Handhabungstechnik
Flach statt rund
Durch die Wahl des Profils und der Federabmessungen sind steile, flache und selbst progressive Kennlinien erreichbar. Geschichtete Tellerfedersäulen und Schraubendruckfedersätze aus Runddraht werden deshalb oft durch eine einzige Flachdrahtfeder ersetzt. Im Gegensatz zu nicht knicksicheren Runddrahtfedersätzen entsteht bei einer Flachdrahtfeder bei hohen Taktfrequenzen kein Reibmartensit, der die Lebensdauer vermindert.
Das Unternehmen Röhrs aus Sonthofen berechnet für jeden Anwendungsfall das richtige Profil und die korrekte Federabmessung und wählt den geeigneten Federwerkstoff passend für Beanspruchung und Umweltbedingung. Für die Nahrungsmittel- und Verpackungsindustrie kommen neben den Standardwerkstoffen auch nichtrostende Federstähle sowie Sonderwerkstoffe zum Einsatz. Die Sonthofener nutzen ihre Erfahrung und fertigen kundenspezifische Profile für Flachdrahtfedern auf betriebseigenen Walzwerken; die besondere Aufmerksamkeit gehört der Drahtqualität hinsichtlich Profilgenauigkeit, Kantenausführung und Oberfläche. Die für die Flachdrahtfedern erforderlichen Rechteck- beziehungsweise Trapezprofile werden aus runden Qualitätsdrähten von 0,5 bis 20 Millimeter Durchmesser hergestellt. Das Walzen von „rund auf flach“ erzielt zusätzlich eine Festigkeitssteigerung, die sich günstig auf die zulässige Federbeanspruchung auswirkt. Zur Verbesserung der Dauerfestigkeit praktiziert der Sonthofener Hersteller das Kugelstrahlen aller Federn. Jede Auslieferung erfolgt mit Prüfprotokoll.
Flachdrahtfedern aus Sonthofen mit flacher Kennlinie und hoher Endkraft bei geringer Blocklänge eignen sich beispielsweise als Rückstellfeder in Hydraulikkolben. Sie sind aus hochfestem Spezialedelstahl gefertigt und halten hohen Temperaturen großen Schubspannung und Korrosion stand. Die Kanten sind stets verrundet ausgeführt – das wirkt sich positiv auf die Dauerfestigkeit aus und vermindert Reibung und Verschleiß an der Führung. pb







