Entlastung für energieintensive Branchen

dpa/Annina Schopen,

Habeck: Strompreise für Industrie müssen weiter runter

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hat energieintensiven Industriebranchen Entlastungen versprochen. Die Preise müssten weiter sinken, Handlungsbedarf bestehe unter anderem bei der Befreiung von Netzentgelten.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck © dpa

Bei einem Besuch der Glaswerke Ardagh Glas in Obernkirchen in Niedersachsen machte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) deutlich, die Strompreise seien nach kräftigen Preissteigerungen nach Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine deutlich gesunken. „Aber wir müssen weiter runter.“

Das gelinge durch den Ausbau der erneuerbaren Energien, was den Strompreis senke, und ein „Marktdesign“, das energieintensiven Unternehmen ermögliche, diesen Strom auch günstig zu beziehen. Handlungsbedarf bestehe aber bei der Befreiung von Netzentgelten - diese zahlen Kunden für die Stromnetze. Die Befreiung laufe aus als industriepolitische Unterstützungsmaßnahme. Die EU-Kommission werde das wahrscheinlich nicht mehr genehmigen. Die Bundesregierung arbeite an anderen Möglichkeiten.

Liefervereinbarung für grünen Wasserstoff

Darüber hinaus hat Deutschland eine Liefervereinbarung für grünen Wasserstoff geschlossen. Für mehr klimafreundlichen Wasserstoff sollen in den kommenden Jahren mehr als 250.000 Tonnen „grüner“ Ammoniak importiert werden. Eine entsprechende Vereinbarung für die Jahre 2027 bis 2033 wurde nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums mit dem Unternehmen Fertiglobe aus den Vereinigten Arabischen Emiraten geschlossen. Demnach wird Fertiglobe in Ägypten mittels Wind- und Sonnenenergie Ammoniak herstellen, der schließlich in Deutschland zu grünem Wasserstoff umgewandelt wird – „grün“, weil die Herstellung mit erneuerbaren Energien erfolgt. Der Preis dafür soll bei knapp 4,50 Euro je Kilo liegen.

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Die Vereinbarung ist das Ergebnis einer ersten Ausschreibung im Rahmen des Förderprogramms H2Global, das einen funktionierenden internationalen Markt für grünen Wasserstoff zum Ziel hat. Dafür werden grüne Wasserstoffprodukte auf dem Weltmarkt eingekauft und in Deutschland oder der EU meistbietend verkauft. Mögliche Verluste beim Weiterverkauf werden durch die staatliche Förderung ausgeglichen. Als konkurrenzfähig gilt derzeit ein Preis von 4,40 Euro pro Kilo.

Der jetzt vereinbarte Liefervertrag sei ein wichtiger Schritt für die Transformation des Industriestandorts Deutschland, sagte Habeck. „Die Verfügbarkeit preisgünstiger grüner Energie - nun auch in Form von Wasserstoff - wird auch zukünftig ein wichtiger Standortfaktor für die Industrie sein.“

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