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Trotz Corona-Pandemie

Weidmüller bleibt optimistisch für 2020

Weidmüller hat im Jahr 2019 ein Wachstum von einem Prozent gegenüber dem Vorjahr erwirtschaftet. Trotz Corona-Krise und Kurzarbeit im administrativen Bereich für den Monat Mai blickt das Unternehmen vorsichtig optimistisch auf 2020.

Der Vorstand der Weidmüller-Gruppe blickt insgesamt auf ein durchwachsenes Jahr 2019 zurück und ist für 2020 zuversichtlich, gestärkt aus der Krise hervorzugehen. © Weidmüller

Die Weidmüller-Gruppe blickt auf ein durchwachsenes Geschäftsjahr 2019 zurück. In einem schwierigen Marktumfeld, für das der Zentralverband der Elektroindustrie einen Umsatzrückgang von 1,8 Prozent vermeldete, erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 830 Millionen Euro. Das entspricht einem Umsatzwachstum von knapp einem Prozent. „Angesichts der Eintrübung der Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte und den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind wir mit dem Ergebnis dennoch zufrieden“, verdeutlicht Vorstandssprecher und Technologievorstand Volker Bibelhausen.

Während die erste Jahreshälfte 2019 noch durch eine stabile konjunkturelle Lage gekennzeichnet war, zeigte sich in der zweiten Jahreshälfte ein deutlicher weltweiter Abschwung. „Wir stehen vor gewaltigen Herausforderungen, sind aber zuversichtlich, dass wir diese nicht nur bewältigen, sondern auch daran wachsen werden. Der Einstieg in Zukunftsmärkte wie der Elektromobilität, aber auch die weitere Automatisierung und das Geschäft mit IIoT-Lösungen werden uns hier in Zukunft helfen“, so Bibelhausen.

Die Veröffentlichung dieser Zahlen fand in diesem Jahr erstmalig, aufgrund der abgesagten Hannover Messe, im Rahmen einer Online-Pressekonferenz statt. Die Detmolder wollten in diesem Jahr in Hannover mit vielen Highlights aufwarten und nicht zuletzt ihr 170-jähriges Firmenjubiläum feiern. Um seine Produktinnovationen zu präsentieren, hat das Elektrotechnikunternehmen stattdessen eine digitale Messe geschaffen.

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Wachstum im Kerngeschäft und bei Digitalisierungslösungen
Weidmüller verzeichnete insbesondere im Bereich Tragschienenkomponenten, Markierer, Drucker, Montage und Beratung ein Wachstum von einem Prozent. Im Bereich intelligente Komponenten und Lösungen betrug das Wachstum sogar sechs Prozent. „Getragen wurde das Geschäft hier von einer starken Nachfrage nach unserer neuesten Reihenklemmenfamilie sowie unseren Automatisierungsprodukten um u-remote sowie unseren Stromversorgungen“, erklärt Bibelhausen. Lediglich der Bereich um die Geräte- und Feldverdrahtung sowie das OEM-Geschäft liegt mit minus drei Prozent unter Vorjahr. „Der Rückgang ist hier vor allem der hohen Empfindlichkeit und schnellen Reaktion der Kunden aus der Leistungselektronik bei konjunkturellen Schwankungen geschuldet“, so Bibelhausen. Wachstum verzeichnete hingegen der Bereich Feldverdrahtung, der vom ungebrochenen Trend der Dezentralisierung in der Automatisierung und Elektrifizierung maßgeblich profitiert.

Investitionen in Forschung und Entwicklung
Mit 53 Millionen Euro investierte Weidmüller 2019 mehr als sechs Prozent seines Umsatzes in Forschung und Entwicklung. Insgesamt beschäftigen sich 408 Mitarbeiter mit der Entwicklung neuer Lösungen und Produkte innerhalb des Unternehmens. Gleichzeitig investierte Weidmüller knapp 60 Millionen Euro in die Modernisierung und den Ausbau des weltweiten Produktionsnetzwerks. „Der Schwerpunkt lag hier auf der Fertigstellung des dritten Flügels unseres Kunden- und Technologiezentrums sowie unserer Produktionsstandorte in China, Thüringen und Rumänien“, erklärt Finanzvorstand André Sombecki.

