosseriebau" und "Energieeffizienz 2.0" schwerpunktmäßig neue Technologien und Produktionstechniken sowie fabrikplanerische Konzepte für die energie- und ressourceneffiziente Produktion erarbeitet und gemeinsam mit Industriepartnern praxisnah erprobt.
Im Kompetenzbereich "Antriebsstrang" steht die Auslegung und Realisierung von ultrakurzen Prozessketten im Fokus. Indem Herstellungs- und Bearbeitungsverfahren durch ressourceneffizientere Technologien ersetzt oder Prozessschritte eingespart werden, können die Wissenschaftler den Energieeinsatz, Materialverbrauch und die Prozessdauer senken.
Im Kompetenzbereich "Karosseriebau" steht der Automobilbau der Zukunft im Mittelpunkt. Die Forderung nach einer energie- und ressourceneffizienteren Mobilität sowie die steigende Modellvielfalt machen im Karosseriebau zukunftsweisende Neu- und Weiterentwicklungen notwendig. Anhand des exakten Nachbaus der vollständigen Referenzprozesskette für den Zusammenbau einer Autotür in Kooperation mit der Volkswagen AG kann die seriennahe Erprobung ressourceneffizienter Technologien und unter realistischen Produktionsbedingungen erfolgen. Die Vision im Kompetenzbereich "Energiemanagement 2.0" ist die Entwicklung einer emissionsoptimierten Produktionsstätte, die nicht mehr nur ein passiver Verbraucher ist, sondern eine aktive Rolle auf dem Energiemarkt einnimmt.
Ein vierter wichtiger Forschungsschwerpunkt betrifft die Rolle des Menschen in der industriellen Produktion der Zukunft. Herausforderungen ergeben sich zum Beispiel aus der demographischen Entwicklung, der zunehmenden Automatisierung sowie den neuen Möglichkeiten in der Informations- und Kommunikationstechnik. Altersgerechte Produktionsumgebungen, neue Konzepte für die Mensch-Maschine-Interaktion und Strategien zur Wiedereinbindung des Menschen in die Produktion sind einige der Leitfragen, zu denen in der Modellfabrik Lösungen erarbeitet werden.
Um die vorhandenen Einsparpotenziale offenlegen und ausschöpfen zu können, müssen Prozesse in produzierenden Unternehmen ganzheitlich betrachtet und Herstellungsschritte zunächst in einzelne Effizienzsteigerungen zerlegt werden: vom Einzelprozess, über die Prozesskette bis hin zur Fabrikebene. Die Voraussetzungen für eine ganzheitliche Analyse und Optimierung ist die Verfügbarkeit und Nutzbarmachung von Informationen über alle benötigten Ressourcen sowie Stoff- und Energieströme in der Fabrik. Diese Daten fließen in der "gläsernen Leitzentrale" der "E3-Forschungsfabrik Ressourceneffiziente Produktion" zusammen. Die Wissenschaftler können die Informationen in Echtzeit auf 3D-Presentern visualisieren und auswerten. Mit mobilen Endgeräten können diese zusätzlich in der gesamten Produktionsumgebung abgerufen werden. bw









