Wirtschaft + Unternehmen

Bosch Rexroth freut sich: Oh, so schön ist Panama

Als der Panamakanal 1914 seinen Betrieb aufnahm, beherrschten noch Dampfschiffe und Segler die Weltmeere. Mit moderneren Antrieben sind auch die Schiffsgrößen gewachsen und heute passen bereits 60 Prozent der Welthandelsflotte nicht mehr durch den Panamakanal. Mit dem Ausbau können künftig auch bis zu 366 Meter lange und 49 Meter breite Schiffe Reisezeit, Kosten und CO2-Emissionen einsparen.

Bosch Rexroth liefert mehr als 150 Hydraulikaggregate für die Sanierung des Panamakanals.

Als Lieferant für den Stahlbau der Rollschütze beauftragte die südkoreanische Werft Hyundai Samho Heavy Industries (HSHI) Bosch Rexroth mit der Planung, dem Bau und der Inbetriebnahme von 158 kundenspezifischen Hydraulikaggregaten und Antriebszylindern für den Betrieb der Wasser regulierenden Rollschütze. Das Schleusendesign setzt dabei ganz auf Ressourcen schonenden Betrieb. Jede Schleusenkammer ist über kommunizierende Röhren mit je drei Wassersparbecken verbunden. Zum Anheben der Schiffe öffnen die Rexroth-Antriebe die entsprechenden Zuleitungen und das Wasser aus den Sparbecken füllt per Schwerkraft die Schleusenkammer. Anders als bei der bisherigen Technik fließt das Wasser nach dem Schleusenvorgang in die Becken zurück. Lediglich 40 Prozent der für eine Schleusung notwendigen Wassermenge kommen aus dem künstlich angelegten Gatunsee. Die bestehenden Schleusen dagegen entnehmen die gesamte Wassermenge aus dem See und leiten sie anschließend komplett ins Meer ab. So senkt der Ausbau trotz wesentlich größerer Schleusenkammern den Frischwasserverbrauch gegenüber den bestehenden Schleusen sogar um sieben Prozent und entlastet damit den regionalen Wasserhaushalt nachhaltig.

Anzeige

Rexroth konnte bei der internationalen Ausschreibung auf Erfahrungen mit zahlreichen Großprojekten rund um den Stahlwasserbau und die Bündelung des weltweiten Produktionsverbunds verweisen. Bei diesem Projekt koordinieren Spezialisten des Antriebs- und Steuerungsspezialisten Kompetenzen und Fertigungskapazitäten aus Deutschland, den Niederlanden, China, Südkorea und den USA. Die Anwendung stellt besonders hohe Anforderungen an die Verfügbarkeit der Automatisierungslösung: Auf 100.000 Betriebsstunden - das entspricht mehr als 11,5 Jahren Rund-um-die-Uhr-Betrieb - dürfen die Ausfallzeiten insgesamt nur weniger als vier Stunden betragen. Nach dreijähriger Bauzeit soll die offizielle Eröffnung im Jubiläumsjahr 2014 stattfinden. bw

  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Anzeige

Wettbewerbsvorteile bei großen Maschinen

Ob 3D-gedruckte Bauteile für Maschinen und Anlagen, Prototypen oder Hilfsmittel für die Konstruktion: Die Additive Fertigung ist für moderne Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau sowie in der Automatisierung nahezu unverzichtbar, wenn man in der...

mehr...

Lineartechnik

Transporttechnik aus dem Baukasten

Viele Transportaufgaben lassen sich mithilfe von Lineartechnik realisieren. Um das Zusammenspiel von Lineareinheit, Motor, Getriebe und Steuerung zu vereinfachen, bieten sich vorkonfigurierte Lösungen an. So kann der Aufwand für Recherche und...

mehr...
Jetzt Newsletter abonnieren