Zehn-Punkte-Charta für die digitale Vernetzung

Vertrauen in die Digitalisierung schaffen

Auf der Cebit verkündete Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel die Übernahme der Schirmherrschaft für die „Charta der digitalen Vernetzung“. Die Charta ist ein freiwilliges Bekenntnis für eine verantwortungsvolle Gestaltung der Digitalisierung und wurde im Zuge des Nationalen IT-Gipfels der Bundesregierung initiiert.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel wird Schirmherr für die Charta „Digitale Vernetzung“. (Foto: Marcus Brodt, mc-quadrat )

Grundlage der Grundsätze
Mit zehn Grundsätzen, unter anderem zu gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Potenzialen, zum Umgang mit Daten, einer diskriminierungsfreien Teilhabe, Bildung und Qualifikation sowie einem gemeinsamen Dialog von Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft, bekennen sich die Charta-Unterzeichner dazu, ihren Beitrag für eine zukunftsgerechte digitale Transformation Deutschlands zu leisten.
Dazu erklärt Bundeswirtschaftsminister Gabriel: „Die Digitalisierung ist ein entscheidender Standortfaktor für Deutschland. Vertrauen ist enorm wichtig, um die Grundlage für Akzeptanz für die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen zu setzen. Ich begrüße es sehr, dass die Wirtschaft mit der Charta der digitalen Vernetzung selbst die Initiative ergreift, um dieses Vertrauen in die Digitalisierung zu gewinnen. Die Übernahme der Schirmherrschaft ist daher Ausdruck meiner persönlichen Unterstützung dieser Initiative.“

Gemeinsam erarbeiten
„Wie digitale Verantwortung konkret aussehen kann, gilt es zu diskutieren, die kann nicht einer verordnen – nicht ein Unternehmen, nicht eine Institution, nicht eine Regierung. Digitale Verantwortung können wir nur gemeinsam erarbeiten“, betont Timotheus Höttges, Vorstandsvorsitzender Deutsche Telekom. „Unternehmen, Verbrauchern, Wissenschaft und Politik sollten sich für eine fundierte Orientierung bei der Gestaltung der Rahmenbedingungen der digitalen Gesellschaft einsetzen.“

Als erste Schritte sollen gemeinsam aktuelle Fragestellungen der digitalen Transformation aufgegriffen und Antworten erarbeitet werden, die sowohl in Unternehmen als auch in politischen Entscheidungsprozessen gebraucht werden. Zudem sollen ein Erfahrungsaustauch und Unterstützung zur Umsetzung einer Corporate Digital Responsibility initiiert werden. Ziel ist es, das Signet der Charta zu einem breit akzeptierten Symbol digitaler Verantwortung zu entwickeln, das von möglichst vielen Unternehmen aller Branchen getragen wird.

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Über die Charta der digitalen Vernetzung
Die Charta der digitalen Vernetzung ist eine Unternehmens-Initiative, hervorgegangen aus dem Nationalen IT-Gipfel. Initiatoren sind namhafte deutsche und internationale Unternehmen, Verbände und wissenschaftliche Institutionen. Dazu gehören u. a. Deutsche Telekom, adidas, Deutsche Bahn, Robert Bosch, Cumulocity, RWE, Cisco Systems, Ericsson, GE, Intel Deutschland, ORACLE, Vodafone, Bitkom, VATM, Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, Hasso-Plattner-Institut.
Zur Eröffnung der CeBIT wurden als neue Unterzeichner der Charta zudem begrüßt:
acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften, DATEV, Deutsche Messe, EDASCA, Esri Deutschland Group, Init, Nokia Deutschland sowie SAP Deutschland.

Zukunftsgerecht gestalten
Die zehn Eckpunkte im Wortlaut:
Die nachfolgenden Grundsätze sind Ausdruck unseres gemeinsamen Verständnisses für den Weg in die digitale Gesellschaft.
1. Standortfaktor
Wir verstehen die digitale Vernetzung – ihre Nutzung und Entwicklung – als entscheidenden Standortfaktor für Deutschland.
2. Wohlstand
Wir sind überzeugt, dass sich die digitale Vernetzung im nächsten Jahrzehnt zu einer Grundlage des gesellschaftlichen Wohlstands entwickeln und die Lebensbedingungen der Menschen deutlich verbessern wird.
3. Dialog
Wir suchen den offenen Dialog über alle Branchen und gesellschaftlichen Gruppen hinweg, um gemeinsam den technologischen Fortschritt im Sinne der Gesellschaft voranzubringen. Dabei wägen wir gesellschaftliche Chancen und Risiken gegeneinander ab.
4. Verantwortung
Wir sind uns der Verpflichtung bewusst, mit personenbezogenen Daten und Informationen datenschutzgerecht und sicher umzugehen. Dies gewährleisten wir durch effektive technische und organisatorische Maßnahmen zum Schutz vor unberechtigtem Zugriff und missbräuchlicher Verwendung. Wir sehen ein einheitliches europäisches Datenschutzrecht als wichtige Rahmenbedingung. Eine weitere internationale Harmonisierung rechtlicher Grundlagen muss zügig angegangen werden.
5. Daten
Wir wollen die aus der digitalen Vernetzung generierte große Menge und Vielfalt an Daten im Sinne von Chancen und Nutzen für unsere Gesellschaft und für das Individuum stärker nutzbar machen. Wir verstehen es als gemeinsame Aufgabe von Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft, hierfür einen geeigneten Rahmen zu setzen.
6. Teilhabe
Wir sehen den allgemein verfügbaren Zugang zu modernen Breitbandnetzen als Grundvoraussetzung für eine diskriminierungsfreie Teilhabe an den Vorteilen der digitalen Vernetzung. Bildung und Medienkompetenz sowie gezielte gemeinsame Forschungsanstrengungen staatlicher und nicht staatlicher Institutionen sind weitere Schlüssel zu einer zukünftig digital vernetzten Gesellschaft.
7. Interoperabilität
Wir unterstützen die zügige Entwicklung und Anwendung von offenen, internationalen
Standards und Normen für interoperable und globale Lösungen.
8. Rahmenbedingungen
Wir begreifen in erster Linie die Menschen und die Unternehmen als treibende Kräfte der
digitalen Veränderung. Damit die Gesellschaft von diesen Kräften profitiert, sind stabile
rechtliche und investitionsfreundliche Rahmenbedingungen erforderlich.
9. Kompetenz
Wir wollen dem Fachkräftemangel vorbeugen und neue Kompetenzen fördern, indem wir dazu beitragen, die Vermittlung erforderlicher neuer fach- und branchenübergreifender Qualifikationen zur Planung, zur Realisierung und zum Betrieb digital vernetzter Anwendungen und Systeme in die Aus- und Weiterbildung zu integrieren.
10. Freiheit
Die digitale Vernetzung soll der Freiheit und dem Wohlstand der Gesellschaft dienen.
Gemeinsam wollen wir dazu beitragen, Deutschland zukunftsgerecht zu gestalten. bw

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