Maschinenelemente unterstützen Maßnahmen gegen Covid-19

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Komponenten von ACE im Universalverschrauber

Während der Corona-Pandemie schaffte es das Unternehmen Metallatelier, mittels Standardkomponenten eine Sondermaschinen-Kleinserie für die automatische Verschraubung von Verschlusskappen verschiedener Desinfektionsmittel-Gebindesorten in kurzer Zeit zu optimieren. ACE trug mit Maschinenelementen zu dieser Weiterentwicklung bei.

Der Universalverschrauber 2.0, konzipiert und konstruiert von Metallatelier aus Deggenhausen, mit Industrie-Gaszugfeder. r © Metallatelie

Zuerst gelang es David Fuchs, Gründer des Metallateliers, und seinem Team, 2006 für einen Hersteller von Reinigungsmitteln mit einer Sondermaschine für bis dato nicht gekannte Flexibilität und Ausfallsicherheit bei der automatisierten Verschraubung von Flaschen zu sorgen. Damit war der Universalverschrauber 1.0 geboren. Über diese Konstruktion hatte es sich in der Branche herumgesprochen, sie verfüge über eine einzigartige Schraubkappenmontagevorrichtung, die sicheres Verschließen verschiedenster Reinigungsmittelflaschen bis hin zu solchen mit Pumpsprühköpfen automatisiere. Als 2020 das neue Beta-Coronavirus Sars-CoV-2 ausbrach und Desinfektionsmittel nicht schnell genug produziert werden konnten, fragte das Unternehmen Bilgram Chemie bei Metallatelier an, ob eine Nachfolgeserie kurzfristig geordert werden könne. Während es 2006 bei der Erfindung darum ging, das Handling zu beschleunigen und das Bedienpersonal zu entlasten, stand 2020 zum einen die Steigerung des Produktionstempos im Fokus. „Zum anderen galt es, die ganze Maschine noch variabler und gleichzeitig schneller an neue Verschlüsse und Bandhöhen anpassbar zu machen, weil unser neuer Kunde an den drei Sondermaschinen vor allem kleine Fläschchen mit Handdesinfektion abfüllen wollte“, beschreibt David Fuchs einen Teil der neuen Anforderungen.

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Mehr Leistung durch Verwendung von Hightech-Komponenten

Für die Erreichung dieser Ziele nutzt die Neukonstruktion das grundlegende Arbeitsprinzip des Vorgängers: Die Flaschen werden von zwei mit Ethylen-Propylen-Dien (Monomer)-Kautschuk (EPDM) belegten Klemmbacken mittig unter dem Verschraubmechanismus fixiert. Darauf fassen vier Greifrollen die Kappe und schrauben diese bis zum Erreichen des definierten Drehmoments fest. Mittels Kleinstoßdämpfern wird dabei nicht nur der Pneumatikschlitten abgebremst, sondern durch die Dämpferposition auch die Endlage des Greifmechanismus festgelegt und die Maschine so auf unterschiedlich große Schraubkappen eingestellt. Der Schlitten fährt üblicherweise nicht bis in die Endlage, sondern wird zuvor durch zwei unten platzierte Kleinstoßdämpfer gestoppt. Ein oben angebrachter Kleinstoßdämpfer dient dazu, dass der Schlitten auch dort nicht jedes Mal bis in seine Endlage fahren muss, sondern schon gestoppt wird, wenn die Greifrollen weit genug geöffnet sind, sodass der verschraubte Deckel zeitsparend weiterbefördert werden kann.

Symmetrisch platzierte Dämpfer

Neben weiteren Innovationen wurden neue Auslegungen für das Abbremsen des Schlittens in den Endlagen nötig. Kamen im Vorgängermodell in oberer wie unterer Endlage Kleinstoßdämpfer des Typs MC150EUMH von ACE zum Einsatz, dachten David Fuchs und sein Team die Anlage 2020 von der Dämpfung her neu: „Während wir in der oberen Endlage nach wie vor mit dem selbsteinstellenden Typ MC150EUMH arbeiten, verwenden wir nun unten zwei Hydraulikdämpfer vom Typ MC150EUM. Der Unterschied liegt darin, dass der obere Dämpfer für größere effektive Massen von 8,6 bis 86 Kilogramm dimensioniert ist, die unten verwendeten sich dagegen für Massenkräfte von 0,9 bis zehn Kilogramm eignen. Die symmetrisch platzierten Dämpfer bieten den Zusatzvorteil, dass der Schlitten bei Fehlbedienung, Stromausfall oder anderen Störungen nicht ungebremst aufprallt und verkantet“, so der Metallatelier-Inhaber.

