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Artikel und Hintergründe zum Thema

Werkstoffe

Zink big!

Ruft man sich wohl in der Siegener Verzinkerei Holding (SVH) zu. Denn das Unternehmen hat an ihrem Standort Kreuztal jüngst den größten Verzinkungskessel Deutschlands installiert. Mit den Maßen von 19,5 Meter Länge, 1,8 Meter Breite und 3,2 Meter Tiefe stößt es in eine neue Dimension der Verzinkung vor.

In Kreuztal beschäftigt die SVH rund 120 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Jahrsumsatz von 18 Millionen Euro. Vor diesem Hintergrund ist die Gesamtinvestition von 1,8 Millionen Euro für die von Mai 2008 bis Januar 2009 erstellte Anlage eine relativ hohe Summe. Die ist jedoch im Zusammenhang mit der konsequent umgesetzten Wachstums- und Zukunftsstrategie der europaweit aufgestellten Holding zu sehen. Denn mit dem neuen Kessel nimmt die Attraktivität der leistungsstärksten Verzinkerei als Korrosionsschutzzentrum (Normaltemperatur-Verzinkung, Hochtemperatur-Verzinkung und Pulverbeschichtung) der Region „deutlich zu“, so der Geschäftsbereichsleiter der Kreuztaler Niederlassung Holger Peterkord. Zusätzlich trägt die Gesamtanlage mit neuer Filteranlage und Wärmerückgewinnung aktiv zum Umweltschutz des Unternehmens bei und erschließt über Ressourcenschonung Einsparpotenziale.

Insbesondere Stahlbauern bieten sich zukünftig klare Konstruktionsvorteile, da die einzelnen Bauteile für das Stückverzinken in einem Tauchgang nun bis zu 19,2 Meter lang sein können. Bislang mussten derart große Stahlteile zweimal getaucht werden. Weil sich dann die Zinkschichten überlagern, entstehen sogenannte Narben, die aufwändige Nacharbeiten notwendig machen. Diese Nacharbeiten entfallen in Kreuztal zukünftig. Für die Stahlbauer ergeben sich insgesamt Zeit- und Kostenvorteile, da es unter dem Strich günstiger ist, wenige große Teile als viele kleine Teile einzusetzen. Das Gesamthandling vom Konstruktionsentwurf über den Transport bis zur Montage (weniger Schweiß- und Schraubverbindungen) wird deutlich einfacher. Auch Doppeltauchungen bis 30 Meter sind nach wie vor möglich. Dank der größeren Tiefe des Beckens profitieren insbesondere Schlosser- und Handwerkskunden von der weiter verbesserten Oberflächenqualität. Im Anschluss an die Endmontage wurde der neue Kessel mit 750 Tonnen Zink gefüllt. Um die Verzinkungsabläufe in Kreuztal weiter zu optimieren, hat die SVH zusätzliche Investitionen in die Vergrößerung der Vorbehandlungsbecken geplant. Hier werden die Bauteile vor dem Verzinken in mehreren Tauchgängen metallisch gereinigt.

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Übrigens: Neben dem größten Verzinkungskessel Deutschlands verfügt die SVH am Standort Kreuztal zusätzlich über eine hochmoderne und weltweit einzigartige Hochtemperatur-Verzinkungsanlage. Mittels Temperaturen von bis zu 630 Grad werden Verzinkungsergebnisse erreicht, die selbst den besonders anspruchsvollen Korrosionsschutz-Anforderungen der Automobilindustrie gerecht werden. ms

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