Fertigungstechnik
Volles Haus bei Tebis
Unter dem Motto „Technologietage im Zeichen von 4.0“ veranstaltete der CAD/CAM-Spezialist Tebis sein Kundentreffen Ende Juni. Der Zuspruch war erstaunlich: Rund 600 Teilnehmer an zwei Tagen belegten, dass der Software-Hersteller die richtigen Themen und Redner auf der Agenda hatte.
Im Mittelpunkt standen die CAD- und CAM-Lösungen des Herstellers sowie die Möglichkeiten der Fertigungsoptimierung im Rahmen von Industrie 4.0. Nicht nur in Vorträgen, sondern auch Praxisszenarien zeigten Experten den Nutzen und die Chancen von Industrie 4.0 für den Werkzeug- und Formenbau auf: Diese bestehen unter anderem in der Vernetzung hausinterner Systeme und Technologien sowie in der industriellen Fertigung mit intelligenten Bauteilen. Durch das Hinterlegen von Informationen und Daten zur Fertigungsumgebung und Fertigungsprozessen in der Software Proleis 4.0 Tebis-Partners ID GmbH werden Bauteile „intelligent“ und „wissen“ wie sie hergestellt werden. Gleichzeitig kennt die Software sämtliche Planungsdaten und Kapazitäten, so dass in der Verknüpfung von Tebis und Proleis eine hochflexible, komplett digital gesteuerte Produktion mit transparentem Informationsfluss entsteht – alles Kennzeichen von Industrie 4.0.
Industrie 4.0 bei BMW
Wie Industrie 4.0 bereits in der Praxis funktioniert, zeigte der Vortrag von Josef-Peter Gallenberger, Leiter Werkzeugbau München und Dingolfing BMW Group. Im Werkzeugbau der BMW Group – also einer klassischen Einzelteil-Fertigung – sind „intelligente Bauteile“ als Basis einer automatisierten Industrie-4.0-Fertigung keine Vision mehr, sondern bereits gelebter Alltag. Durch diesen Prozess, der aus Software-Komponenten von Tebis und ID Proleis aufgebaut wurde, werden hochautomatisiert an einer Fertigungszelle mittlerweile 10.000 Kleinteile, wie Schnittmesser und Abkantbacken, pro Jahr hergestellt.
Der Bezug zu Industrie 4.0: Im Laufe des Prozesses reichert sich das digitale Modell des Bauteils mit immer mehr Informationen zu seiner eigenen Fertigung an. Das reale Bauteil wird per Barcode-Aufdruck gekennzeichnet und online mit dem virtuellen Bauteil synchronisiert. Es verfügt damit über sämtliche Informationen aus der digitalen Planung und NC-Herstellung. Per Barcodescanner sind diese jederzeit abrufbar in der realen Fertigungswelt – für Menschen genauso wie für die miteinander vernetzten Systemen und Maschinen.
Prozesse verstehen
Sehr anschaulich dargestellt wurden Fertigungsprozesse in einem eigens eingerichteten Showroom. Dort konnte man dem Prozessdurchlauf einer Fertigung folgen. Vom Dateneingang über Bauteilaufbereitung und Programmierung bis hin zum Rüsten, Werkzeugzusammenbau und zur Bearbeitung auf der Maschine waren Prozessstationen aufgebaut. Eine weitere Station zeigte zudem das Werkzeug- und Palettenhandling per Roboter. Diese demonstrierte, wie sich beispielsweise mit Robotersystemen der Zerspanungsprozess mit dem Handlings- oder einem Qualitätssicherungsprozess kombinieren lässt.
Stefan Graf
Tebis, Planegg/Martinsried, Tel. 089/81803-0, http://www.tebis.de









