Schmalz-Greifer: automatische Rüstmöglichkeit

Unterschiedliche Konturen – ein Greifer

Für mehr Flexibilität in automatierten Fertigungsumgebungen hat die J. Schmalz den Sauger-Cup Balance SSCB entwickelt: ein Greif- und Aufspannsystem mit automatisierter Rüstmöglichkeit für 3D-Formflächen (Hannover Messe, Halle 17, Stand F25).

Nach wenigen Schritten steht der Produktionslinie ein gerüstetes System aus Greifer und Spannsystem zur Verfügung, das Werkstück kann aufgelegt und fixiert werden. (Fotos: Schmalz)

Mit ein- und demselben System lassen sich Werkstücke unterschiedlicher Konturen greifen und aufspannen – ein großer Vorteil beispielsweise in der Automobilindustrie.

Der Sauger-Cup Balance SSCB vermeidet teure und langwierige Umrüstzeiten: Er passt sich an unterschiedliche und komplex geformte Bauteile an. Dadurch ließen sich auch kleinere Losgrößen wirtschaftlich produzieren, teilt Schmalz mit. Das System besteht aus einem robusten Aluminium-Grundkörper mit einem Vakuum- und mehreren Druckluftanschlüssen. Zum Greifen des Werkstücks dient ein flexibler Balgsauggreifer aus dem widerstandsfähigen Polyurethan-Elastomer Vulkollan. Darum herum angeordnet sind acht zylindrische Positionierstifte mit verschleißfestem Auflagematerial zur optimalen Anpassung an die jeweiligen 3D-Geometrien.

Sauger-Cup Balance SSCB.

Zu Beginn eines Greifvorgangs werden die Positionierstifte auf die Werkstückgeometrie eingestellt. Der Sauger-Cup nutzt dazu eine Druckluftfederung, um die Stifte zunächst auszufahren und dann je nach gewünschter Position durch ein Unterbrechen der Druckluft zu fixieren. Die Kontur des Werkstücks erhält der Sauger-Cup dabei von der Roboter-Software. Nach wenigen Sekunden bilden die Stifte die Kontur des Werkstücks nach – es steht ein automatisch gerüstetes Greifsystem zur Verfügung. Um ein Aufspannsystem für dieselbe Werkstückkontur einzustellen, werden die Stifte zunächst in der gleichen Weise positioniert. Anschließend fährt der Greifer über das deckungsgleich aufgebaute Spannsystem. Der Greifer drückt die Stifte des Spannsystems nun alle gleichzeitig soweit ein, bis die Negativkontur des Greifsystems erreicht ist. So kann das Werkstück von oben gegriffen und von unten gespannt werden.

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Schmalz bietet zwei Varianten des Sauger-Cups: Einmal kann jeder Stift über eine einzelne Druckluftleitung separat fixiert werden, einmal über eine zentral Druckluftleitung alle Stifte gemeinsam. Für einfachere Rüstvorgänge bietet sich die Variante mit zentral gesteuerten Positionierstiften und reduzierter Ventiltechnik an. Für automatisierte Rückvorgänge ist die Variante mit einzeln angesteuerten Positionierstiften erforderlich, um die 3D-Formfläche nachbilden zu können.

Die Schmalz-Entwicklung bietet Anwendern nach Firmendarstellung eine ganze Reihe von Vorteilen: Das Werkstück liegt stets passgenau an den Positionierstiften an. Herkömmliche mechanische Positionierdorne oder Formbacken sind nicht mehr erforderlich. Bei Fügeprozessen entfallen teure Toolings, die sonst je nach Werkstück bereitgehalten werden müssen. bw

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