Mehr Leistung auf weniger Raum

Melanie Steinbeck,

Neue Antriebe und Bildverarbeitung für die vernetzte Produktion

Automatisierungstechnik soll leistungsfähiger, flexibler und zugleich einfacher zu integrieren sein. Vor diesem Hintergrund präsentiert die Machine Automation Division von ABB, B&R Industrie-Elektronik GmbH, auf der all about automation in Wels mehrere neue Lösungen für den Maschinen- und Anlagenbau. Im Mittelpunkt stehen Antriebstechnik und industrielle Bildverarbeitung.

© ABB

Mit dem neuen 'ACOPOS M4' erweitert B&R seine 'ACOPOS'-Antriebsfamilie um ein System, das auf hohe Regelgüte und Energieeffizienz ausgelegt ist. Der Servoregler soll Maschinenbauern ermöglichen, leistungsfähige Achskonzepte mit geringerem Engineering-Aufwand umzusetzen. Nach Unternehmensangaben lässt sich der Platzbedarf im Schaltschrank bei 4-Achs-Modulen um bis zu 60 Prozent reduzieren. Zudem gehört der 'ACOPOS M4' laut B&R zu den ersten Servoreglern, die nativ für den offenen Kommunikationsstandard OPC UA FX entwickelt wurden. Die Integration in die Automatisierungsplattform soll Inbetriebnahme, Diagnose und Betrieb vereinfachen und gleichzeitig Anpassungen an künftige Maschinenarchitekturen erleichtern.

Während der 'ACOPOS M4' auf anspruchsvolle Motion-Anwendungen und zukünftige Automatisierungsarchitekturen zielt, adressiert der ebenfalls neue 'ACOPOS X4' Anwendungen mit hoher Leistungsdichte und modularer Skalierbarkeit. Die neuen Motor Control Module reduzieren laut Hersteller den Platzbedarf im Schaltschrank um bis zu 30 Prozent. Gleichzeitig sollen sie Maschinenbauern größere Freiheitsgrade bei der Konstruktion von Maschinen und Schaltschränken eröffnen. Für OEMs bedeute dies mehr Leistung auf weniger Raum, weniger Verdrahtungsaufwand und eine einfachere Erweiterbarkeit von Maschinenkonzepten.

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„OEMs, Maschinen- und Anlagenbauer stehen heute vor der Herausforderung, unterschiedlichste Kundenanforderungen flexibel, zuverlässig und wirtschaftlich umzusetzen. Mit skalierbaren Antriebslösungen und intelligenten Vision Systemen unterstützen wir OEMs dabei, ihre Maschinen konsequent auf Prozesssicherheit, Qualität und Effizienz auszurichten – und ihren Endkunden einen deutlich messbaren Mehrwert zu bieten“, sagt Michael Humer, Vertriebsleiter Österreich bei B&R.

Auch bei der industriellen Bildverarbeitung setzt B&R auf stärkere Integration. Die neue Color Camera zur Erkennung von Druckmarken kombiniert hohe Farbgenauigkeit mit schneller Datenverarbeitung und soll selbst bei voller Liniengeschwindigkeit zuverlässige Ergebnisse liefern. Hintergrund ist die zunehmende Komplexität moderner Druckmaterialien: glänzende, transparente oder mehrfarbige Oberflächen erschweren die sichere Erkennung von Druckmarken. Werden diese nicht durchgängig erkannt, steigen Ausschuss und Materialverbrauch. Die neue Vision-Lösung soll deshalb zentrale Produktionskennzahlen verbessern und ein „First-Time-Right“-Druckergebnis unterstützen.

Die Entwicklungen zeigen, wie stark Motion-, Steuerungs- und Vision-Technologien inzwischen zusammenwachsen. Für Maschinenbauer wird die Integration unterschiedlicher Systeme damit zunehmend zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Welche Rolle die neuen Lösungen dabei in der Praxis spielen können, will B&R am 20. und 21. Mai auf der all about automation in Wels demonstrieren.

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