Steckverbinder-Schnittstelle

Andreas Mühlbauer,

Auf- und Abbauarbeiten im Maschinenbau beschleunigen

Jede Leitung einzeln zu stecken ist zeitaufwendig und fehleranfällig. Igus hat deswegen eine Alternative für Maschinenbauer entwickelt. Module Connect ist eine Schnittstelle, mit dem sich Energieketten und die darin befindlichen Leitungen einfach anschließen lassen.

Module Connect ist eine Schnittstelle, mit der sich Energieketten und die darin befindlichen Leitungen einfach anschließen lassen. © Igus

Die Zeit drängt in der Werkhalle eines nordrhein-westfälischen Maschinenbauers. Mechaniker, Programmierer und Elektroniker müssen eine komplexe Anlage in Betrieb nehmen, um eine Qualitätskontrolle durchzuführen. Und das möglichst schnell, denn der Auslieferungstermin rückt näher. Doch gestresst sind die Fachkräfte nicht. Das liegt nicht nur daran, dass sie ein eingespieltes Team sind. Sie nutzen auch Technologie, die Maschinenbauern zu mehr Effizienz verhilft. Dazu zählt das Readychain-System des Kölner Unternehmens Igus.

In der Entwicklung von Module Connect begann Igus eine Kooperation mit dem Steckerspezialisten Harting. Aus seinem Programm „Han Modular“ stellt Harting 100 Einsätze passend für den Module Connect bereit. © Igus

Hier sind alle notwendigen Leitungen in der Energiekette bereits verlegt, haben die korrekte Beschriftung sowie Leitungslänge, sind zugentlastet und auf Wunsch mit den passenden Steckverbindern ausgestattet. Zu diesem System aus E-Kette und Leitung bietet Igus "Module Connect" an und macht so den Anschluss des Energiekettensystems noch einfacher. Dabei handelt es sich um ein flexibles Steckmodul, in dem die einzelnen Kontaktträger fixiert sind. Der Elektriker verbindet die Readychain-Systeme in Sekundenschnelle.

„Die Schnittstelle bietet dem Anwender nicht nur die Möglichkeit, den Aufwand für Auf- und Abbauarbeiten im eigenen Werk und vor Ort beim Kunden, zum Beispiel bei Inbetriebnahmen, drastisch zu reduzieren", sagt Markus Hüffel, Produktmanager Readychain und Readycable bei Igus. „Auch die Gefahr von fehlerhaften Verbindungen, die oftmals lange Fehlersuchen nach sich ziehen, ist auf Null reduziert." Elektriker müssten sich zudem zu keinem Zeitpunkt um Verdrahtungen oder Pinbelegungen kümmern. „Das alles ist in einer vorkonfektionierten E-Kette mit Module Connect bereits erledigt."

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Zum Einsatz kommt Module Connect überall dort, wo es eine Vielzahl an Leitungen auf engem Raum zu stecken gilt – etwa zwischen E-Ketten und dem Schaltschrank. Anwender sparen dabei nicht nur Platz, sondern auch Gewicht. © Igus

Steckmodul folgt dem Baukastenprinzip

Im Module Connect lassen sich die Kontaktträger nebeneinander in einem Kunststoffrahmen positionieren. Hier kommt ein Fixierungselement zum Einsatz, das sich mit Schrauben befestigen lässt. Der Anwender hat nun die Möglichkeit, mehrere Stecker nach dem Baukastenprinzip individuell miteinander zu verbinden. An der Unter- und Oberseite des Gehäuses wie auch seitlich befinden sich dafür Führungsrinnen für Montageclips. So lassen sich beispielsweise zwei Gehäuse horizontal stapeln und um zwei vertikale Gehäuse an den Seiten ergänzen. Ein solche individuelle Schnittstelle bestünde aus 16 Steckern, die sich mit einem Handgriff gleichzeitig verbinden lassen. „Kunden können die Steckmodule flexibel an die Befüllung und Geometrie der E-Kette anpassen", stellt Markus Hüffel heraus. „Dies ermöglicht eine in Funktion und Design optimale Verkabelung."

Hat der Anwender die Form festgelegt, lassen sich an den äußeren Gehäusen Verriegelungselemente in die Führungsrinnen einschieben. Schrauben fixieren die Gehäuse, sobald die Stecker zusammengesteckt sind. Das garantiert, dass sich Steckverbindungen im Alltag nicht lösen. Aufgrund der flachen Bauform des Gehäuses und der hohen Kontaktdichte ist Module Connect zudem ein platzsparendes System. Zum Einsatz kommen die Steckverbinder überall dort, wo es eine Vielzahl an Leitungen auf engem Raum zu stecken gilt – etwa zwischen E-Ketten und dem Schaltschrank. Anwender sparen aber nicht nur Platz, sondern auch Gewicht. Die Steckmodule bestehen aus faserverstärktem Hochleistungskunststoff. Sie sind um 50 Prozent leichter als klassische Rechtecksteckverbinder und gleichzeitig robust gegen Umwelteinflüsse.

Igus kooperiert mit Rechteckstecker-Spezialist Harting

Dabei setzt Igus auf die Zusammenarbeit mit Harting. Nach der ersten Idee zu Module Connect und der anschließenden Entwicklung der ersten 3D-gedruckten Prototypen startete die Zusammenarbeit mit dem Stecker-Spezialisten, um Module Connect so robust und zuverlässig wie möglich zu gestalten. Aus seinem Programm „Han Modular“ stellt Harting 100 Einsätze passend für den Module Connect bereit. Die Han-Modular-Serie umfasst flexible, kompakte und leichte Steckverbinder für Verbindungslösungen in den Bereichen Industrie, Verkehr, Energietechnik und Automotive. Sie garantieren hohe Ausfallsicherheit durch eine fehlerfreie Kontaktierung zwischen Stecker und Leitungsadern. Zudem sind eine exakte Fixierung des Isolierkörpers und ein passgenauer Sitz im Steckverbinder gewährleistet.

Kunden profitieren von der Zeitersparnis

Zwar gibt es mehrere Hersteller, die vorkonfektionierte Energieführungen anbieten. „Ein Steckmodul wie Module Connect ist bislang auf dem Markt allerdings einzigartig", betont Hüffel und erinnert sich an die Anfangszeit des Produktes. „Wir hatten einen Prototyp des Modulsteckers auf der Hannover Messe 2018 präsentiert, um Reaktionen der Branche zu analysieren. Die Feedbacks waren so positiv, dass wir das System im Sommer 2019 auf den Markt gebracht haben."

Die Brotverpackungsmaschine von GHD Hartmann arbeitet mit hohen Hubzahlen in einem kompakten Bauraum. Deswegen nutzen die Entwickler E-Ketten und Chainflex-Leitungen. Mit Module Connect lässt sich das System einfach anschließen. © Igus

Mittlerweile kommt der Modulstecker branchenübergreifend zum Einsatz, unter anderem bei Herstellern von Regalbediengeräten und Werkzeugmaschinen. „Auch Kunden, die in der Serienproduktion pro Jahr mehrere hundert Qualitätskontrollen durchführen müssen, profitieren von der Zeitersparnis durch das modulare Stecken." Vor allem auch dann, wenn es im Austauschfall gilt, die Stillstandzeiten möglichst gering zu halten. In diesem Fall ist jeder Servicemitarbeiter in der Lage, das alte System aus der Anlage zu entnehmen und ein Austauschsystem mit nur wenigen Handgriffen an die Schnittstelle anzustecken, um weiter produzieren zu können.

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