Serienfertigung durch Montage-Automatisierung

Herma-Etikettenmaschine im Takt

Vor dem Hintergrund stark wachsender Stückzahlen fertigt Herma auch komplette Etikettieranlagen „im Takt“. Eine neue Fließmontage in Deizisau ermöglicht noch höhere Stückzahlen auf gleicher Fläche und reduziert Fertigungs- und Lieferzeiten.

Martin Kühl, Leiter des Geschäftsbereichs Etikettiermaschinen (li.) und Fertigungsleiter Willi Hack haben Grund zur Freude: Die Anlagen entstehen im höheren Takt. (Foto: Herma)

Etikettiertechnik „Made in Germany“ ist auf der ganzen Welt gefragt: Der Herma-Geschäftsbereich Etikettier­maschinen eilt beim Umsatz von Rekord zu Rekord. Bis 2020 sollen die Erlöse des im Moment noch deutlich kleinsten Geschäftsbereichs auf 55 Millionen Euro zulegen, 2014 waren es 38,2 Millionen. Das war ein Plus von rund zehn Prozent gegenüber 2013. Bis Ende 2015 wird zudem die Zahl der Mitarbeiter dieses Geschäftsbereichs auf 156 steigen, Anfang 2012 waren es erst 110. Für diesen Wachstumskurs hat das auf Selbstklebetechnik spezialisierte Unternehmen am Produktionsstandort Deizisau nun weitere Weichen gestellt: Erstmals werden neben den Etikettierern auch ganze Etikettieranlagen in einer getakteten Linie gefertigt. Mit dieser Form der Serienfertigung geht Herma einen weiteren Schritt zur Montage-Automatisierung. Solche komplexen Etikettieranlagen vereinen je nach Anforderung und Branche zum Beispiel mehrere Etikettierer, Drucker, Kontrollkameras und Ausschleuseeinrichtungen. „Bislang hatten wir dafür eine typische Standfertigung. Dabei wurden alle Arbeitsschritte an ein und demselben Arbeitsplatz durchgeführt und alle benötigen Teile oder Module genau dorthin transportiert“, erläutert Martin Kühl, Leiter des Geschäftsbereichs Etikettiermaschinen.

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Fließmontage mit vier Stationen

Bei der jetzt umgesetzten Fließmontage gibt es vier verschiedenen Stationen mit einer einheitlichen Taktvorgabe. Davon ausgenommen sind lediglich einzelne Sondermaschinen. „Allein durch die Tatsache, dass wir die Wege für den Materialfluss reduziert haben, konnten wir die Fertigungszeiten deutlich reduzieren, je nach Maschinentyp mitunter sogar um die Hälfte. Obwohl wir mehr Anlagen produzieren, profitieren unsere Kunden dadurch von kürzeren und noch besser planbaren Lieferzeiten“, ergänzt Fertigungsleiter Willi Hack. Die Umstellung in der Fertigung hat daneben positive Effekte für die Qualitätssicherung. Alle Arbeitsschritte sind damit fest definiert und vereinheitlicht. „Gerade in sensiblen Branchen wie der Healthcare- und Nahrungsmittelindustrie wird die Prozess- und Fertigungsexzellenz ein immer wichtigeres Unterscheidungsmerkmal“, so Geschäftsbereichsleiter Kühl. „Der Herma-Standort Deizisau gehört jetzt auch in dieser Hinsicht sicher zu den modernsten seiner Art weltweit.“

Höherer Ausstoß an Etikettiermaschinen

Dank der neuen Fließmontage ist Herma auch dazu in der Lage, den Ausstoß an Etikettieranlagen auf gleicher Fläche zu erhöhen. „Trotz der schon gut ausgelasteten Fertigungskapazitäten in Deizisau können wir dadurch zusätzliche Montagezeit gewinnen und uns vor einer notwendigen Erweiterung weiterhin voll und ganz darauf konzentrieren, die derzeit hohe Nachfrage im In- und Ausland optimal zu bedienen“, betont Kühl. pb

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