Gießerei-Roboter
Löffel am langen Arm
Um den Druckgussprozess von Aluminiumteilen produktiver zu gestalten, hat sich der Roboteranlagen- und Sondermaschinenbauer Indat eines anspruchsvollen Handhabungsprozesses angenommen - des automatisierten und exakt dosierten Befüllens einer Druckgießmaschine mit Metallschmelze. Anhand Robotersimulationen und der Analyse verschiedener Prozesssituationen hat das Unternehmen eine Lösung mit einem Standard-Industrieroboter und einer modifizierten Gießachse entwickelt, die Schmelze schöpft, dosiert, transportiert und gießt - dosiergenau und flexibel hinsichtlich Gießkurve und verwendeter Metalllegierung. Mit der Anlage fertigt nun ein Automobilhersteller verschiedene Strukturteile aus Aluminium. Bisher wurde dort mit einem Dosierofen gearbeitet. Die roboterbasierte Lösung soll bei filigranen und dünnwandigen Gussteilen jetzt die Qualität durch ein turbulenzarmes Gießen in die Füllkammer verbessern. Während der Gießtümpel im Kokillenguss meist von oben frei zugänglich ist, ist die Füllkammer einer Druckgießmaschine weniger einfach zu erreichen. Obendrein herrschen im Produktionsumfeld enge Platzverhältnisse. Im konkreten Anwendungsfall wurde die Gießachse mit dem Gießlöffel fast horizontal nach vorn gestreckt. Im Einsatz ist ein Schwerlast-Roboter von Kuka mit 500 Kilogramm Tragkraft - das Lastmoment ist beim horizontalen Ausstrecken des Gießarms schon bei 50 Kilogramm Schmelze beträchtlich. Ein zusätzlicher Servoantrieb der Gießachse ermöglicht es dem Robotersystem, Schmelze zu schöpfen, zu dosieren, zu transportieren. Geschöpft wird aus zwei Tiegeln, die über eine Drehscheibe in die Roboterzelle ein- und aus-geschleust werden. In den Tiegeln kann eine andere Legierung bereitgestellt werden. Die Wahl der gewünschten Gießkurve erfolgt auf Knopfdruck.








