Wirtschaft + Unternehmen

„Steigende Anforderungen an PLM-Systeme“

Ende Oktober trafen sich Anwender der Open Source PLM-Lösung von Aras zur zweiten deutschsprachigen Konferenz im hessischen Bad Soden. Bestimmende Themen waren die Weiterentwicklung der PLM-Lösung sowie Wege zu PLM-Projekten ohne finanzielles Risiko. Einen interessanten Einblick in die Praxis boten verschiedene Unternehmen, die Aras Innovator einsetzen.

Open Source bedeutet auch Community. Diese traf sich, um die Weiterentwicklung der PLM-Lösung zu diskutieren. Dazu wurde eine Roadmap definiert mit folgenden Inhalten: Die Möglichkeiten zur direkten Integration von CAD-Systemen und Microsoft Office-Applikationen soll weiter ausgebaut werden. Eine Plattform-unabhängige Produktstrategie soll künftig den Zugriff auf Aras Innovator mit den gängigen Web-Browsern auch über den Internet Explorer hinaus ermöglichen. Außerdem ist die Unterstützung zusätzlicher mobiler Plattformen sowie weiterer Datenbanken vorgesehen - bislang läuft Aras ausschließlich mit Microsoft SQL-Server.

Peter Schroer, CEO und Firmengründer von Aras, zeigte auf der Tagung, wie die Komplexität in der Produktentwicklung rapide steigt. Dies führe zu neuen Anforderungen an die PLM-Software: Die Kombination von Produktdaten aus Elektronik, Software, Simulation und Fertigung überlaste heute die meisten Software-Systeme. Das beherrschende Thema der großen Hersteller im Automobil- und Maschinenbau, aber auch in der Luft- und Raumfahrt sowie vergleichbaren Industrien, sei deshalb das Komplexitätsmanagement.

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Steigende Gesamtkomplexität

Für den PLM-Experten Professor Martin Eigner, Technische Universität Kaiserslautern, werden Software-Komponenten in der Produktentwicklung immer mehr zum beherrschenden Faktor, wodurch die Gesamtkomplexität eines Produktes weiter steigt. Zudem kommen in der Entwicklung von Hardware, Software und Elektronik ganz unterschiedliche Prozesse und Software-Werkzeuge zum Einsatz. Auch die Innovationszyklen fallen in diesen Disziplinen vollkommen unterschiedlich aus. Anstatt mit einer hohen Variantenvielfalt die Situation weiter zu verschärfen, wie es deutsche Ingenieure vielfach vormachen, setze beispielsweise die japanische Automobilindustrie verstärkt auf eine Komponentenbildung, um so die zu verwaltende Vielfalt zu reduzieren. Nach Meinung von Eigner muss die Komplexitätsbeherrschung zunächst in den Köpfen der Ingenieure erfolgen.

Die Veranstaltung wurde durch interessante Kundenvorträge abgerundet. Dazu zählten unter anderem Getrag Ford Transmissions, ein Anbieter von Getrieben für die Automobilindustrie, sowie die Hakama AG, ein Schweizer Spezialanbieter von Feinblechlösungen. Diese gaben Einblicke in die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten von Aras Innovator im Bereich Systems Engineering. Bei Getrag Ford Transmissions sind mittlerweile Lösungen für eine Zeichnungsverwaltung, für das Application Lifecycle Management in der Software-Entwicklung sowie für die Budget-Planung und das 8D-Handling nach CAPA (Corrective And Preventive Actions) im Bereich Qualitätssicherung entstanden. Eine Vielzahl an weiteren PLM-Lösungen sei bereits in Planung. Für die Hakama AG stand der breite Einsatz von Aras im Vordergrund: Langfristiges Ziel sei es, dass auch über die Entwicklungsabteilung hinaus möglichst viele Mitarbeiter mit einer zentralen PLM-Lösung arbeiten.

Um die Entwicklung der PLM-Lösung weiter voranzutreiben, können sich Anwender ab sofort noch intensiver einbringen: Hierfür wurde im Internet eine neue Diskussionsplattform für Ideen und Vorschläge geschaffen, die unter der Adresse http://www.aras.com/projects erreichbar ist. -sg-

Aras Software AG, CH-Solothurn Tel. 0041/32/6361106, http://www.aras.com

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