Robotergestütztes Polieren

Für den perfekten Schliff

Das Auge entscheidet mit: Designelemente prägen das Erscheinungsbild moderner Autos und sollen potenzielle Kunden ansprechen. Auch die feinen Alu- und Edelstahl-Zierleisten für Fenstereinfassungen und Fensterschächte müssen deshalb makellos sein. Hier sorgt eine SHL-Anlage für Hochglanz.

Der Roboter führt die mit dem Greifer aufgenommenen Zierleisten an die Polierstation. (Foto: SHL)

Die Zierleisten werden entweder als Strangpressprofil hergestellt oder als Alu-Blechteil gebogen und geformt. In jedem Fall entstehen dünnwandige und labile Teile mit unterschiedlichen Geometrien und Längen, die auf eine perfekte Oberflächenstruktur entlang der gesamten Leiste poliert werden müssen – ohne Riefen und Kratzer. Eine manuelle Bearbeitung scheidet aus mehreren Gründen aus: zu zeitaufwendig, zu teuer und ungenügend sicher. Zu groß ist die Gefahr, dass die Oberfläche beschädigt und die Optik beeinträchtigt wird. Eine prozesstechnische Herausforderung gibt es dort, wo das Werkstück gebogen wurde. Denn auf der Innenseite der Zierleisten kommt es durch den Biegeprozess zu Materialverdichtungen, auf der Außenseite zu einer Materialdehnung. Daraus resultieren feine Verwerfungen an der Oberfläche eines unbehandelten Teils. Diese Bereiche müssen speziell poliert werden, damit sich keine Schatten bilden und die Oberfläche makellos wird.

Alu- und Edelstahlzierleisten sind schwierig zu polieren, weil sie dünnwandig und relativ groß sind. Automobilhersteller gehen zunehmend dazu über, Zierleisten in einem Stück zu formen; am Fahrzeug wirken sie dann wie aus einem Guss gefertigt – ohne Stoßnähte. Für derlei labile Teile ist ein prozesssicherer Poliervorgang nötig. SHL bearbeitet die Bauteile robotergestützt und in gleichbleibender Qualität. Bei der SHL-Anlage legt der Bediener die Leiste außerhalb der Kabine in das negative Formennest der Palette ein. Ist die Palette komplett bestückt, fährt sie automatisch in den Arbeitsbereich. Der Roboter ist mit einem pneumatischen Greifwerkzeug ausgestattet, das mit Vakuum unterstützt wird.

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Zwei Poliermaschinen ergänzen einander
Der Roboter drückt das Teil sanft in die negative Form der Palette, damit es stets konstant in gleicher Position liegt und ein Verrutschen unmöglich ist. Danach spannt er das Bauteil und nimmt es auf. In der Zelle arbeiten zwei Polierstationen. Station eins ist die Poliermaschine P550 ROB. Sie ist mit einer großen Polierscheibe für die Bearbeitung flächiger Bereiche ausgestattet. Danach führt der Roboter das Bauteil an die Poliermaschine P550/150 ROB. Eine kleine Scheibe bearbeitet hier Innenradien oder schwer zugängliche Stellen. Beide Maschinen arbeiten mit der gleichen Scheiben- und Polierpastenqualität. Ist der Bearbeitungsprozess abgeschlossen, legt der Roboter das Teil vorsichtig in die negative Form zurück. Diese ist an der Innenseite beflockt und mit einer Spezialbeschichtung versehen. Damit wird eine nachträgliche Beschädigung des Bauteils verhindert. Ist das Teil ordnungsgemäß abgelegt, beginnt der Bearbeitungsprozess von vorn.

Bei Komponenten wie Leisten für den Fensterschacht läuft im Prinzip der gleiche Prozess ab. Während Bauteile mit komplexen Geometrien in Einzelaufspannungen bearbeitet werden, sind bei Teilen mit einfacheren Formen wie jenen für Fensterschächte auch Mehrfachaufspannungen möglich. Dann liegen bis zu 20 Rohteile in den Negativformen und werden als Gruppe an den Polierstationen bearbeitet. Bei allen Geometrien und Teilen gilt: Zum prozesssicheren Polieren sind vollflächige Greifer notwendig, denn sie unterstützen die Bauteile auf ihrer gesamten Länge. Das verhindert, dass die labilen Teile selbst oder die Formen beschädigt werden.    pb

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