Industriekommunikation

Konfektionsware

Bedingt durch die ständig steigenden Belastungen in der Automation sind in der Vergangenheit immer häufiger geführte Leitungen ausgefallen, obwohl die Energieführung selbst noch einwandfrei funktionierte. Was lag näher, als alle zugehörigen Komponenten vor der Auslieferung auf eigenen Testständen auf Herz und Nieren zu überprüfen. Genau diese Lösung bietet das Unternehmen Igus heute seine Kunden an: komplett konfektionierte Energieketten-Systeme. Dies hat für den Kunden den Vorteil, dass er von der Beschaffung aller notwendigen Sonderteile, Bleche und Maschinenteile bis hin zur Bereitstellung des einbaufertigen Systems zum festgesetzten Montagetermin die gesamte Beschaffungslogistik Igus überlassen kann. Mittlerweile stehen weit über 40.000 Einzelkomponenten, über 600 kettentaugliche Leitungen sowie über 2.500 Elektrokomponenten ab Lager zur Verfügung, und damit können nahezu alle Kundenforderungen erfüllt werden.

Lieferung innerhalb 48 Stunden

Das Ready-Chain-Konzept bietet für viele Einsätze in der Automation eine Reihe von wirtschaftlichen Vorteilen. Der Kunde kann durch schnelle und garantierte Lieferzeiten auf die Lagerung von Leitungen, Steckern und Anbauteilen verzichten. Im vergangenen Jahr gingen über 65 Prozent der Inlandsaufträge innerhalb von 48 Stunden an den Kunden, die meisten davon maßgeschneidert. Damit hat der Kunde die Möglichkeit schnell auf konjunkturelle Höhen oder Tiefen zu reagieren und vor allem eigene Auslastungsschwankungen auf den Systemanbieter zu übertragen. Hinzu kommt, dass die zahlreichen Einzelkomponenten nicht nur das Ausfallrisiko von Maschinen und Anlagen erhöhen, sondern auch die Fehlersuche erschweren. Bei dem neuen Konzept handelt es sich um eine Systemlösung, die vor Auslieferung auf eigenen Testständen auf Herz und Nieren geprüft wird. Darüber hinaus hat das Unternehmen allein im Bereich Polymer-Forschung im vergangenen Jahr rund 5.000 Tests durchgeführt und über 120 neue Kunststoff-Compounds entwickelt. Für das komplett konfektionierte System ist nur noch eine einzige Bestellnummer erforderlich. Das Interessante für den Kunden ist, dass sich damit die Anzahl seiner Lieferanten und Bestellungen um 75 Prozent verringert. Sein Kerngeschäft rückt wieder in den Vordergrund und er kann die Beschaffung der vielen Einzelkomponenten Igus als Systemlieferant überlassen.

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Einzel- und Serienfertigung

Die Konfektionierung reicht vom einfachen Energieketten-System mit eingelegten Leitungen bis hin zu komplexen Systemen, umfasst also entsprechend den Kundenanforderungen alle Leitungen, Schläuche, Steckverbinder, Innenaufteilungen, Anschlusselemente und Anbauteile. Wichtig für den Kunden ist, dass sich für ihn jede Losgröße rechnet, sowohl für eine Einzel- als auch für die Serienfertigung. Mit einem solchen Komplettpaket steht ihm das ganze Spektrum möglicher Verfahrwege von Energieketten zur Verfügung – von extrem kurzen bis zu langen Verfahrwegen ist alles möglich. Die Kölner als Energieketten-Anbieter erbringen als Systemlieferant alle erforderlichen Leistungen, von den eingebauten Komponenten bis hin zur Inbetriebnahme. Mittlerweile fertigen und montieren über 60 Spezialisten wöchentlich bis zu 500 komplett konfektionierte Systeme. Nur der elektrische Anschluss und die damit verbundene Gesamtinbetriebnahme erfolgt auf der Kundenseite. Das Fazit für den Kunden heißt also: Montagezeiten einsparen, sowie Anzahl der Lieferanten und Kosten minimieren. Genau dies ist auch der Grund, wieso in immer neuen Bereichen der Automation vorkonfektionierte Energiezuführungen zum Einsatz kommen. Angefangen von der Förder- und Lagertechnik über die Montage- und Handhabungstechnik bis hin zum Maschinenbau.

Das Unternehmen Dörfel mit Sitz in Fellbach setzt bei seinen Produkten für die Lager- und Handhabungstechnik in der fleischverarbeitenden Industrie seit vielen Jahren Igus-Energiezuführungen ein. Gerade im Produktbereich der Regalbediengeräte wird seit einiger Zeit das neue Ready-Chain-System eingesetzt, da hier das Handling der langen Verfahrwege und das Verlegen der Leitungen in der Vergangenheit immer wieder zu Defekten führten. Durch das neue System der Vorkonfektionierung konnten die Schwachstellen auf ein Minimum reduziert werden. Das Zusammenstellen der kompletten Anlage wird so zu einem Standardverfahren und erfolgt über einzelne Bausteine. Dabei bleibt die Befüllung der Energiezuführung in der Regel immer gleich, es ändert sich lediglich die Kettenlänge. Obwohl man diesem Thema aufgrund der Vielzahl der Leitungen anfangs skeptisch gegenüberstand, kann man sich bei Dörfel heute keinen anderen Weg mehr vorstellen, da sich das Konzept im Alltag mehr als bewährt hat. Denn das, was vor allem überzeugte, waren die Installationszeiten, die sich von drei Tagen auf vier Stunden (!) reduziert haben. Hinzu kommt das deutlich verringerte Ausfallrisiko der Anlagen.

Auch die Verarbeitung empfindlicher Schüttgüter unter hygienischen Bedingungen erfordert viel Erfahrung. Bei AZO in Osterburken stehen die zentralen Anlagenteile wie Wäge-, Dosier-, Zuführ- oder Mischereinheiten nur in Modulform zur Verfügung. Führungsketten und Leitungen der unterschiedliche Anbieter müssen also präzise koordiniert werden. Die Leitungen waren aber oftmals den Belastungen nicht gewachsen und es kam zu Komplikationen wie Aderbrüchen und den berüchtigten „Korkenziehern“. Auch hier werden jetzt konfektionierte Energiezuführungs-Systeme eingesetzt. Selbst Anwendungen im Ex-Bereich können durch die Atex-zertifizierte Energieführungs-Systeme von Igus realisiert werden.

Fazit

Der Zukauf zahlreicher Einzelkomponenten für eine Anlage erhöht für den Kunden nicht nur das Ausfallrisiko, sondern erschwert auch die darauf folgende Fehlersuche. Vorkonfektionierte Energiezuführungen bringen nicht nur technische sonder vor allem auch wirtschaftliche Vorteile, denn Igus als Systemlieferant erbringt alle erforderlichen Leistungen – von den eingebauten Komponenten bis hin zur Inbetriebnahme. Darüber hinaus wird jede Systemlösung vor der Auslieferung genau überprüft.Dr. Peter Stipp

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