SD-Speicherkarten
Saia-Burgess automatisiert Multifunktionsbauwerk
Industrielle SD-Flashspeicherkarten sind der "Datenschlüssel" für Automatisierungs-Projekte, die von einfachen Lichtsteuerungen bis zum komplexen Steuerungssystem eines Fußballstadions reichen. Als sichere und flexible "Datenbox" kann diese Speicherkarte zusammen mit einem Automationsserver, der sich in jeder Steuerung befindet, sogar eine PC-basierte Leitwarte ersetzen.
Als die Fußballmannschaft von Le Mans in die erste Liga aufstieg, musste ein neues Stadion her. Die Entscheidung fiel auf eine Multi-Event-Arena mit 25 000 Sitz- bzw. 38.000 Stehplätzen mit integriertem Hotel, die innerhalb von nur zweieinhalb Jahren fertig gestellt worden ist. Angesichts der Ausdehnung des neuen Stadions und der vielfältigen Anforderungen machte es Sinn, die Gebäudeleittechnik dezentral aufzubauen. Das zentrale technische Managementsystem steuert Beleuchtung, Warmwasseraufbereitung und -verteilung, Heizung und Kühlung sowie das Wasser für den Sanitärbereich. Der Automationssystemintegrator "Garczynski Traploir" aus Le Mans wählte dafür PCD-Steuerungen der Schweizer Firma Saia-Burgess.
Die Steuerungen kommunizieren untereinander über ein redundantes Gigabit-Ethernet-Netzwerk auf Lichtleiterbasis. Dabei erfasst der Betreiber ca. 4.500 Datenvariablen von Beleuchtung, Heizung, Lüftern, Wasser und Energie auf SD-Speicherkarten. Dieses Automatisierungskonzept vereinfacht nicht nur die Wartung und Optimierung der Anlage, sondern sorgt neben einer sicheren Datenhaltung auch dafür, dass Daten, Anwender-Programme und Dokumentationen selbst bei Kommunikationsunterbrechungen stets vor Ort verfügbar sind.
Datenmanagement: Universelle Schnittstellen und Protokolle
Zudem lassen sich in den SD-Speichermodulen die unterschiedlichsten Daten ablegen, beispielsweise von Sensoren erfasste Messwerte wie Temperatur, Druck und Energieverbrauch, oder aber auch Prozesspunkte wie Schaltzustände und Systemmeldungen sowie historische Vorgänge, Ereignisse, Trends und Alarme. Auf diese Weise können alle, die für den Betrieb des Gebäudes Verantwortung tragen, wie Betreiber, Eigentümer, oder Servicetechniker ihre eigenen Analysen, Trends und Vergleiche anstellen. Weil sich dank der hohen, verfügbaren Speicherkapazitäten von SD-Karten selbst große Mengen an Prozessdaten speichern lassen, kann man auf zusätzliche externe Speichersysteme wie Datenlogger oder gar PC-Systeme verzichten. Die Planer in Le Mans hatten freie Hand. Ihnen standen über 60 unterschiedliche Ein/Ausgangsmodule für die Erfassung von allen gängigen digitalen und analogen Prozesssignalen zur Verfügung. Engpässe beim Adressvolumen gab es auch nicht, da lokal an eine PCD-Steuerung bis zu 1023 Ein/Ausgänge angeschlossen werden können.
Sichere Datenhaltung
Die Daten lassen sich in binärer Form oder auch in einem IT-kompatiblen ASCII-Format in so genannten CSV-Dateien im Speichermodul ablegen. Das CSV-Datenformat versteht jeder Texteditor, und die Daten lassen sich zudem von Excel wie auch von Datenbanksystemen, wie Oracle oder MySQL, einlesen und exportieren. Der Vorteil für den Betreiber ist, dass sich die Daten nicht nur lokal vorhalten lassen sondern auch in einer zentralen Datenbank als Teil eines übergeordneten Management- bzw. ERP-Systems.
Wartung und Optimierung werden vereinfacht, da sowohl die Anwenderprogramme des Steuerungssystems wie auch die Konfiguration der dazugehörigen Komponenten als Backup auf der SD-Flashspeicherkarte gespeichert sind. Alle Dateien und Informationen sowie der aktuellste Projektstand sind stets direkt an der Anlage vorhanden. Dort, wo die Steuerungen installiert sind, können die Anwender auf alle Daten, Programme und Dokumentationen direkt zugreifen. Fällt beispielsweise eine Steuerung aus, die vor Jahren programmiert und konfiguriert wurde, lässt sich mit einem Vor-Ort-Backup rasch und effizient die frühere Situation wieder herstellen. Auch die Erweiterung einer Anlage mit einer neuen Steuerung oder der Austausch einer Steuerung lässt sich schnell und unkompliziert realisieren. Wird die SD-Speicherkarte in die neue Steuerung eingesetzt, ist diese sofort wieder einsatzbereit, ohne dass spezifische Tools notwendig sind.
Zugriff: Grenzenlos
Ein weiterer Pluspunkt spricht für die Kombination Speicherkarte und Steuerung: Da sich auf jeder Steuerung von Saia-Burgess ein Automationsserver befindet, kann damit sogar ein PC-basiertes Leitsystem ersetzt werden. Denn jedes beliebige Gerät mit installiertem Browser - und damit im Endeffekt jedermann - kann lokal oder remote auf die Daten der Steuerung zugreifen und Historie, Alarme usw. anzeigen. Dazu sind nicht nur keine zusätzlichen Tools nötig, sondern auch der Service wird einfacher und der Betrieb schlanker und kostengünstiger. Ein FTP- und Web-Server ermöglicht den Datenaustausch mit einem übergeordneten System ohne zusätzliche spezifische Software-Treiber. Doch damit nicht genug. Die gespeicherten Dateien lassen sich ebenfalls mit einem Web-Browser via Web-Server auf einen PC laden und dort weiterverarbeiten. Außerdem lassen sich Dateien bei Bedarf per E-Mail an ein übergeordnetes System oder an betroffene Personen versenden, um z. B. dem Service-Personal den Störungsfall einer Maschine mitzuteilen. Auch Log-Daten zur Langzeit-Archivierung werden selbständig an übergeordnete Systeme versendet.
Ein weiterer Vorteil der SD-Flashspeicher ist, dass sie während des Betriebs aus der Steuerung entfernt bzw. getauscht werden können, um beispielsweise deren Inhalt mit einem kommerziellen Kartenleser auf einen PC zu kopieren. Natürlich können auch weitere Dateien, z. B. von neuen Maschinen oder von Prozessparametern, in das Filesystem übernommen werden. Mit dieser konsequenten Anwendung von Standard-Web- und IT-Technologien ergibt sich eine Datendurchgängigkeit, die man nur selten in Automatisierungskonzepten wiederfindet. Im Mittelpunkt steht dabei die industrielle SD-Flashspeicherkarte. jg