Der Standort von Weidmüller in Detmold. © Weidmüller

Digitalisierung im Kerngeschäft, Ausbau des IIoT-Portfolios
In Weidmüllers Kerngeschäft rund um die Reihenklemme hat das Unternehmen digitale Services und weitere Lösungen und Komponenten zur automatischen Bestückung und Markierung etabliert. Es geht hierbei darum, die Arbeitsabläufe und Prozesse für Schaltschrankbauer und Monteure durch aufeinander abgestimmte Fertigungsabläufe effizienter zu gestalten. Dazu gehöre der RailAssembler, mit dem Reihenklemmen automatisiert auf einer Tragschiene montiert werden können, erklärt Bibelhausen.

Gleichzeitig baut Weimüller sein Portfolio im Bereich Industrial Internet of Things weiter aus – mit Lösungen zur Erfassung, Weiterleitung, Verarbeitung und Visualisierung von Daten. Bereits letztes Jahr hatte das Unternehmen angekündigt, dass es stärker in den Bereich IIoT investieren möchte. Auf der SPS in Nürnberg wurden bereits erste Produkte wie das IoT-Terminal vorgestellt. Es ermöglicht eine effiziente und kostengünstige Statusüberwachung von dezentralen Maschinen und Anlagen. „Mit Sensoren zur Erfassung von Daten komplettieren wir unser Angebot und bauen dieses kontinuierlich aus. Abgerundet wird das Portfolio durch das Industrial Analytics Angebot und das Automated Machine Learning Tool zur Datenauswertung. Auf Basis lückenloser Aufzeichnungen von Sensor-, Zustands- und Prozessdaten können Kunden verlässliche Vorhersagen über die Qualität ihrer Erzeugnisse treffen“, so Bibelhausen.

Auch das Thema Elektromobilität wird in den nächsten Jahren weiter an Fahrt aufnehmen. „Auf der eMove360 im Oktober haben wir erstmalig unsere AC-Ladesäule vorgestellt und viel positives Feedback erhalten“, führt Bibelhausen aus. Besonderen Wert legt der Elektronikspezialist auf die einfache Installation und hohe Nutzerfreundlichkeit – zum Beispiel wie der Stecker an der Ladesäule angebracht ist und wie das Kabel aufgewickelt wird. Dafür beteiligte sich Weidmüller 2019 mit 25,1 Prozent an dem Paderborner Unternehmen Wallbe.

Vorsichtig positiver Ausblick für 2020
Der Ausblick für das Jahr 2020 gestalte sich aufgrund der aktuellen Lage schwierig, so das Unternehmen. „Bereits zu Beginn des Jahres gab es viele Unsicherheitsfaktoren, die uns verhalten in die Zukunft haben schauen lassen“, so Sombecki. Im ersten Quartal verzeichnete Weidmüller eine Auftragslage auf Vorjahresniveau. Im April hat sich diese allerdings deutlich abgeschwächt. „Von daher sind wir zufrieden, dass wir trotz aller Unwägbarkeiten, bisher passabel durch diese Krise gehen konnten. Wir sehen die Abschwächung und müssen weiterhin als vorsichtige Kaufleute agieren. Daher ziehen wir weiterhin alle Optionen in Betracht, um auf eine geänderte Situation kurzfristig reagieren zu können. Hierzu wird es auch im administrativen Bereich Kurzarbeit für den Monat Mai geben. Hier fahren wir ‚auf Sicht‘ und wägen alle weiteren Schritte sorgfältig ab”, führt Sombecki weiter aus.

„In China waren wir schon Anfang des Jahres mit den Auswirkungen der Corona-Krise konfrontiert. Hier hatte sich die Lage im März allerdings relativ schnell wieder erholt. Hier sehen wir, dass sich nach einer Krisensituation, die Wirtschaft schnell erholen und wieder Fahrt aufnehmen kann. Etwas, wovon auch wir derzeit für das zweite Halbjahr 2020 ausgehen”, ergänzt Vertriebsvorstand Dr. Timo Berger. „Wir stellen daher die Weichen, um in 2021 wieder richtig durchstarten zu können. Ohnehin sind unsere Planungen und Investitionen in Standorte und Technologien langfristig angelegt“, so Bibelhausen. as

 

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