Mikroelektronik-Strategie
Weichenstellung für Deutschlands technologische Zukunft
Das Bundeskabinett hat heute die „Mikroelektronik-Strategie der Bundesregierung: Forschung, Fachkräfte und Fertigung für das Mikroelektronik-Ökosystem in Deutschland“ beschlossen, die vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) gemeinsam ins Kabinett eingebracht wurde.
Deutschland will bei der Mikroelektronik künftig nicht mehr nur mitspielen, sondern eine führende Rolle einnehmen. Das Bundeskabinett hat daher die „Mikroelektronik-Strategie der Bundesregierung“ beschlossen, die Forschung, Fachkräfte und Fertigung in einem Gesamtkonzept zusammenführen soll. Dorothee Bär, Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt und Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche betonen, dass die Strategie zentrale Weichen für Deutschlands technologische Souveränität stelle.
Mikroelektronik: Herzstück von Wirtschaft und Innovation
„Mikroelektronik ist eine Schlüsseltechnologie, sie ist forschungsintensiv und gleichzeitig grundlegend für Wohlstand und technologische Souveränität“, so Dorothee Bär. Deutschland verfüge über ein exzellentes Ökosystem aus Wissenschaft und Industrie, Halbleiterherstellern, Zulieferern und Anwendern von Mikroelektronik – dieses wolle man gezielt stärken. Ziel sei unter anderem, Deutschland zum europäischen Zentrum für Chipdesign zu entwickeln und den Transfer von Forschungsergebnissen in die Wirtschaft zu beschleunigen.
„Die jüngste Vergangenheit hat gezeigt, wie anfällig unsere Wirtschaft ist, wenn Chips nicht geliefert werden können“, ergänzt Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche. Ohne Mikroelektronik funktioniere weder Auto noch Energieinfrastruktur noch Kommunikationsnetz. Die Strategie ziele darauf ab, dass Deutschland nicht nur Anwender, sondern auch Entwickler und Hersteller bleibt – und dabei wettbewerbsfähige Standorte, verlässliche Rahmenbedingungen und gezielte Förderung sicherstellt.
Sechs Handlungsfelder und drei Leitmotive
Die Strategie gliedert sich in sechs miteinander verzahnte Handlungsfelder:
- Ausbau der Fähigkeiten im Chip-Design
- Beschleunigung des Transfers von Forschungsergebnissen in die industrielle Fertigung („from lab to fab“)
- Gewinnung und Qualifizierung von Fachkräften
- Anreize für Investitionen
- Stärkung europäischer und internationaler Kooperationen
- Sicherstellung verlässlicher Rahmenbedingungen für Produktion und Forschung
Drei zentrale Leitmotive bestimmen die Ausrichtung:
- Stärkung bestehender Kompetenzen: Insbesondere dort, wo europäische Fähigkeiten in der globalen Halbleiterwertschöpfung unverzichtbar sind.
- Erschließung neuer Technologien: Forschung soll die nächste Chip-Generation vorbereiten und wirtschaftlich relevante Anwendungen erschließen.
- Resilienz der Lieferketten: Neben Kapazitäten und Marktanteilen stehen Sicherheit und kritische Infrastrukturen im Fokus, ebenso wie Schlüsseltechnologien wie KI und Quantencomputing.
Europa und die Welt im Blick
Die Mikroelektronik ist global und europäisch vernetzt. Die Strategie sei auf internationale Kooperationen abgestimmt und unterstütze die Ziele der im September vorgestellten „Semicon Declaration“. Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) sowie Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) wollen die Umsetzung im engen Dialog mit Wirtschaft, Wissenschaft, Ländern und Verbänden begleiten.
Ein „Chips Office“ soll künftig als zentrale Schnittstelle für alle Stakeholder dienen. Zudem wird ein Kompetenzzentrum für Chip-Design aufgebaut. Leitprojekte wie der „Supercomputer im Auto“ sollen die deutsche Automobil- und Maschinenbauindustrie zukunftsfest machen. Parallel treibt das BMWE europäische Projekte wie das IPCEI „Advanced Semiconductor Technologies“ voran.
Technologisch souverän, wirtschaftlich stark und innovationsfähig
Mit der Mikroelektronik-Strategie will die Bundesregierung ein klares Signal setzen: Deutschland will technologisch souverän, wirtschaftlich stark und innovationsfähig bleiben. Die Weichen für die Chips von morgen – und für die Unternehmen, die sie entwickeln und nutzen – sollen jetzt gestellt werden.
Quelle: Bundesministerium für Forschung, Technik und Raumfahrt (BMFTR)









