Lochstanzen im Karosseriebau

Löcher auf engem Bauraum einbringen

Das Einbringen von zusätzlichen Löchern im Karosserierohbau ist grundsätzlich keine Herkules-Aufgabe. Schwierig wird es aber, wenn eine ganze Reihe von Löchern auf sehr engem Bauraum, vorzugsweise in einer Operation, eingebracht werden müssen. Tünkers hat eine Technologie entwickelt, die diesen Produktionsschritt vereinfacht.

Der batterieförmigen Aufbau der gesamten Stanzvorrichtung ermöglicht das Stanzen von Löchern auch in geschwungene Oberflächen.

Ausschließlich für den südamerikanischen Markt wird der Chevrolet Onix hergestellt. Das Pkw-Modell des Automobilherstellers General Motors ist das mittlere Modell der Kleinwagenklasse. In den ersten 18 Monaten nach seiner Einführung wurden bereits 13.000 Exemplare verkauft.

Neben den engen Platzverhältnissen stellten die geschwungene Oberfläche, die verschiedenen Lochabstände und die Platzierung der Löcher auf diversen Ebenen die Herausforderungen beim Lochstanzen dar.

Um an der rechten und linken Autoseite am Schweller des Onix den Seitenschweller anbringen zu können, mussten jeweils zehn Löcher mit neun Millimeter Durchmesser in ein Blech von 0,65 Millimeter Dicke gestanzt werden. Neben den engen Platzverhältnissen stellten die geschwungene Oberfläche, die verschiedenen Lochabstände und die Platzierung der Löcher auf verschiedenen Ebenen die besonderen Herausforderungen dieser Aufgabenstellung dar.

Von Vorteil erwiesen sich beim Lochstanzen der Schweller die sehr schmalen Tünkers C-Bügel mit Flachoval-Multikraftzylinder, die einen batterieförmigen Aufbau der gesamten Stanzvorrichtung ermöglichen. Diese C-Bügel sind modular aufgebaut. Sie bestehen aus je einer Antriebseinheit, in den neben dem eigentlichen Antriebszylinder auch die Werkzeugführung, die Endlagenabfrage und falls erforderlich die Verdrehsicherung untergebracht ist. Die seitlichen Anflanschflächen ermöglichen außerdem eine einfache Gestaltung des C-Bügels.

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Der Chevrolet Onix fährt nur in Südamerika. (Quelle: GM Brasil)

Als Antriebe können wahlweise Hydraulik-Zylinder, Multikraft-Zylinder und Hydro-Air-Zylinder eingesetzt werden. Die gewichtsoptimiert ausgelegten C-Bügel werden auf die Anwendungen und Prozesskräfte hin abgestimmt. Neben Standards liefert das Unternehmen auch angepasste C-Bügel-Lösungen für den spezifischen Anwendungsfall – zum Stanzen, Prägen, Fügen, Setzen von Stanzmuttern, Bördeln. Mit Hüben bis maximal 300 mm und Ausladungen bis maximal 800 mm lassen sich mit der C-Bügel-Konstruktion großdimensionierte Zangenfenster realisieren und damit ein breites Feld von Applikationen in der Umformtechnik umsetzen. Bei extremen Hüben und dem Einsatz von Mehrfachwerkzeugen empfiehlt sich zusätzlich eine externe Führung und Verdrehsicherung. Diese wird als Linearführung auf der C-Bügel-Innenseite oder als Säulenführung realisiert.

Mit insgesamt sechs platzsparenden Batterien von C-Bügeln mit Multikraft-Zylindern in Flachbauweise wurde die Anforderung der Brasilianer gelöst. Diese Einheiten bestanden aus vier C-Bügeln mit zwei Stempeln mit Konturmatrizen und zwei C-Bügeln mit einem Stempel mit Konturmatrize. Da der Seitenschweller später die Löcher verdeckt, konnte von innen nach außen gestanzt werden. ee

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