Schalterproduktion

Der neunte Mann in der Zelle

In der neuen kompakten Fertigungsanlage MMF211465 von Martin Mechanic arbeitet jetzt ein weiterer, neunter Roboter. Die neue Anlage läuft länger als 22 Stunden, die autarke Laufzeit wurde auf drei Stunden erhöht.

Neun Roboter leisten in der neuen Automationszelle MMF211465 von Martin Mechanic ganze Arbeit. (Bild: Martin Mechanic)

Der Bau der neuen Anlage ist die Fortsetzung der Erfolgsgeschichte zur Fertigung von Multi-Volt-Mehrstellungsschaltern für die Elektronikindustrie. Schon mit der ersten Anlage, die auch weiterhin in Betrieb bleibt, produziert der Kunde sehr hohe Stückzahlen. Auch die neue Anlage produziert länger als 22 Stunden am Stück. Dabei wurde die autarke Laufzeit allerdings deutlich von 15 Minuten auf jetzt drei Stunden erhöht.

Aufgrund der Erkenntnisse aus der bisherigen Version konnte die Montageabfolge weiter optimiert werden. So ist die neue Anlage noch leistungsfähiger geworden und erreicht eine Zykluszeit von sechs Sekunden. Außerdem kann sie eine größere Variantenvielfalt verarbeiten. Und die Zugänglichkeit im Innern konnte durch die optimierte Anordnung der Roboter trotz gleichem Raumbedarf nochmal verbessert werden.

Neun Roboter in einer Zelle

Aufgrund der komplexen Geometrien wurden die Greifer der Anlage für das Teilehandling im selektiven Lasersinter-Verfahren gefertigt. Konstruiert wurden die Greifer bei Martin Mechanic. Für die Schalterproduktion werden zunächst jeweils zwei Kontaktfedern von einem Gurtband ausgestanzt und von einem Sechs-Achs-Roboter in den Pendeltisch der Anlage eingelegt. Da die Kontakte nicht in Montagelage zugeführt werden, ist für die Umorientierung der LR Mate 200 iD von Fanuc der ideale Begleiter. Ein zweiter Roboter holt die Kontaktfedern ab, um sie in die Leiterplatten einzudrücken. Diese werden in passgenauen Paletten angeliefert, aus denen sich ein Roboter unterbrechungsfrei bedienen kann. Die richtige Einstellkraft regelt ein Kraftsensor.

Anzeige

Jetzt holt ein Vier-Achs-Roboter der Marke Omron-Yamaha die bestückten Leiterplatten ab, um sie auf dem Übergabetisch zu platzieren, wo ein weiterer Roboter die Gehäuseoberseite auf der Leiterplatte platziert. Die halbfertige Baugruppe setzt er dann auf den Rundschalttisch. Dieser verfügt über insgesamt acht Stationen, die im Wechsel mit Hilfe der Roboter die Baugruppen bestücken. Das Material dafür wird über Vibrationswendelfördertöpfe zugeführt.

Jede Werkstückaufnahme besteht aus zwei Aufnahmenestern. Die halbfertige Baugruppe kommt ins erste, während das zweite mit der Gehäuseunterseite belegt wird. In die Gehäuseunterseite werden nun an der dritten Station zwei Kunststoffstege vom vierten Roboter eingebracht. An der vierten Station werden danach jeweils zwei Verbindungsschienen eingelegt. Über einen Fördertopf werden an der fünften Station die Betätiger montiert. Schließlich wird an der sechsten Station die Gehäuseober- auf die Gehäuseunterseite aufgesetzt. Der Schalter ist somit komplett und kann mit Hilfe einer gehärteten Ultraschallsonotrode an der siebten Station verschweißt werden.

Danach durchläuft der Schalter noch die Qualitätskontrolle. An der achten und letzten Station wird er vom Rundschalttisch entnommen und auf dem Austrageband abgelegt.

Die MMF211465 wurde in acht Monaten entwickelt und mit der Siemenssteuerung S7-1500 F der neuesten Generation ausgestattet. Bedient wird sie über ein mobiles WLAN-Panel. Ausführlich ist die Dokumentation zur Anlage verfasst, die auch die Bedienungsanleitung der SPS-Steuerung umfasst. Ein Zertifikat bestätigt, dass sie im kompletten europäischen Raum eingesetzt werden darf. Beipackzettel und Roboter-Handbuch sind ebenfalls fester Bestandteil der Dokumentation. as

  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

Sick

Umsatzwachstum in turbulentem Marktumfeld

Dank Innovationen und Fokussierung auf strategische Industriemärkte konnte Sick im Geschäftsjahr 2025 den Umsatz moderat steigern. In einem turbulentem Marktumfeld konnte das Unternehmen seine Position behaupten und mit Sensorlösungen Marktanteile...

mehr...
Anzeige
Anzeige

Hannover Messe 2026

Siemens stellt neuen KI-Agenten vor

Siemens bringt mit dem ‚Eigen Engineering Agent‘ eine KI für die Automatisierungstechnik auf den Markt. Die Lösung ist in das TIA Portal integriert, wurde mit über 100 Unternehmen getestet und soll Engineering-Prozesse deutlich beschleunigen.

mehr...
Anzeige

Helukabel

Künstliche Intelligenz gemeinsam vorantreiben

Helukabel verstärkt die Aktivitäten im Bereich der künstlichen Intelligenz und ist nun Mitglied des IPAI. Die Innovations- und Kollaborationsplattform für Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Institutionen und Verwaltung hat sich zum Ziel gesetzt,...

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Personalien

Neue Impulse für den ifm-Vertrieb

Zum Jahresbeginn 2026 wurden zwei Positionen bei ifm neu besetzt: Markus Wolf wird Geschäftsführer Vertrieb Deutschland, Sven Quant übernimmt die Position des Zentralgeschäftsführers im Bereich Prozesssensorik innerhalb der ifm-Gruppe.

mehr...
Jetzt Newsletter abonnieren