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Artikel und Hintergründe zum Thema

Montagetechnik

Keine Luft mehr: Elektrifizierung bringt Flexibilität

Siemens investiert jährlich mehrere Milliarden Euro in innovative Techniken in den Bereichen Industry, Energy und Healthcare. Auf den neuen Anlagen sollen sich mehrere Produkt-Varianten fertigen lassen – das spart Kosten. Erst recht, wenn in den Montagelinien pneumatische Komponenten durch Elektrik ersetzt werden.
In den kompakten Gehäusen der Delta EL ist die Sensorik zur Abfrage der oberen und unteren Position des Anschlags bereits integriert. Über vorhandene Ein- und Ausgangsmodule können zusätzliche Sensoren angesteuert werden. (Fotos: Wörner)

Im Siemens-Werk in Amberg sind 2.400 Mitarbeiter im Sektor Niederspannungs-Schalttechnik tätig. Sie stellen vor allem Produkte für die Anwendung im Maschinenbau her, darunter auch Sirius, die High-Tech-Lösungen für das Schalten und Schützen von Verbrauchern, beispielsweise Motoren. Mit modularen Montagelinien, die möglichst viel Varianz abdecken, werden nicht nur die bereits am Markt bewährten Produkte gefertigt, sondern auch die darauf folgenden Generationen. Für jede neue Variante werden lediglich die betroffenen Prozesse mit neuen Werkzeugen ausgestattet. Elektrisch geregelte Komponenten ermöglichen hierbei eine hohe Genauigkeit, Dynamik und Varianz.

Nach diesen Maßstäben wurde vom Anlagenbauer Strama-MPS auch die neueste Anlage zur Montage von Magnetanker und -joch einer neuen Schütz-Generation konzipiert. Sie besteht aus mehreren Zellen, in denen sich die jeweiligen Prozesse in Form reproduzierbarer Funktionseinheiten schnell verändern lassen. Darin bietet Elektrik im Vergleich zur Pneumatik mehr Flexibilität, mehr Möglichkeiten und mehr Schutz für die Mitarbeiter – was oberste Priorität hat.

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Mit den neuen Vereinzelern der Delta EL Baureihe von Wörner ist die Entwicklung weg von der Pneumatik nun bis in Transfersysteme hinein möglich, mit denen die Werkstückträger von Prozess zu Prozess befördert werden. In engem Zusammenhang damit steht die Geräuschentwicklung in Montageanlagen, die von rund 80 auf 72 dBA verringert wurde.

Die Elektrostopper der Serie Delta EL reduzieren den Lärm und verringern gleichzeitig den Aufwand für Instandhaltung beziehungsweise Wartung. Außerdem erhöhen sie die Lebensdauer der Anlage sowie die Energieeffizienz, was sich positiv auf die Gesamtkosten auswirkt. Positiv ist auch, dass die Auflagen bezüglich der Risiko-Betrachtung, welche die neue Maschinenrichtlinie seit Dezember 2009 vorgibt, dadurch automatisch erfüllt werden.

Muss ein Förderband zum Beispiel wegen eines Störfalls angehalten werden, wird in einem Pneumatiksystem die Luftzufuhr unterbrochen. Die Position der Stopper kann ohne spezielle Zusatzschalter und Sicherheitseinrichtungen jedoch nicht erhalten bleiben, da es wegen der zwei möglichen Zustände – Luft vorhanden oder nicht – keine Zwischenstellung gibt. Folglich gibt es bei pneumatischen oder hydraulischen Einrichtungen immer nur die Zustände sicher oder unsicher. Im Gegensatz dazu lassen sich mit elektrischen Komponenten Funktionen wie sicherer Halt oder sichere reduzierte Geschwindigkeiten realisieren. Die elektrischen Vereinzeler werden beim Abschalten der Anlage geschlossen, und die Werkstückträger bleiben an der programmierten Endlage stehen. pb

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