Editorial
„Wofür, oh, wofür ...
... nützt nun dieser Krieg? Warum können die Menschen nicht friedlich miteinander leben? Warum muss alles verwüstet werden?“, schreibt Anne Frank am 3. Mai 1944. Leider ist das wieder aktuell. Und weiter: „Im Menschen ist nun mal ein Drang zur Vernichtung, ein Drang zum Totschlagen, zum Morden und Wüten, und solange die ganze Menschheit [...] keine Metamorphose durchläuft, wird Krieg wüten, wird alles, was gebaut, gepflegt und gewachsen ist, wieder abgeschnitten und vernichtet, und dann fängt es wieder von vorn an.“
Es ist so wahr, und das musste uns erst eine 14-Jährige sagen. Und ja, es fängt wieder von vorne an. Ein unanständiges politisches Spiel. Und es gibt Menschen, die nicht davor zurückschrecken, mit Menschen, Schicksalen und dem Weltfrieden zu spielen, um ihre kleingeistigen Wahnvorstellungen in die Tat umzusetzen, sich vermeintlich ein Denkmal zu setzen. Darauf stolz zu sein, ist eine Schande, wie sie sich kein Mensch wünschen kann. Das sind die Denkmäler, die ganz schnell stürzen, und immer reißen sie dabei andere mit.
Es gibt im Westen eine große Hilfsbereitschaft und auch Opferbereitschaft. Wir sind bereit zu spenden und Menschen in Not, die alles verloren haben, aufzunehmen. Das ist gut und soll so sein. Randbemerkung dazu: Es ist schon interessant, dass man sich seine Notleidenden gerne aussucht. Die Menschen in Syrien wurden mitunter vom gleichen Verursacher mindestens ebenso schlimm heimgesucht. Diskreter allerdings über die Distanz.
Doch schmälert das nicht die aktuelle Hilfs- und Opferbereitschaft. Wie aber sieht es mit letzterer aus, werden wir den langen Atem haben, den Hebel, der uns bleibt, zu ziehen, bis er schmerzt? Wird die Opferbereitschaft bestehen bleiben, wenn es einmal wirklich kalt wird in der Wohnung und das Auto stehen bleiben muss? Sind wir so idealistisch, so entschlossen? „Freeze for Peace“ – damit könnten wir tatsächlich etwas erreichen.
Erstaunliche Dinge tun sich indessen allemal hierzulande. Plötzlich wacht man auf aus dem Traumland. Wer vor einem guten halben Jahr 100 Milliarden Euro noch in diesem Jahr für die Bundeswehr gefordert hätte, säße heute mit ziemlicher Sicherheit nicht in der Bundesregierung. Damals war der größte Feind der menschlichen Freiheit für so manchen die FFP2-Maske. Viele davon haben sich nun anscheinend an den Masken abgearbeitet und unterstützen nun den „genialen“, „lupenreinen Demokraten“. Jenen, der uns in die Realität zurückgeholt hat. Als Kind des Kalten Krieges bin ich nicht für neue Aufrüstung. Ich liebte die Idee, das alles könne überflüssig sein; es war mir ein Glück, der Gedanke, man könne in Frieden leben und sich den wirklichen Problemen der Welt vereint und erfolgreich widmen.
Der Mensch an sich lernt langsam. Vielleicht wäre es Zeit für die Renaissance des Eins-gegen-eins – Klitschko gegen Putin. Jab, Jab, krachende Rechte. Kurz, schmerzhaft, Feierabend, Wodka trinken und Schluss. Der Mensch ist vernunftbegabt – bei Weitem nicht vernünftig.
Das wollte nicht ungesagt bleiben. Wie kriege ich nun den Bogen zum aktuellen Heft? Eigentlich gar nicht. Dennoch: Unser Schwerpunkt in dieser Ausgabe ist die Antriebstechnik mit vielen interessanten Beiträgen sowie einer Marktübersicht, die Sie auf Seite 22/23 finden.
Herzliche Grüße, Ihr
Andreas Mühlbauer









