Kardex Central Europe-Direktor Manfred W. Schleicher über Herausforderungen

Balance zwischen Beruf und Familie

Wer oder was hat Ihr Interesse an Ihrem gegenwärtigen Tätigkeitsfeld geweckt?
Meine erste Anstellung in einem Ingenieurbüro für Industrial Engineering und Ablauforganisation brachte mich zum ersten Mal mit dem Thema Logistik/Lagertechnik in Kontakt. Es war Mitte der 80er Jahre und die Zeit, in der die Logistik (heute Intralogistik genannt) im Sinne von Bestandskostenreduzierung und Prozesskostenoptimierung ihren Aufschwung nahm. Die Logistik war plötzlich vom „hässlichen Entlein“ zur potenziellen goldenen Gans mutiert.

Manfred W. Schleicher gräbt gern; der Sohn will sich im Gartenbau gar sebstständig machen. (Foto: privat)

Welche technischen Leistungen aus Ihrem Bereich bewundern Sie besonders?
Die Geschwindigkeit, mit der sich die Branche bzgl. Technologie und Marktvolumen entwickelt hat, ist faszinierend. Die stetige Innovation bei der Kombination leistungsfähiger technologischer Förderkomponenten mit innovativen SW-Prozessen und einer steuerungstechnischen Integration bis auf die Ebene der Antriebe. Die Effizienzsprünge von Kommissionier-Systemen haben unser heutiges Konsumverhalten erst möglich gemacht.

Was möchten Sie noch dringend beruflich und/oder privat erreichen?
Während meiner gesamten bisherigen beruflichen Laufbahn war und ist es die größte Herausforderung, die Balance zwischen Beruf und Familie zu finden. Ich bin auf einem guten Weg, habe allerdings auch lange geübt. Schön wäre es, diese Erfahrungen der nächsten Generation vermitteln zu können .

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Drei Dinge, die Ihnen besonders wichtig sind…
Ehrlichkeit, Humor und Gerechtigkeit.

... und drei, auf die Sie besonders gut verzichten könnten?
Egoismus, Aggressivität und Arroganz.

Je ein Buch, eine CD, ein Film: Welche sind Ihnen besonders wichtig?
Buch: Die Schatzinsel; CD: The Eagles, Best of Album; Film: Wie ein einziger Tag.

Ein Bild, eine Skulptur, die Ihnen wichtig erscheint oder die Sie kaufen würden?
Die Freiheitsstatue von New York.

Was lesen Sie derzeit?
Die Spieluhr, Ulrich Tukur.

Was erwartet Sie nach Büroschluss?
Aktuell leider nur meine Zweitwohnung in einem (netten) familiengeführten Hotel, sonst Familie und Musik hören.

Welchen Sänger, Musiker, Schauspieler, Performer oder Sportler würden Sie gern live erleben?
Die Band U2.

Ihr Lebensmotto?
„Wer nicht wagt, der nicht gewinnt …“

Welche positive Ader kennzeichnet Sie?
Ich verfolge meine Ziele mit Kontinuität und lasse mich durch Niederlagen nicht beirren.

Welche Botschaft haben Sie an Ihre Mitarbeiter?
Wir sind ein gutes Team und können gemeinsam alles schaffen.

Ein Zufall spielt Ihnen 5.000 Euro zur freien Verfügung in die Hände. Wie setzen Sie diese ein?
Mein Sohn plant eine Selbständigkeit im Garten- und Landschaftsbau. Ich würde ihm das Geld als Starthilfe geben.

Leben Sie gerne dort, wo Sie leben, oder können Sie sich auch einen anderen Lebensmittelpunkt vorstellen. Im Ruhestand vielleicht?
Das Frankenland (mit Würzburg in Unterfranken) hat viel zu bieten, ich fühle mich dort wohl. Ich könnte mir aber sehr gut vorstellen, im Ruhestand am Meer zu leben und noch mehr Sonne zu genießen.

Welche Fehlentwicklung in Markt, Technik und Gesellschaft finden Sie dringend änderungswürdig?
Ich finde die Entwicklung, Produkte im „B-to-C“ nur noch per Mausklick zu kaufen, sehr problematisch. Neben der Tatsache, dass dadurch mittelfristig Innenstädte nur noch von Fast-Food Ketten belebt werden, führt der Trend dieses „Coconings“ (= my home is my castle) zu einer Verarmung der Gesellschaft.

Was wollten Sie machen, als Sie 18 Jahre alt waren?
Ich wollte Hubschrauberpilot werden und dies über eine Verpflichtung bei der Bundeswehr realisieren. bw


Manfred W. Schleicher wurde im Juli 1964 in Schwäbisch Gmünd geboren und kann mittlerweile auf mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Intralogistik verweisen. Das begann 1988 als Consultant und Projektmanager im Beratungsbüro Gischarowski. Dem folgte ein Engagement als Chef der Planung im Bereich Lager bei Noell. Schleicher schloss eine weitere Tätigkeit als Berater und Partner bei Luy & Partner an, bevor er für zehn Jahre zu SSI Schäfer wechselte. 2010 begann er als Direktor New Business bei Kardex Remstar, wo er seit 2011 als Regional Director New Business Central Europe der Kardex Group arbeitet.

 

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