Interview

Andreas Mühlbauer,

Digitalisierung der Safety-Technologien

Im Zuge der Digitalisierung wird zu Recht viel über Cybersecurity gesprochen. Doch auch die Safety-Technologien haben mit dieser Entwicklung große Fortschritte gemacht. Dipl.-Ing. Rainer Lumme, Produktmanager Extreme bei Steute Technologies, erläutert diese Entwicklungen im Gespräch mit Andreas Mühlbauer.

Dipl.-Ing. Rainer Lumme, Produktmanager Extreme bei Steute Technologies. © Steute

Herr Lumme, welche Veränderungen haben die Safety-Technologien, insbesondere die Maschinen- und Anlagensicherheit, in den Jahren zunehmender Digitalisierung erfahren?

In der Sicherheitstechnik für den allgemeinen Maschinenbau haben sich viele Funktionen, die lange Zeit elektromechanisch gelöst wurden, auf die Software-Ebene verlagert. Hier ist die Digitalisierung – immer nach den besonderen Regeln der Maschinensicherheit – weit vorangeschritten.

Wir bewegen uns mit unseren Schaltgeräten ja grundsätzlich in Nischenmärkten. Im Safety-Bereich bieten wir zum Beispiel Heavy-Duty-Positionsschalter mit Sicherheitsfunktion, robuste Sicherheitssensoren, Seilzug-Notschalter, Sicherheits-Fußschalter und insbesondere ein breites Programm an Sicherheitsschaltern für explosionsgefährdete Bereiche.

In diesen spezialisierten Anwendungsbereichen hat die Digitalisierung noch nicht so weit Einzug gehalten wie in der allgemeinen Industrie. Insofern trifft dieser Trend auf uns nur in geringerem Maße zu. Es gibt weniger Sicherheitsschaltgeräte pro Anlage, und sie sind weniger vernetzt. Ausnahmen bestätigen allerdings die Regel. An einen Hersteller von Tunnelvortriebsmaschinen liefern wir zum Beispiel schwere Sicherheits-Seilzug-Notschalter mit Steckanschluss, die mit „Dupline Safe“-Kommunikationsmodulen ausgestattet werden. Das reduziert den Verdrahtungsaufwand bei den kilometerlangen Tunnelbohrprojekten ganz erheblich.

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Wie sehen Sie die weitere Entwicklung im Bereich Safety und was bedeutet das für Anbieter wie Steute?

Wir sehen in anderen Geschäftsfeldern wie Intralogistik und Medizintechnik echte Entwicklungssprünge in Richtung Vernetzung und Digitalisierung  – und treiben diese Entwicklung auch selbst voran. Die Innovationen in diesen Bereichen und in der allgemeinen Automatisierungstechnik werden mit Zeitversatz auch in die Nischenanwendungen der Maschinensicherheit „einsickern“, in denen wir tätig sind. Wir können dabei vom unternehmensinternen Innovationstransfer profitieren, zum Beispiel bei der Nutzung von hoch zuverlässigen Kommunikationsprotokollen, per Kabel oder drahtlos über Funk, die wir etwa für die Medizintechnik entwickelt haben.

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