Modulares Palettiersystem

Festos Motion Cube gewinnt den handling award

Beim innovativen Palettiersystem Motion Cube von Festo transportieren die Paletten unabhängig voneinander Werkstücke gleichzeitig zu unterschiedlichen Montagestationen. Für die außergewöhnliche Konzeptstudie hat eine unabhängige Fachjury Motion Cube in der Kategorie „Automatisierung und Robotik“ mit dem handling award 2015 ausgezeichnet.

Motion Cube besteht aus einzelnen Modulen, die mit einem Antriebsmechanismus in einem Gehäuse ein würfelähnliches Aussehen haben („Cube“). Die Module werden zu Matrizen je nach individueller Anwendung zusammengestellt. (Foto: Festo AG & Co. KG)

Motion Cube besteht aus einzelnen Modulen, die mit einem Antriebsmechanismus in einem Gehäuse ein würfelähnliches Aussehen haben („Cube“). Der Antriebsmechanismus bewegt einzelne Paletten von einem Modul zum nächsten und ermöglicht definierte Montageaufgaben. Die Module werden zu Matrizen je nach individueller Anwendung zusammengestellt.

Motion Cube ermöglicht das parallele Handhaben unterschiedlicher Produkte. Dies macht simultane Prozesse überhaupt erst möglich und spart Zeit. Im Vergleich zu einem klassischen Fördersystem können mehrere Fahrbefehle gleichzeitig ausgeführt werden. Einzelne Paletten können überholt bzw. Arbeitsstationen übersprungen werden.

4.0 total: Individualisierung bei Massenfertigung

Im Sinne von Industrie 4.0 kann der Prototyp Motion Cube die individuelle Herstellung auf einer Anlage ermöglichen wie etwa die Montage eines Handys nach Kundenwunsch mit unterschiedlichen Ausstattungsmerkmalen (Speichervolumen, Gehäusefarbe, Gravur etc.). Beispielsweise könnte ein Kunde sein Wunschhandy online konfigurieren, die Daten an die Anlage übermitteln und das Handy entsprechend montieren lassen.

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In der Laborautomatisierung könnten beim Probenhandling Laborproben an den zuständigen Auswertestationen automatisch entsprechend den gewünschten Analysen zugeordnet werden. Motion Cube könnte auch als Shaker zur Vermischung von Flüssigkeiten in Probengläsern durch Rütteln fungieren. Mit einer Abdeckung aller Module entsteht ein reinigungsfreundliches abgeschlossenes System für Anwendungen mit hohen Hygieneanforderungen. Die Paletten werden in diesem Fall per Magnetkopplung angetrieben. Optional wäre auch der Transport per Luftlager einsetzbar.

Weitere Anwendungsgebiete sind das Auftragen von Klebstoff auf beliebigen Geometrien, das Palettieren von Teilen, das Prüfen von Bauteilen, das Befüllen, Sortieren, Prüfen, Lagern, Puffern oder Transportieren.

Einsparungen in der Peripherie

Da das System Transport- und Palettieraufgaben gleichzeitig ausführt, entstehen erhebliche Einsparungen in der Peripherie. So kann das System zum Beispiel beim Palettieren das Anfahren der Ablagepositionen übernehmen. Dadurch sind keine Achsen für die X- und Y-Positionierung in der Peripherie notwendig.

Aufgrund des modularen und flexiblen Aufbaus des Palettiersystems können individuelle Produktionsanlagen sehr schnell realisiert und auf wechselnde Produktionsbedingungen angepasst werden. Dank seiner außergewöhnlichen Architektur besticht es durch seine Flexibilität und den geringen Platzbedarf.

Maximale Flexibilität

Konventionelle Transportanlagen befördern Paletten auf Laufbändern. Der Ablauf bzw. die Reihenfolge der Paletten sind somit starr vorgegeben. Um die Reihenfolge zu verändern, müssen Weichen und mehrere Förderbänder eingerichtet werden. Das führt zu erhöhten Kosten und mehr Platzbedarf.

Das Palettiersystem Motion Cube hingegen ist flexibel einsetzbar und kann auf jede Anforderung bezüglich Reihenfolge und Zielposition sofort reagieren. Es ist einfach erweiterbar und lässt sich schnell auf wechselnde Produktionsbedingungen anpassen. Ohne großen Aufwand lassen sich weitere Positioniermodule anbauen. Dadurch kann das Palettiersystem nahezu beliebig erweitert oder verändert werden. Das Prinzip des Palettiersystems ermöglicht den Aufbau einer Produktionsanlage im kleinsten denkbaren Arbeitsraum.

Dieses Konzept hat die Fachjury des Handling Awards 2015 überzeugt, so dass die Experten das System Motion Cube in der Kategorie „Automatisierung und Robotik“ auf den ersten Platz wählten. Die Auszeichnung überreichte Professor Bernd Kuhlenkötter, Inhaber des Lehrstuhls für Produktionssysteme an der Ruhr-Universität Bochum, an Thomas Feyrer, Entwicklungsingenieur der Abteilung Product Concepts Evaluation bei Festo, auf der Motek im Oktober 2015. kf

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