Als Anschlagdämpfer für den Schutzhaubenmechanismus fungierender Tubus-Strukturdämpfer von ACE im Detail. © Metallatelier

Auch oben wäre eine Absicherung durch letztgenannte Dämpfer denkbar. Aus Platzgründen kommt jedoch der andere Typ einseitig zum Zug und gibt die andere Seite für einen Endlagensensor frei. Der Antrieb des Schlittens ist ein weiteres Kernstück, erläutert David Fuchs. Er weist darauf hin, wie präzise die Pneumatikeinheit arbeitet und dadurch genau senkrecht auf den oberen Kleinstoßdämpfer trifft, sodass dessen Kolbenstange optimal beaufschlagt wird und dieses Maschinenelement seine maximale Lebensdauer von 25 Millionen Hüben voll ausspielen kann. Genau abgestufte Härtebereiche und 20 Newtonmeter pro Hub Energieaufnahme sind weitere Eckwerte, durch die im Dauerbetrieb bis zu 34.000 Newtonmeter pro Stunde abgebaut werden, was mit dem integrierten Festanschlag der Dämpfer den Betrieb des Universalverschraubers 2.0 Takt für Takt unter Volllast ermöglicht.

Gaszugfedern entlasten Bedienpersonal und beschleunigen Umrüstung

Ein weiterer Fokus der Optimierung galt der Reduktion der Umrüstzeiten, wenn die Sondermaschine für unterschiedliche Flaschengrößen eingerichtet wird. Da der wichtigste auszuschließende limitierende Faktor beim Handling der Verschraubereinheit für das Personal deren Gewicht ist, suchte das Team des Metallateliers für die Verstellung der Höhe und der Regulierung der Geschwindigkeit eine kraftsparende und stromunabhängige Lösung und dachte an Industriegasfedern von ACE. Eine besondere Herausforderung für die Integration dieser Komponenten ist die kompakte Gesamtkonstruktion.

Wenn aus Platzgründen keine ACE-Gasdruckfedern eingesetzt werden können, sind Industrie-Gaszugfedern des Unternehmens erste Wahl. © ACE Stoßdämpfer

Wegen des limitierten Bauraums entschied sich das Konstruktionsteam nach einer Testauslegung auf der Homepage von ACE und nachfolgenden Gesprächen mit den Dämpfungsspezialisten aus Langenfeld für Industrie-Gaszugfedern des Typs GZ-28-250-DD-330N. Im Gegensatz zu den bekannteren Industrie-Gasdruckfedern, kommen diese Varianten mit weniger Platz aus, da bei ihnen die Kolbenstange nach innen gezogen wird. Nach der Auslegung dieses Typs sind dessen Einstellungen zwecks Feintunings vor dem Ersteinbau mit einem Gewicht simuliert worden, das exakt dem der Verschraubereinheit entsprach. Anschließend ließen die Ingenieure über ein dafür vorgesehenes Ventil so viel Stickstoff aus der Gasfeder ab, bis der höchste Komfort und die beste Fixierung erzielt waren. Nach erfolgreich absolvierten Tests wurde die angepasste Gaszugfeder in die Gesamtkonstruktion integriert. Die mitgelieferten Beschläge machten diesen Schritt in kürzester Zeit möglich. Im täglichen Einsatz leisten die Gaszugfedern zuverlässig ihre Dienste und ermöglichen in kurzer Zeit das Anheben oder Absenken der Einheit und somit das exakte Umrüsten von kleinen auf große Flaschen und wieder zurück, sodass die Produktionskapazitäten optimal ausgeschöpft werden können.

Auch Strukturdämpfer von ACE verbaut

Um unnötige Stillstandzeiten durch Beschädigungen oder Verletzungen zu verhindern, sind neben Kleinstoßdämpfern und Gaszugfedern auch Strukturdämpfer von ACE verbaut. Die kleinen Festkörperdämpfer dienen oben an der Schutzhaube des Verschraubers als Anschlagdämpfung. Die wegen ihrer Form Tubus getauften Maschinenelemente sind kostengünstige Alternativen zu hydraulischen Dämpfern, wenn bewegte Massen nicht punktgenau verzögert werden müssen.

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