Motek 2022
Arbeitsmesse für Anwender
Die diesjährige Motek vom 4. bis 7. Oktober in Stuttgart markiert nicht nur das 40-jährige Jubiläum der Veranstaltung, sondern auch das 60-jährige Jubiläum des Messeveranstalters P.E. Schall. Mit Geschäftsführerin Bettina Schall sprach Daniel Schilling über Highlights gestern und heute und in welche Richtung sich die Messe weiterentwickeln soll.
Frau Schall, 1982 fand die erste Motek in Sinsheim statt, dieses Jahr feiert sie in Stuttgart ihr 40-jähriges Jubiläum. Bei allen Veränderungen und allem technologischen Fortschritt: Was ist gleich geblieben? Was macht die Motek aus?
Der Charakter der Motek ist durch all die Jahre authentisch geblieben: Es war von Anfang an eine pragmatische Arbeitsmesse mit Praxisbezug. Es stand immer im Mittelpunkt, dass sich Anbieter und Anwender persönlich und in Ruhe treffen können, um konkrete betriebliche Problemstellungen zu erörtern. Der Fachbesucher soll mit einer realisierbaren Antwort auf seine Fragen zurück in seine Fertigung gehen können und dort Verbesserungen umsetzen. Die Motek war noch nie eine Showveranstaltung, sondern immer eine anwendungsbezogene Kommunikations- und Geschäftsplattform für die Investionsgüterindustrie. Das wird auch so bleiben.
Was ist Ihnen aus Ihrer eigenen Motek-Geschichte besonders in Erinnerung geblieben?
Als besonders beeindruckend bleibt mir in Erinnerung, wie solide und weitsichtig sich viele Unternehmen aus unserer Branche der Montage- und Produktionsautomatisierung durch die Jahre entwickelt haben. Es gab ja nicht nur Boom-Zeiten. Und die gegenwärtigen Herausforderungen sind alles andere als einfach. Aber viele unserer Aussteller sind gestandene Maschinenbauer, Familienunternehmen mit einer festen Basis, die sich mit Pragmatismus, gesunder Bodenständigkeit und sehr hohem Engagement überaus erfolgreich im Markt behaupten. Sie sind resilient und hochgradig innovativ. Der Motek-Spirit ist durch und durch zukunftsgewandt und praxisorientiert. Dieser spezifische Motek-Geist, diese „Macher-Atmosphäre“ kommt ja durch die Aussteller selbst, den geben wir als Messeveranstalter nicht vor. Freilich hat Paul Eberhard Schall diesen besonderen Geist einst auch mitgeprägt und vorgelebt. Getrieben durch diverse Trends und bei durchaus rauem Wettbewerb halten unsere Unternehmen den hohen Anforderungen stand und sind hier auf der Messe ganz für ihre Kunden da. Mich beeindrucken diese unternehmerischen und technologischen Leistungen gleichermaßen.
Nicht nur die Motek feiert Jubiläum, auch die P. E. Schall GmbH feiert ein rundes Jubiläum: Ihr verstorbener Ehemann, Paul Eberhard Schall, hat das Unternehmen 1962 gegründet. Was planen Sie, um das Doppeljubiläum zu würdigen?
Rauschende Feste sind unsere Sache ja nicht. Wir fokussieren vielmehr diesen Messeherbst und den optimalen Ablauf der Motek/Bondexpo in Stuttgart und der Optatec in Frankfurt am Main ein paar Tage später. Unser Messeteam richtet alle Aufmerksamkeit darauf, die Anliegen der Aussteller zu berücksichtigen und bestmöglich umzusetzen. Auch wenn die messefreie Zeit zum Glück hinter uns liegt, noch immer ist für Wirtschaft und Gesellschaft die Coronapandemie ein Thema. Deshalb wollen wir stets eine bestmögliche Geschäftsplattform zur Verfügung stellen. Unser Hauptaugenmerk liegt in diesem Jahr wie in allen anderen Messejahren auf der optimalen und pragmatischen Ausgestaltung der Messe als Kommunikationsgrundlage, auf der Anbieter und Anwender geschäftlich erfolgreich sein können.
Noch einmal zur Motek 2022: Was sind für Sie die Highlights der diesjährigen Veranstaltung?
Ein Highlight insgesamt ist der Modernisierungsschub vor allem hinsichtlich der Energieeinsparung in allen Bereichen und auf allen Ebenen, der ja längst deutlich eingesetzt hat. Das wird sich in vielen Neuerungen und Details auswirken. Noch mehr Digitalisierung und Automatisierung, noch mehr Software, noch mehr Unterstützung durch künstliche Intelligenz, noch effizientere Abläufe. Ich denke, die Motek/Bondexpo wird den Fertigungsbetrieben an vielen Stellen zukunftsweisende Antworten auf die ernsten Fragen der Gegenwart geben können.
Sind die Auswirkungen von Corona oder dem russischen Angriff auf die Ukraine noch spürbar gewesen bei der Vorbereitung?
Ja, schon bei den Anmeldungen im Verlaufe der vergangenen Monate war deutlich zu spüren, dass die Unternehmen den Fokus darauf legen, noch wirtschaftlicher, noch sparsamer, noch effizienter, noch verlässlicher zu produzieren. Sie müssen sich entsprechend ausrüsten. Wir alle wissen, wie die Kosten durch die Decke gegangen sind und wie die Lieferketten zerbröckelten. Die Unsicherheit und Zurückhaltung konnten auch wir als Messeveranstalter spüren, das ist doch klar. Zugleich ist aber auch ein Schub nach vorn zu spüren, denn die aktuellen Ereignisse zwingen die Branche in die Offensive und zu noch mehr Innovationen.
In welche Richtung wird sich die Motek bis zu ihrem Goldenen Jubiläum 2032 weiterentwickeln?
Die Themen-Inhalte werden sich auch künftig rund um die Produktionsautomatisierung drehen. Wir passen regelmäßig die Nomenklatur und Themenstruktur an, damit der Messeaufenthalt für Aussteller und für Fachbesucher so effizient wie möglich bleibt. Auch das Messekonzept der Motek/Bondexpo bleibt verlässlich – es bleibt eine praxisnahe, anwenderorientierte Arbeitsmesse für Fachbesucher. Worauf es auch in Zukunft ankommt und was wirklich zählt, sind die Qualität der Fachgespräche und konkrete Lösungsfindungen. Aber Dreh- und Angelpunkt sind natürlich die technologischen Entwicklungen unserer Branche, auf die wir sehr gespannt sind – sie bestimmen ja, was Unternehmen auf der Messe präsentieren. Hier wird die Digitalisierung mit einem Schub nach vorn rücken, die Energieeffizienz, das nachhaltige Wirtschaften und Produzieren. Wir werden noch viel mehr durchgehend automatisierte Abläufe und vernetzte Systeme sehen, die Rücksicht auf alle Ressourcen nehmen. Was gut und wichtig, ist, denn sie sind ja nicht unendlich verfügbar.
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dsc
Motek, http://www.motek-messe.de








