Engineering in E-Co-Labs
Engineering-Software für den Mittelstand
Der Trend geht zu durchgängigen Engineering-Lösungen, die aber für kleine und mittelgroße Unternehmen oft schwer zugänglich sind: Im Spitzencluster it’s OWL entsteht mit dem E-Co-Lab ein Netzwerk, in dem Unternehmen durchgehendes Engineering ausprobieren und Erfahrungen austauschen können.
Das Konzept des E-Co-Lab (kurz für Engineering Collaboration Lab) ist einfach: Unternehmen erhalten einen Testzugang für die Engineering-Lösung und können – am Beispiel eines eigenen Projekts – den Nutzen verschiedener Anwendungen für die eigene Entwicklungsarbeit testen und validieren. Als Engineering-Umgebung dient die 3D-Experiece-Plattform von Dassault Systèmes, die besonderen Wert auf einen durchgängigen Engineering-Prozess und eine vernetzte Zusammenarbeit legt.
„Durchgängigkeit in der Produktentwicklung mechatronischer Systeme bedeutet, dass die verschiedenen Aspekte des Entwicklungsprozesses, wie Anforderungsmanagement oder die Systemsimulation mithilfe einer gemeinsamen Datenbasis miteinander verknüpft sind. So wird die effiziente Zusammenarbeit großer und interdisziplinärer Entwicklerteams ermöglicht“, so Matthias Knoke, Leiter Virtuelle Produktentwicklung bei Miele. Für den Haushaltsgerätehersteller ist besonders die Nachverfolgbarkeit im Entwicklungsprozess wichtig. So entwickelten Miele, Dassault Systèmes und das Fraunhofer IEM mit einem solchen Testzugang bereits 2015 einen Demonstrator für die Hannover Messe.
Software im Mittelstand als Herausforderung
Moderne Softwarelösungen bieten viel, besonders der Mittelstand tut sich mit der Nutzung aber schwer: Das Vorgehen ist unklar, die hohen Investitionskosten schrecken ab. „Umfragen belegen, dass genau diese durchgängigen Werkzeugketten, in Verbindung mit einem sinnvollen methodischen Ansatz in der Industrie als Erfolgsrezept bereits erkannt aber noch nicht umgesetzt werden“, erläutert Prof. Dr. Roman Dumitrescu, Direktor am Fraunhofer IEM und Geschäftsführer it’s OWL. Das Fraunhofer IEM arbeitet seit Jahren mit dem Ansatz des Systems Engineering. Im Spitzencluster it’s OWL und darüber hinaus haben die Wissenschaftler das Entwickeln mit Softwareunterstützung speziell im Mittelstand erprobt. Dreh- und Angelpunkt ihrer Arbeit ist das Systems Engineering (SE) Live Lab, in dem das E-Co-Lab angesiedelt wird.

Konkrete Ansätze zeigen
Praxisnahe Ansätze der Digitalisierung werden im Spitzencluster it´s OWL entwickelt und in die Umsetzung gebracht. Das Spektrum reicht von konkreten Lösungen für Industrie 4.0 bis zu Demonstrationszentren für neue Technologien.
E-Co-Lab-Verbund
Mit dem E-Co-Lab baut das Fraunhofer IEM ein Netzwerk über die Region OWL hinaus auf. Der Zugang zu einer Testumgebung für das durchgängige Engineering soll deutschlandweit ermöglicht werden. Der Partner T-Systems wird durch sein IT-Infrastruktur-Angebot die Verfügbarkeit und Datensicherheit des Labs sicherstellen. Neben Miele hat der Landmaschinen-Hersteller Claas ebenfalls einen Testzugang erprobt. Weitere Partner folgen, darunter auch Forschungseinrichtungen wie das KIT in Karlsruhe. Den Erfahrungsaustausch der einzelnen Tester ermöglichen die Organisatoren zum einen über ein virtuelles Netzwerk und zum anderen über regelmäßige Veranstaltungen. Erste Ergebnisse werden auf dem Tag des Systems Engineering TdSE vorgestellt, der vom 8. bis 10. November 2017 im Heinz Nixdorf Museumsforum in Paderborn stattfindet. Geplanter Projektstart für das E-Co-Lab ist Sommer 2017. Aktuelle Informationen gibt es auf der Internetseite www.selive.de. as










