Wirtschaft + Unternehmen

Juwi schmiedet Bündnis für kommunale Windkraft

Die Energieversorgung Filstal, die Stadtwerke Am See, Bietigheim-Bissingen, Mühlacker, Schwäbisch Hall und Tübingen kooperieren als "KommunalPartner" mit der Juwi-Gruppe. Die Partner wollen künftig gemeinsam Windenergie-Anlagen in Baden-Württemberg entwickeln.

Baden-Württemberg ist wirtschaftlich gesehen ein echter Spitzenreiter. Nur bei dem Ausbau der erneuerbaren Energien hinkt das Land hinterher. Beispiel Windenergie: Hier liegt das drittgrößte Bundesland bei der installierten Leistung im Ländervergleich auf Platz 12. Das zu ändern, haben sich die "KommunalPartner" auf die Fahnen geschrieben. Sie sind ein Zusammenschluss der Energieversorgung Filstal und der Stadtwerke Am See, Bietigheim-Bissingen, Mühlacker, Schwäbisch Hall und Tübingen.

Um die Windkraft in Baden-Württemberg voran zu bringen, wollen sie mit Deutschlands Marktführer bei der Projektierung von Erneuerbaren-Energien-Anlagen, der Juwi-Gruppe, ein Unternehmen gründen. Dazu haben die Partner nun in Markdorf am Bodensee einen Kooperationsvertrag unterzeichnet. Gemeinsam werden sie künftig vorrangig Windparks projektieren und auch betreiben. Planungsgebiet ist hier zunächst Baden-Württemberg; gemeinsame Projekte über die Landesgrenzen hinaus sind aber nicht ausgeschlossen.

Marc Krezer, Juwi-Bereichsleiter für die Projektentwicklung in Baden-Württemberg, sagt: "Wir freuen uns mit den Stadtwerken starke Partner für die Energiewende in Baden-Württemberg gefunden zu haben. Gemeinsam können wir das Bundesland bei diesem Thema voranbringen." Seit Juni 2012 ist Juwi in Baden-Württemberg mit einem Regionalbüro in Ostfildern, südlich von Stuttgart, präsent. Den Firmensitz hat das 1.800-Mitarbeiter starke Unternehmen im rheinhessischen Wörrstadt bei Mainz. Sabine Pierau, bei Juwi als Regionalleiterin von Karlsruhe aus tätig, sagt: "In der gemeinsamen Projektentwicklungsgesellschaft werden wir unsere Expertise auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien einbringen." Ortwin Wiebecke, kaufmännischer Geschäftsführer der Stadtwerke Tübingen und Geschäftsführer der "KommunalPartner", ist überzeugt, dass es in Baden-Württemberg noch viele gute und noch unerschlossene Standorte gibt: "In der Vergangenheit wurde hier zu wenig getan. Wir als "KommunalPartner" engagieren uns zusammen mit Juwi, weil wir das bereits bestehende Engagement der einzelnen Stadtwerke im Bereich der erneuerbaren Energien landesweit ausdehnen und durch einen renommierten Projektentwickler verstärken möchten. Wir wollen hier für die Kommunen ein starker Partner sein. Nur im Miteinander auf Augenhöhe können komplexe Projekte umgesetzt werden. Diese Philosophie hat nicht zuletzt auch die Partner "KommunalPartner" und Juwi zusammengebracht."

Nach kartellrechtlicher Freigabe können die Kooperationspartner die ersten gemeinsamen Windprojekte in Baden-Württemberg realisieren.

Zur KommunalPartner Beteiligungsgesellschaft mbH & Co KG

Mit ihrer Gründung am 28. Februar 2005 traten die "KommunalPartner" erstmals öffentlich in Erscheinung. Gründer sind sechs kommunale Energieversorger aus Baden-Württemberg: Die Energieversorgung Filstal, die Stadtwerke Am See, Bietigheim-Bissingen, Mühlacker, Schwäbisch Hall und Tübingen. Im Rahmen von Minderheitsbeteiligungen bieten die "KommunalPartner" kleinen und mittelgroßen Versorgungsunternehmen Kapital und garantieren ihnen trotzdem ihre Eigenständigkeit. Der besondere Fokus liegt auf der gemeinsamen Gestaltung der Energiewende, insbesondere auf der Realisierung von Windkraftprojekten in Baden-Württemberg.

Zur Juwi-Gruppe

Juwi zählt zu den weltweit führenden Spezialisten für erneuerbare Energien mit starker regionaler Präsenz und bietet Projektentwicklung sowie Produkte und Dienstleistungen rund um die Energiewende an. Unser Ziel: 100 Prozent erneuerbare Energien. Unser Antrieb: Mit Leidenschaft erneuerbare Energien wirtschaftlich und zuverlässig gemeinsam durchsetzen. Juwi ist der kompetente Partner für eine nachhaltige Energieversorgung mit regionalen Schwerpunkten.

Gegründet wurde juwi 1996 von Fred Jung und Matthias Willenbacher in Rheinland-Pfalz. Heute beschäftigt das weltweit tätige Unternehmen mehr als 1.800 Mitarbeiter in über 15 Ländern und erzielte im Jahr 2012 einen Jahresumsatz von rund 1,1 Milliarde Euro. Zu den Geschäftsfeldern der Juwi-Gruppe zählen vor allem Projekte mit Solar-, Wind- und Bioenergie, aber auch Lösungen für die Direkt- und Eigenversorgung mit Strom und Wärme aus erneuerbaren Energien. Juwi entwickelt zudem Komponenten, um Strom aus erneuerbaren Energien günstiger zu machen. Speichertechnologien (z.B. Juwi Home Power, der Batteriespeicher für Solaranlagen), nachhaltige Gebäudetechnik und Holzbrennstoffe runden das Portfolio ab.

Bislang hat Juwi im Windbereich rund 660 Windenergie-Anlagen mit einer Leistung von etwa 1.280 Megawatt an über 100 Standorten realisiert; im Solarsegment sind es mehr als 1.500 PV-Anlagen mit einer Gesamtleistung von ebenfalls rund 1.280 Megawatt. Diese Energieanlagen erzeugen zusammen pro Jahr rund 4,5 Milliarden Kilowattstunden Strom; das entspricht in Deutschland dem Jahresbedarf von etwa 1,3 Millionen Haushalten. Im Bioenergie-Bereich kann Juwi zahlreiche Referenzen für Holzpellets-Produktionsanlagen, Biogasanlagen und Nahwärmenetze mit Contracting-Lösungen aufweisen. Für die Realisierung der Energieprojekte hat das Unternehmen insgesamt in den vergangenen 16 Jahren ein Investitionsvolumen von mehr als fünf Milliarden Euro initiiert.

Die Gruppe verfügt über Niederlassungen in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Tschechien, Griechenland, Polen, Bulgarien, Großbritannien, Indien, Singapur, Südafrika, Chile, den USA/Kanada und Costa Rica. In Deutschland hat Juwi Niederlassungen und Regionalbüros in mehreren Bundesländern. kf

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