Elektroindustrie

ZVEI bestätigt Prognose und erwartet leichtes Wachstum

Der ZVEI bestätigt seine Prognose vom Jahresanfang und erwartet für 2016 ein moderates Wachstum der deutschen Elektroindustrie. „Wir rechnen in diesem Jahr mit einem Plus von einem Prozent bei der preisbereinigten Produktion“, so ZVEI-Präsident Michael Ziesemer. „Der Umsatz sollte mit zwei Prozent etwas stärker zulegen und damit die Höchstmarke von 2008 in Höhe von 182 Milliarden Euro überbieten können.“

Der Start ins Jahr 2016 verlief gemischt: Die Zahlen für Januar sind eher verhalten, die für Februar dagegen relativ gut ausgefallen. Werden beide Monate zusammen betrachtet, lag die reale Produktion der deutschen Elektroindustrie 0,3 Prozent höher als im Vorjahr. Der Branchenumsatz – der auch die Dienstleistungen umfasst – legte um 2,5 Prozent auf 27,1 Milliarden Euro zu. Die Exporte (inklusive Re-Exporte) der Elektroindustrie erhöhten sich im gleichen Zeitraum um 3,1 Prozent. Schließlich gingen 2,7 Prozent mehr Bestellungen als vor Jahresfrist ein.

Obwohl die Liste der globalen Konjunkturrisiken weiterhin lang ist, gehen der jüngsten Umfrage des ZVEI - Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie zufolge drei Viertel der befragten Unternehmen dieses Jahr von einem Erlösanstieg von zwei Prozent oder mehr aus. Nur jede zehnte Firma erwartet Stagnation. Auch bezüglich den USA, dem Partnerland der diesjährigen Hannover Messe, fallen die Aussichten vorsichtig optimistisch aus. Hier erwarten mehr als 90 Prozent der Branchenfirmen 2016 ein leichtes Wachstum ihrer Geschäfte.

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2015 hat die deutsche Elektroindustrie mit einem preisbereinigten Produktionsplus von 1,3 Prozent abgeschlossen. Die Branchenerlöse erhöhten sich um 4,1 Prozent auf 178,9 Milliarden Euro. Mit 849.000 Mitarbeitern lag die Zahl der Beschäftigten im Inland zum Jahresende um 4.000 höher als ein Jahr zuvor. Die Exporte stiegen um 6,7 Prozent auf 174,1 Milliarden Euro – dies war bereits der zweite Jahresrekord in Folge.

Industrie 4.0: Die Vision wird Wirklichkeit

Die Hannover Messe zeigt, dass Industrie 4.0 in den Unternehmen angekommen ist. „Wir sehen auf der Messe erstmals nicht nur zahlreiche konkrete Industrie 4.0-Anwendungsfälle“, betont Ziesemer, „sondern stellen auch fest, dass immer mehr Unternehmen beginnen, sich und ihre Geschäftsmodelle zu überprüfen.“ Von großer Bedeutung für diese Entwicklung sei gewesen, dass Deutschland industriepolitisch wichtige Schritte nach vorn gemacht habe. „Mit der Plattform Industrie 4.0, dem Labs Network, dem neu gegründeten ,Standardization Council‘ und anderen Initiativen haben wir ein Gefüge geschaffen, das weltweit seinesgleichen sucht und Unternehmen jeder Größe unterstützt, sich auf das digitale Zeitalter vorzubereiten.“

Der ZVEI-Präsident betont die besonderen Fähigkeiten von Deutschland und den USA, die Digitalisierung gemeinsam voranzubringen. „Die Stärken der Partner liegen komplementär zueinander. Die USA mit ihrem IT- und Internet-Know-how und Deutschland mit seiner Kompetenz bei industriellen Prozessen und eingebetteten Systemen passen sehr gut zusammen.“ Die Zusammenarbeit von Plattform Industrie 4.0 und Industrial Internet Consortium sei der richtige Weg. „Die USA sind das richtige Partnerland zur richtigen Zeit.“

Erfreut zeigt sich der ZVEI-Präsident, dass die diesjährige Hannover Messe den Blick für die Energiethemen schärfe. „Integrated Industry“ und „Integrated Energy“ seien nur die zwei Seiten ein und derselben Medaille. Durch das geplante Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende bestehe sogar die Chance, dass die Energiewirtschaft die erste digitalisierte Branche Deutschlands werde. kf

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