Fördertechnik

Digital und virtuell

Interview mit Gerhard ­Schubert, geschäftsführender Gesellschafter der Gerhard Schubert GmbH Verpackungsmaschinen, Crailsheim.

handling: Herr Schubert, welche Eigenschaften muss eine Verpackungsmaschine heute aufweisen, um beispielsweise Umrüstzeiten reduzieren zu können?

Schubert: Es muss eine digitale Verpackungsmaschine sein – einfach im Aufbau, intelligent in der Steuerung und sie muss mit Werkzeugen ausgerüstet sein, die individuell auf das Produkt und das Verpackungsmaterial abgestimmt sind.

handling: Auf Grund der heute geforderten Flexibilität werden künftig hohe Anforderungen an die Verpackungsmaschinenhersteller gestellt, die sich nicht allein mit konventionellen Automatisierungskonzepten realisieren lassen. Welche Auswirkungen hat das auf Schubert-Maschinen?

Schubert: Unsere Verpackungsmaschinen sind gut aufgestellt und allen Forderungen gewachsen, die heute an Verpackungsmaschinen gestellt werden, denn bei ihnen laufen alle wichtigen Funktionen in der Software der Maschinen ab. Dort sind sie vor Verschleiß, Verschmutzung und Überlastung gut geschützt und lassen sich sehr einfach anpassen.

handling: Wann wird es Ihrem Unternehmen möglich sein, auch die Produktinspektion während eines Abpackprozesses zu beeinflussen?

Schubert: Wir tun das schon. Mit unseren 2D-Scannern, die wir seit Jahren in unseren F44-Pickerlinien und -Packstraßen einsetzen. Im Herbst kommt ein neuer Auflichtscanner auf den Markt, der auch dreidimensional arbeiten kann. Mit der Qualität des Bildsensors verbessern sich die Möglichkeiten zur Qualitätskontrolle in großem Umfang. Schon auf der Fachpack in Nürnberg werden wir den neuen Scanner vorstellen.

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handling: Können Sie uns noch weitere Entwicklungsbeispiele nennen, an denen Schubert derzeit arbeitet und die im Zusammenhang einer digitalen Verpackungsmaschine bedeutsam sind?

Schubert: Neben dem 3-D-Scanner wäre da noch ein schnelles Leimauftragssystem zu nennen, an dem wir schon länger arbeiten. Es arbeitet mit Sercos-Bus und ist in der Lage, auf wenige Mikrosekunden genau den Leimauftrag zu steuern. Seine Positioniergenauigkeit ist dann besser als plus/minus ein Millimeter (bei Auftragsgeschwindigkeiten von einem Meter in der Sekunde).

handling: Die Wahl einer geeigneten Hardwareplattform ist letztlich wohl nur die „halbe Miete“ für den Erfolg einer Maschine. Wie müssen die Werkzeuge für die Entwicklung der Maschinensoftware bezüglich der gestiegenen Anforderungen ausgerichtet sein? Und welches Entwicklungspotenzial haben diese Tools?

Schubert: Sie haben Recht, als Hardware-Plattform sollte man lediglich auf dezentrale Rechner setzen. Ansonsten ist natürlich die Software für den Erfolg einer Maschine verantwortlich. Zur Entwicklung der Software wünschen wir uns in Zukunft Simulationswerkzeuge, damit man immer gleich – möglichst an der virtuellen Maschine – ausprobieren kann, wie sich die neue Software verhält. Ich glaube daran, dass es irgendwann virtuelle Maschinen geben wird, die alle Funktionen umfassen, bevor man daran geht, sie in die Tat umzusetzen. Wenn man mit den Funktionen zufrieden ist, drückt man die große Enter-Taste und startet die Fertigung der Maschine. Technisch wäre es machbar und das fasziniert mich.

handling: Sie sprachen im Zusammenhang der Herstellung von Verpackungsmaschinen wiederholt von der „menschenleeren Fabrik“. Wie sieht der Zeitplan aus, und welche Ziele haben Sie sich diesbezüglich für Ihr Unternehmen gesteckt?

Schubert: Die menschenleere Produktionshalle ist ein Ziel, das man vielleicht in 50 Jahren erreicht. Als nächsten Schritt haben wir uns das Ziel gesteckt, die Beschickung unserer Maschinen mit dem Verpackungsmaterial zu automatisieren und in diesem Zusammenhang auch gleich den automatischen Werkzeugwechsel mit einzubeziehen.

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