Wirtschaft + Unternehmen

Automatica: Branche erwartet Wachstumsimpulse

"Wir freuen uns über ein ganz außerordentliches Geschäftsjahr 2011 und sind auch mit den aktuellen Auftragseingängen sehr zufrieden", erklärte Dr. Michael Wenzel, Geschäftsführer der Reis Group und Vorsitzender des Vorstands von VDMA Robotik + Automation, anlässlich der Pressekonferenz zur Automatica am vergangenen Dienstag in München. Die Branche erwartet von ihrer internationalen Leitmesse, die vom 22. bis 25. Mai 2012 in München stattfindet, weitere Wachstumsimpulse.

Montage eines Pendelrollenlagers

"Auch 2012 stellen wieder alle Key Player aus, und wir freuen uns auf gut 33.000 internationale Fachbesucher, die von dem fertigungstechnischen Know-how der Aussteller profitieren und ihre Wettbewerbs-fähigkeit durch den Einsatz intelligenter Automatisierungstechnik steigern möchten", so Wenzel.

Umsatz 2011 um 35 Prozent gestiegen

"Die deutschen Hersteller von Industrieller Bildverarbeitung, von Montage- und Handhabungstechnik sowie von Robotik verzeichneten mit 35 Prozent das stärkste Umsatzwachstum aller Zeiten auf 10,2 Milliarden Euro. Der Branchenumsatz hat damit auch den des Jahres 2008 (9,3 Milliarden Euro), dem besten Jahr vor der Finanz- und Wirtschaftskrise, weit hinter sich gelassen. Auch für 2012 rechnen die Hersteller mit einem soliden Wachstum von vier Prozent. Damit wird ein neuer Umsatzrekord in Höhe von 10,6 Milliarden Euro erreicht und die Erfolgsgeschichte der Robotik und Automation eindrucksvoll fortgeschrieben", berichtete Wenzel.

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Neue Spitzenwerte in allen Fachzweigen

Die Hersteller von Industrieller Bildverarbeitung steigerten ihren Umsatz um 20 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. Die Branche hatte schon 2010 das Vorkrisenniveau übertroffen, während die Robotik sowie die Montage- und Handhabungstechnik erst 2011 neue Spitzenumsätze erzielten. Die Robotik erreichte mit einem Rekordwachstum von 43 Prozent ein Umsatzvolumen von 2,8 Milliarden Euro. Auch die Montage- und Handhabungstechnik erreichte mit einem Plus von bislang einmaligen 36 Prozent einen neuen Spitzenwert von 5,9 Milliarden Euro. Für 2012 erwarten die Hersteller von Robotik und Industrieller Bildverarbeitung eine weitere Umsatzsteigerung von fünf Prozent, die Hersteller von Montage- und Handhabungstechnik von vier Prozent.

Weltweiter Trend zur Automatisierung

Rationalisierung, Produktivitätssteigerung, kürzere Durchlaufzeiten, schnellere Taktzeiten und ein hoher Anspruch an die Produktqualität sind und bleiben die bestimmenden Faktoren für den Einsatz von Industrieller Bildverarbeitung, von Montage- und Handhabungstechnik sowie von Robotik, betonte Wenzel. Ein hoher Automatisierungsgrad sei auch für die Verkürzung der Time-to-Market wichtig. "Mehr noch als die meisten Anwenderbranchen erfordern erneuerbare Energien und Elektromobilität eine massive Kostendegression, um einen erfolgreichen Marktausbau realisieren zu können. Elektromotoren, Hochleistungsbatterien, Leistungs-elektronik und Photovoltaik werden durch Fertigungsautomatisierung in der Massenproduktion preiswerter", so Wenzel weiter.

Deutschland wichtigster Markt für Robotik-Hersteller

Der Umsatz im Inland erhöhte sich 2011 um rund 30 Prozent und damit bleibt Deutschland der stärkste und wichtigste Markt für die deutsche Robotik. Der Anteil am Gesamtumsatz ist aufgrund der noch dynamischer wachsenden Exporte zwischen 2008 und 2011 von 55 Prozent auf 51 Prozent gesunken. 2011 sind die Exporte um etwa 41 Prozent gestiegen. China hat im vergangenen Jahr seine Position als stärkstes Zielland für die Exporte der Hersteller von Industrieller Bildverarbeitung, Montage- und Handhabungstechnik sowie Robotik mit einem Anteil von 12 Prozent ausgebaut. Auch die Umsätze in den europäischen Ländern erhöhten sich 2011 insgesamt überdurchschnittlich. "Damit hat Europa seine Stellung als größte Exportregion für die deutschen Hersteller wieder gefestigt. Allerdings liegt der Umsatzanteil noch unter dem Vorkrisenniveau", teilte Wenzel mit. "Das Wachstum in Nordamerika ist unter den Erwartungen geblieben - obwohl vor allem in den USA die produzierenden Unternehmen gezwungen sind, zu automatisieren und zu modernisieren. Diese Investitionen sind zwar 2011 angelaufen, haben aber noch nicht die erwartete Dynamik erreicht", sagte Wenzel.

Automobilbau ist Treiber des Wachstums

"Die Automobilindustrie war eindeutig der Motor des starken Umsatzwachstums und bleibt es auch im laufenden Jahr", erklärte Wenzel. "Neue und verbesserte Antriebstechnologien, neue Materialien und neue Fertigungsmethoden sowie Kapazitätserweiterungen in den Wachstumsmärkten haben die Investitionen in Robotik und Automation dauerhaft gesteigert." Allein in Deutschland installierte die Automobilindustrie 2011 über 10.500 neue Industrieroboter und damit über 50 Prozent mehr als 2010. Pro 10.000 Beschäftigte waren 2010 in der Automobilindustrie in Deutschland 1.130 Industrieroboter installiert. Das ist international die dritthöchste Roboterdichte.

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Robotik + AutomationDie Charts zum Statement von Dr. Michael Wenzel
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