Wirtschaft + Unternehmen

Endress+Hauser: Ein gutes Jahr

Bereit für die Stabsübergabe: Klaus Endress (links), CEO der Endress+Hauser Gruppe, mit Matthias Altendorf, der 2014 die Leitung der Firmengruppe übernimmt.

Endress+Hauser weist für 2012 wiederum gutes Wachstum aus. Der weltweit tätige Messtechnik-Spezialist erreichte bei Umsatz, Beschäftigung, Gewinn und Eigenkapital Bestwerte. Trotz anhaltender Unsicherheit erwartet die Firmengruppe mit Sitz im schweizerischen Reinach auch im laufenden Jahr eine Fortsetzung der positiven Entwicklung.

"2012 war kein leichtes Jahr", sagte Firmenchef Klaus Endress bei der Präsentation der Bilanz am 28. Mai 2013 in Basel. Einzelne Märkte seien im Minus gewesen, viele andere im Plus. "Am Ende haben wir unsere hochgesteckten Ziele nur knapp verfehlt." Dabei sei "auch ein wenig Glück" im Spiel gewesen. Endress+Hauser steigerte den Nettoumsatz um 11 Prozent auf annähernd 1,7 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis (EBIT) hielt, trotz höherer Abschreibungen, mit einem Plus von über 10 Prozent fast Schritt und erreichte 273 Millionen Euro. Bedingt durch die gestiegene Abgabenlast legte das Ergebnis nach Steuern nur um drei Prozent zu, erreichte aber mit 183 Millionen Euro ebenfalls einen Bestwert.

Endress+Hauser verzeichnete über alle Weltregionen Wachstum. Dabei stach die Entwicklung auf dem amerikanischen Markt heraus. "In den USA war es für uns das dritte gute Jahr in Folge", erklärte Michael Ziesemer, Stellvertreter des CEO. Niedrige Energiepreise würden dort die Reindustrialisierung befeuern. Dagegen habe der Geschäftsverlauf in China enttäuscht. Dies sei, so der Chief Operating Officer, nach Jahren der positiven Entwicklung "eine ungewohnte Erfahrung" gewesen. Die Entwicklung der Firmengruppe sei breit abgestützt über die verschiedenen Kundenbranchen, betonte Ziesemer. Die höchsten Zuwächse verzeichneten die Bereiche Öl und Gas sowie Kraftwerke und Energie, gefolgt von der chemischen Industrie, der Lebensmittelindustrie, den Life Sciences sowie der Wasser- und Abwasseraufbereitung. "Die großen Treiber hinter unserem Wachstum sind Megatrends wie Energie, Ressourcen und Effizienz, Ernährung, Wasser und Demografie."

Für 2013 hat Endress+Hauser wiederum ehrgeizige Ziele. Der Umsatz soll um 10 Prozent auf nahezu 1,9 Milliarden Euro wachsen. Beim Betriebsergebnis wie auch beim Ergebnis nach Steuern erwartet das Unternehmen einen leichten Rückgang. Hier schlagen sich rekordhohe Investitionen in Gebäude und Anlagen, Software und IT von 160 Millionen Euro nieder, ebenso gesteigerte Ausgaben für Forschung und Entwicklung. 550 Stellen sollen bis Ende 2013 hinzukommen. ¿Wir erwarten, dass 2013 kein einfaches Jahr wird¿, unterstrich Klaus Endress. ¿Die Probleme, die unsere Welt so unsicher und unbeständig gemacht haben, bestehen weiterhin.¿ Dies sei mit ein Grund gewesen, den bevorstehenden Wechsel an der Spitze des Unternehmens früh bekanntzugeben. Klaus Endress wird 2014 in den Verwaltungsrat wechseln und dort Klaus Riemenschneider als Präsident ablösen; sein Nachfolger wird Matthias Altendorf, Geschäftsführer des größten Produktionszentrums der Firmengruppe in Maulburg. Klaus Endress: "Wir haben organisatorisch, strategisch und personell wichtige Weichen gestellt, um das Unternehmen in eine gute Zukunft zu führen." jg

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