Roboter-Poliersystemen
Am Ende ist alles blitzblank
Für die stückzahl- und produktflexible Polierfinish-Bearbeitung hochwertiger Metallteile setzt der mittelständische Oberflächen-Spezialist Papazoudis & Divanis auf einen Mix aus qualifizierten Mitarbeitern und Roboter-Poliersystemen von SHL.
Von der kleinen Metallschleiferei zum gefragten Oberflächen-Spezialisten für das Schleif- und Polierfinish an Qualitätsteilen aus verschiedenen Metallen und Materialien - das ist in Kurzform der Werdegang des Mittelständlers Papazoudis & Divanis Metallschleiferei und Oberflächentechnik in Schorndorf-Miedelsbach. Die Gründung durch Dimitrios Papazoudis geht auf das Jahr 1991 zurück. Zunächst konzentrierte er sich auf die manuelle bis halbautomatische Schleif- und Polierbearbeitung. Dann kam Filippos Divanis hinzu, der sich für das vollautomatische Schleifen und Polieren mit Roboterunterstützung starkmachte. Er ging davon aus, dass die Stückzahlen chargenflexibel werden und die Varianten-Vielfalt zunimmt und brachte seine Praxis-Expertise ein. Die beiden taten sich schließlich 2007 zusammen und entwickelten das Unternehmen als Papazoudis & Divanis Metallschleiferei und Oberflächentechnik (P&D )weiter. Heute arbeiten hier 59 Mitarbeiter mit elf Roboter-Schleif- und Poliersystemen im Zwei- bis Dreischichtbetrieb.
Hier werden Metall- und Kunststoff-Materialien aus den Bereichen Möbel, Sanitär, Maschinenbau und Automobilindustrie bearbeitet. Steigende Werkstück-Vielfalt, reduzierte Chargen-Stückzahlen, wachsender Termindruck und reproduzierbare Qualität sind zu erfüllende Randbedingungen. Mit einem Mix aus manuellem bis halbautomatischem und robotergestützten Schleifen und Polieren erhält das Unternehmen die erforderliche Freiheit und Flexibilität, um schnell und gezielt auf Kundenwünsche eingehen zu können.
Dachträger auf Hochglanz gebracht
Zunächst waren gebrauchte Roboter-Schleif- und Polieranlagen bevorzugt von SHL Automatisierungstechnik im Einsatz; deren hohe Leistungsfähigkeit und technische Dauerverfügbarkeit brachten der Schleiferei den gewünschten Nutzen. Jüngstes gemeinsames Projekt ist die Realisierung einer Hochleistungs-Roboter-Polieranlage für das Polierfinish von Dachträger- und Dachreeling-Systemen verschiedener Automobilhersteller. Ein Auftrag zum Beispiel umfasst 100.000 Reeling-Sätze für einen Oberklasse-SUV jährlich, also insgesamt 200.000 Werkstücke. Diese werden in kurzen Taktzeiten für jeweils zehn Stück mittels Roboter-Polieranlage in höchster Qualität gefinisht.
Ausgangsmaterial ist ein blankgezogenes Aluminiumprofil, das zuvor nicht mechanisch geschliffen werden muss, sondern direkt zu polieren ist. Das reduziert den Bearbeitungsaufwand im Vergleich zur sonst erforderlichen mehrstufigen Bearbeitung. Die SHL-Polierzelle besteht aus einem sechsachsigen IRB 7600-500/2,55 von ABB für 500 Kilogramm Traglast, einem Roboter-Polieraggregat P550 mit 27 Kilowatt, einem Automatik-Drehtisch zur wechselseitigen Beschickung der Roboteranlage mit jeweils zehn Werkstücken, die auf Wechsel-Trägerpaletten positioniert und fixiert sind, einer Robotersteuerung IRC5 und einem SHL-Steuerschrank mit Schaltpult, Sicherheitsschaltern für die Zugangstüren der Roboterzelle und schließlich einer Arbeitsprogramm-Struktur als Basis für die Selbstprogrammierung durch P&D. Der Werker steht, abgesichert durch einen Lichtvorhang, nach dem Einschwenken des Drehtischs frontseitig vor der Palette. Nach Entnahme und Magazinierung der polierten Qualitäts-Werkstücke belegt er erneut die zehn Werkstückaufnahmen mit Rohteilen. Das Schließen der Zugangstür löst die Drehung des Rundtischs sowie nach erfolgter Positionierung die Freigabe der Roboter-Polierbearbeitung aus. Während im Arbeitsraum poliert wird, entnimmt der Werker die Fertigteile und bestückt neu. Diese parallel zur Hauptzeit vorzunehmende Beschickung und Entnahme sorgt für geringe Stillstandzeiten und somit für hohe Produktivität im Mehrschichtbetrieb.
Mit dieser Anlage schafft P&D das qualitätsorientierte wirtschaftliche Schleifen und Polieren von etwa 1,5 Millionen Werkstücken in verschiedensten Ausführungen und außerdem weitere 1,5 Millionen Kleinteile pro Jahr. pb








