Schraub- und Zuführtechnik
Prozesssichere Montage
Industrielle Montageanlagen aus der Schraub- und Zuführtechnik bestehen aus diversen komplexen Komponenten, die perfekt zusammenspielen müssen. Um Schnittstellenprobleme zwischen Schraubenzuführung und Schraubwerkzeug zu vermeiden, bietet Deprag Schulz Systembestandteile aus einer Hand an, die auf der Intec 2019 vorgestellt werden.
Das Deprag-Portfolio umfasst sowohl ergonomische Handschrauber für den manuellen Einsatz als auch stationäre Schraubwerkzeuge zur einfachen Integration in automatisierte SPS-gesteuerte Anlagen. Für maximale Flexibilität kommen Werkzeuge mit EC-Servo-Technik zum Einsatz. Durch integrierte sensorgesteuerte Drehmoment- und Drehwinkelmessung wird die exakte Steuerung und Regelung des Schraubenanzugs ermöglicht. Die freie Programmierbarkeit der Anwendungen ermöglicht Flexibilität auf konstant sehr hohem Niveau. Darüber hinaus garantieren umfassende Dokumentations- und Auswertemöglichkeiten von Prozessparametern höchste Genauigkeit und Sicherheit im Prozessablauf.
Die bürstenlosen EC-Motoren sind Voraussetzung für den wartungsfreien Betrieb. Je nach Anwendungsbereich stehen auch EC-Motoren mit Drehmomentmessung auf Basis der Stromaufnahme sowie pneumatisch betriebene Schrauber zur Verfügung. Alle Schrauber gibt es in gerader Ausführung, in Winkelbauform für enge Umgebungen oder mit Pistolengriff für den horizontalen Gebrauch. Je nach Werkzeug und Bedarf kann mit Drehmomenten von 0,008 bis 500 Newtonmeter gearbeitet werden.
Zuführtechnik je nach Teile-Art
Die Wahl der richtigen Schraubtechnik ist der erste Schritt auf dem Weg zur optimierten Schraubmontage. Wesentlich für eine hohe Anlagenverfügbarkeit, Produktivität und Effizienz von Montageanlagen und die Produktivität und Effizienz von Handarbeitsplätzen sind jedoch auch reibungslos funktionierende Zuführsysteme. Je nach Anforderung an Technische Sauberkeit oder Geräuschpegel stehen verschiedene Zuführtechniken zur Verfügung. Hohe Fördergeschwindigkeiten und hohe Ausbringungsmengen lassen sich mit Vibrationswendelförderern (auch Schwingförderer genannt) erzielen. Das Fördergut wird in einem Vibrationstopf mittels gezielter Schwingungen in Bewegung gebracht, sodass sich ein Verbindungselement nach dem anderen über eine Wendel nach oben bewegt und in das Vereinzelungssystem befördert wird. Nicht lagerichtige Elemente fallen zurück in den Topf. Mit dem Vibrationswendelförderer „eacy feed“ hat Deprag ein Zuführsystem der nächsten Generation entwickelt. Dank der 24-Volt-Schwingmagnete wird eine deutlich reduzierte Leistungsaufnahme erzielt, die zu einer Energieeinsparung von etwa 80 Prozent führt. Darüber hinaus ist „eacy feed“ Industrie-4.0-fähig und sichert mit der 24-Volt-Technik der Antriebe weltweit, selbst bei schlechter Netzversorgung, einen reibungslosen Betriebsablauf. Die Vibrationstöpfe sind erhältlich in den Füllgrößen 0,15, 0,75, 1,2 und 2,5 Liter und lassen sich mit verschiedenen Fördergütern wie Schrauben, Muttern, O-Ringen und weiteren Verbindungselementen füllen.
Ist eine bauteilschonende, abrieb- und geräuscharme Förderung notwendig, kommt ein Segment- oder Hubschienenförderer zum Einsatz. Die zu fördernden Teile im Vorratsbehälter werden durch die Schwenkbewegung einer segmentförmigen Hubschiene aufgefädelt und gleiten per Schwerkraft in die Vereinzelung. Dieses Zuführsystem eignet sich vor allem für Anwendungen, die hohe Ansprüche an die Technische Sauberkeit haben. Mit den Standardgeräten können Schraubengrößen von M2 bis M6 verarbeitet werden. Ideal sind Hubschienenförderer für Schrauben bis zu einer Länge von 25 Millimeter und Kugeln mit einem Durchmesser von einem bis zwölf Millimeter.
Schrauben werden abgepickt
Linearförderer sind mögliche Bindeglieder zwischen Zuführgerät und Schraubwerkzeug. Sie funktionieren wie Vibrationswendelförderer nach dem Mikrowurfprinzip und kommen dann zum Einsatz, wenn in der Montageanlage größere Distanzen überbrückt, Teilepuffer bereitgestellt oder der Teilestrom auseinandergezogen werden muss. Da der Linearförderer die Teile schneller fördert, als sie das Zuführgerät bereitstellt, kann zum Beispiel ein einfaches, sicheres Abnehmen der Bauteile durch Greifer ermöglicht werden. Ein Teilerückstau zum Fördertopf ist ausgeschlossen, die Sortierung der Teile im Fördertopf findet staudrucklos statt. Vorzugsweise werden die Verbindungselemente direkt über einen Förderschlauch vom Zuführsystem in das Schraubgerät eingespeist und verarbeitet. Bei Schrauben mit sehr kurzem Schaft, Nieten mit großem Bunddurchmesser oder Teilen mit komplexen Außen-geometrien ist eine Schlauchzuführung jedoch oft nicht möglich. In diesem Fall bietet sich das Pick-and-Place-Verfahren an, mit dem die Schrauben per Vakuum, Greifsystem oder Magnetismus „abgepickt“ werden. Nach der Entnahme wird automatisch das nächste Teil bereitgestellt.
Einseitig- oder doppelseitig klebende Komponenten wie beispielsweise Dichtringe können per Bandrollenzuführung zur Verarbeitung bereitgestellt werden. Sie werden auf einer Trägerfolie klebend zugeführt und mithilfe der Messerkante eines Abziehschlittens entfernt. Durch die Kombination aus Sensoren und schneller Bandfixierung erzielen die Bandrollenzuführgeräte eine exakte Positionierung der Teile mit hoher Wiederholgenauigkeit. pb
Intec, Halle 2, Stand F32











