Meinung

Alles kann 4.0 sein, …

... diesen Eindruck, liebe Leserinnen und Leser, hatte ich jedenfalls kürzlich beim täglichen Blick in die Zeitung: Arbeit 4.0, Pflege 4.0, Mobilität 4.0, Landwirtschaft 4.0, Maschine 4.0, sogar Kultur 4.0 oder aktuell Wahlkampf 4.0.

Annina Schopen, Redakteurin handling

Seit ihrer erstmaligen Verwendung 2011 werden diese beiden Ziffern bald fast schon inflationär genutzt. Es ist ja auch so schön einfach, ohne lange Erklärung assoziiert man direkt technischen Wandel, Digitalisierung, Big Data oder Vernetzung. Man denkt beispielsweise an Cobots, selbstfahrende Fahrzeuge oder die Auswirkung von Digitalisierung und Automatisierung auf den Arbeitsalltag. 

Es lässt sich sicher darüber streiten, ob 4.0 nun tatsächlich an alle Wortschöpfungen passt. Aber Industrie 4.0 ist eine Welle, die uns früher oder später erfassen wird. Wir haben unser Special in diesem Heft der Lagertechnik gewidmet. Auch hier begegnet man 4.0. Geschwindigkeit, Flexibilität und Verfügbarkeit sind entscheidende Wettbewerbsfaktoren, und mit Automatisierung der Warenströme und Vernetzung lässt sich die Effizienz der Logistik deutlich steigern. Prozesse werden beschleunigt, Durchlaufzahlen erhöht, Kosten reduziert und beschwerliche Arbeitsschritte entfallen, was die Mitarbeiter entlastet.

Die Qualität von Lagertechnik und Kommissioniersystemen beeinflusst also die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen in hohem Maße. Vom Wareneingang über Fertigung, Kommissionierung und Endkontrolle bis hin zum Versand sparen ausgefeilte Lagersysteme Platz und Zeit – ein Knackpunkt, da der Trend zu kleinen Bestellmengen und größerer Artikelvielfalt in kürzeren Vorlaufzeiten geht. Dabei ist die Art der Lagerung, wie im Hochregallager, automatischen Kleinteilelager oder Lagerlift, ebenso wichtig wie Lagerverwaltung und Warehouse Management.

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Um das Logistikvolumen zu steuern, steht Logistik-Sofware zur Verfügung. ERP-Systeme steuern die Produktion, planen den Einkauf oder wickeln die Buchhaltung ab. Außerdem ist Transparenz gefragt: Kunden möchten ortsunabhängig und jeder Zeit auf Waren zugreifen können und über die Lieferkette informiert sein. Möglicherweise sind Automatisierung und Vernetzung nicht der einzige Weg zu einem effizienten Lager. Aber die reale und die virtuelle Welt wachsen auch im Lager zusammen – Lagertechnik 4.0 und damit die Vernetzung zwischen operativem Geschäft und Lager ist deshalb notwendig geworden.


Ich grüße Sie herzlich,
Ihre

Annina Schopen
Redakteurin handling

P.S.: Nicht immer 4.0 aber definitiv innovativ waren die Produkte und Lösungen, die in diesem Jahr wieder mit dem handling award ausgezeichnet wurden. Die Gewinner und den Preisträger für das Lebenswerk finden Sie hier.

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