Zeit sparen mit Planungssoftware

Handling nach Maß

Die Planung und Konstruktion von Krananlagen und Handlingsystemen samt diverser Komponenten ist für Anlagenplaner und Planungsbüros mit hohem Zeitaufwand verbunden. Mit einem neuen Konfigurations- und Visualisierungstool soll dies nun wirtschaftlicher geschehen.

Der Einsatz von Schienenbahnen, Kranen, Hubachsen und Handhabungswerkzeugen ist für Anlagenbetreiber in Logistik und Produktion oft effizienter als der Transport mit Flurförderzeugen oder der Einsatz hochtechnisierter Robotik. Dies ist besonders dann der Fall, wenn ein flexibles Kransystem eingesetzt wird, das herstellerunabhängig auch mit unterschiedlichen Greifwerkzeugen ausgestattet werden kann, etwa beim Aluminiumkranbaukastensystem des nordrheinwestfälischen Kranspezialisten Eepos. Entsprechend häufig gefordert werden diese Aluminiumkransysteme - vor allem in Branchen mit hoher Produktvarianz oder saisonal bedingten Produktionsveränderungen. Die Automobilbranche beispielsweise muss nicht nur für jedes Fahrzeugmodell ihre Handhabungssysteme umbauen, sondern diese teilweise mehrmals pro Jahr an neue Einbausituationen anpassen. Für die mit der Planung oder Anpassung der Logistik- und Produktionsanlagen beauftragten Anlagenplaner, Ingenieurbüros und Generalanbieter ergeben sich daraus viele Arbeitsschritte: Es sind Zeichnungen für Kundenangebote, interne Präsentationen, 3-D-Modelle, Datenblätter und Skizzen anzufertigen. Hierzu wird üblicherweise ein CAD-Programm verwendet, in dem zunächst jedes Bauteil einzeln gezeichnet werden muss. Alternative Bauweisen sind durchzuspielen, und die Stückliste wird hergestellt. Viel Zeitaufwand, meint Eepos und verweist auch auf Fehlerquellen und Missverständnisse beim Bestellvorgang. Das Unternehmen bietet daher Visio-4D an - ein System, mit dem sich die Kranplanung effizienter umsetzen lässt.

Anzeige

Mit Klicks zum individuellen Handlingsystem

Diese Software soll die Kranauslegung und -planung revolutionieren, hofft Eepos. Die ergonomischen Leichtlaufkrane sind eine Entwicklung der Wiehler Kranexperten, die seit 2006 nach eigenen Angaben bei allen großen Automobilherstellern im Einsatz sind. In der Planungssoftware sind sämtliche Komponenten und Bauteile des Alu-Kranbaukastensystems als 3D- Renderings mit allen Abmessungen und Eigenschaften in einer Bauteilbibliothek hinterlegt. Der Anwender kann sich das von ihm benötigte System mit wenigen Eingaben und Klicks zusammenstellen. Beim Konstruieren und Konfigurieren mit Visio-4D berechnet er zunächst mittels eines Auslegungstools die technischen Grundanforderungen für das Handlingsystem, das der individuellen Anwendung entspricht. Hier werden auf der Grundlage von Angaben zur Länge und Art der Kranbahn sowie den zu transportierenden Lasten und den geplanten Aufhängungsabständen die Profilgrößen, die benötigten Meter Kabel sowie die notwendige Anzahl Kabelwagen an Kran und Brücke automatisch berechnet.

Mit diesen Angaben lässt sich das System bis ins Detail planen und in jeder gewünschten Ansicht und Perspektive visualisieren. Einzelne Bauteile können einfach per drag-and-drop in die Visualisierung gezogen und so die Krankonfiguration gemäß der jeweiligen Anforderungen erstellt werden.

Programm erstellt Stückliste vollautomatisch

Entsprechend der Berechnung wird zu Beginn eine von fünf verschiedenen Profilstärken für die Schienen ausgewählt und im dazugehörigen Dialogfeld deren gewünschte Länge angegeben. Mehrfach benötigte Bauteile werden per Mausklick kopiert und an die gewünschte Stelle verschoben. Das Durchspielen und Durchrechnen von unterschiedlichen Konstruktionsszenarien ist auf diese Weise mit wenig Aufwand möglich. Visio-4D erstellt die Stücklisten, die zur Bestellung der Bauteile erforderlich sind, nach Abschluss des Konfigurationsvorgangs vollautomatisch. Der Aufwand des Planers für diesen Arbeitsschritt wird im Vergleich zur manuellen Erstellung erheblich reduziert.

Kamerafahrten um die visualisierten Anlagen herum unterstützen den Anwender bei der Einschätzung, wie sich das geplante System in die räumlichen Gegebenheiten des zukünftigen Standorts einfügt. Darüber hinaus sind in dem Programm alle Planungsdaten und entsprechende Konstruktionszeichnungen vollständig einsehbar. So kann der Anwender überprüfen, ob das konfigurierte Kransystem kompatibel mit bereits vorhandenen Hubgeräten ist. Nach Abschluss der Planung hat der Anwender die Möglichkeit, 2D- und 3D-Visualisierungen des konfigurierten Krans oder Handlingsystems in alle gängigen Formate zu exportieren und sie beispielsweise für Präsentationen und Abstimmungen im Rahmen des Beschaffungsprozesses zu nutzen. Fertige Konstruktionen können für die erneute Beschaffung in einem eigenen Katalog archiviert werden.

Erst denken, dann planen

Die volle Zeitersparnis des Systems lässt sich dann ausschöpfen, wenn die Planung des Handhabungssystems zielgerichtet erfolgt und wichtige Vorarbeiten schon geleistet sind - etwa die Überlegung, was an welcher Stelle wie gehandhabt werden soll und wie flexibel dies geschehen muss. Auch die räumliche Situation des Anlagenstandorts muss zunächst erörtert werden sowie die Fragen, über welche Strecke die Lasten zu transportieren sind und wie schwer die Maximallast ist. Außerdem ist zu klären, ob ein rein manuelles System benötigt wird oder eines, das den Mitarbeiter mittels elektrischem Antrieb beim Transport der Bauteile unterstützt. Auch Aufhängungspunkte und Medienversorgung sind zunächst zu bedenken.

pb

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

Interview

Produktion 4.0 lebt

Produktion 4.0 ist mehr als nur ein Schlagwort. Wie sich das in der Praxis darstellt, erläutert Christian Wolf, Geschäftsführer von Hans Turck, im Interview mit Andreas Mühlbauer.  

mehr...
Anzeige
Anzeige

Digitalisierte Produktion

Gut verzahnte Softwarelösung

Liebherr-Verzahntechnik fertigt am Standort Kempten seit Jahren bereits mannlos. Und das, obwohl keine ihrer Maschinen in Serie vom Band läuft. Dass die Firma trotz des hohen Individualisierungsgrades ihrer Produkte effizient, termingerecht und mit...

mehr...
Anzeige

Subscription-Modelle

Industriemaschinen im Abo

Subscription-Modelle setzen sich durch. Auch viele produzierende Unternehmen, allen voran die Automobilbranche, erweitern ihr Portfolio durch digitale Services und entwickeln damit neue Geschäftsmodelle – häufig mit flexiblen, kundenzentrierten...

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige