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Artikel und Hintergründe zum Thema

Energieführungsketten

Andreas Mühlbauer,

Energieketten individuell konfektionieren

Igus fertigt seine vorkonfektionierten Readychain-Energieführungen weitgehend von Hand. Dennoch rechnen sie sich für Anwender bereits ab Stückzahl Eins. Durch Reduktion der Fertigungskosten und möglicher Fehlerquellen wird das Modell ab Beginn des Produktlebenszyklus zu einer Entlastung der Maschinen- und Anlagenbauer. 

Aus 90.000 E-Ketten-Artikeln, 1.354 Leitungen und 3.500 Elektrokomponenten kann eine Readychain individuell zusammengestellt werden. © Igus

Bei der Energieführungskette Readychain baut Igus auf seinen langen Erfahrungsschatz industrieller Prozesse. Basierend darauf entstehen neue Konzepte für Energieführungen, die sich nahezu passgenau in eine Fertigungs- oder Produktionsstrecke integrieren lassen. Für Maschinenbauer zeigt sich dies in einem breit gefächerten Ketten- und Leitungsportfolio und einem attraktiven Preis-Leistungs-Niveau.

Das Unternehmen hat ein eigenes Areal, auf dem mehr als 90.000 Einzelkomponenten, über 1.300 kettentaugliche Leitungen und etwa 3.500 Elektrokomponenten lagern. Handarbeit bedeutet somit auch den unmittelbaren Fertigungsstart einer Kette nach Bestellung. Dies führt zu Lieferzeiten von nur drei bis fünf Tagen.

Energieführungen für dynamische Anwendungen zu projektieren und zu realisieren ist alles andere als trivial. Nicht selten sind es kleine konstruktive Hürden oder praktische Hemmnisse, die das Zusammenbringen von Leitung und Energieführung an der Schnittstelle erschweren. Dauert die Installation länger oder zeigen sich während der Inbetriebnahme Fehler, kann sich das negativ auf das Gesamtbudget auswirken.

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Zuverlässige E-Ketten und hochflexible Leitungen

Antriebsleitungen, Schläuche, Verschraubungen und Bleche werden zu einem Energiekettenmodul, der igus Readychain, montiert. © Igus

Eine Readychain besteht aus zwei elementaren Komponenten, den Chainflex-Leitungen und der E-Kette. Energieketten schützen die Leitungen vor Ausfall und Verschleiß. Ihr Einsatzgebiet reicht von Werkzeug-, Holz- und Blechbearbeitungsmaschinen über die Anwendung in Reinräumen in der Verpackungs- oder Automobilindustrie bis hin zu Regalbediengeräten. Seit den 70er Jahren fertigt Igus Energiekettensysteme aus Kunststoff. Diese sind leichter, preiswerter, gleitfähig und korrosionsbeständig. Verbunden mit niedrigeren Baukosten sind sie vor allem wartungsfrei, da sie nicht geschmiert werden müssen.

Im Laufe der Zeit wünschten sich die Anwender stabile Ketten für lange Verfahrwege, robuste Ausführungen für raue Umgebungsbedingungen oder torsionsfähige Varianten für 3D-Roboteranwendungen. Bei der Befüllung der Energieketten ist die Qualität der Leitungen besonders wichtig, denn sie müssen immer höheren Taktzahlen, Beschleunigungen und Geschwindigkeiten standhalten. Aus diesem Grund entwickelt Igus seine Leitungen seit 1989 unter dem Namen Chainflex selbst.

Igus testet sein komplettes Sortiment im hauseigenen Testlabor in der Bewegung unter realen Bedingungen. Jährlich werden dort über zwei Milliarden Testzyklen an über 50  Versuchsanlagen absolviert. Mit diesem Wissen lassen sich die Materialien präzise aufeinander abstimmen. Auf Basis der Daten aus dem Testlabor vergibt Igus eine Garantie von 36 Monaten auf sein komplettes Leitungssortiment. Die Installation wird durch eine „sprechende“ Beschriftung sehr vereinfacht.

Passgenaues Arbeiten an der Schnittstelle

Noch effizienter funktioniert die Installation der Energieketten mit dem Transport- und Montagegestell Readychain Rack. Dieses bewegt die konfektionierten Energieführungssysteme über Verfahreinheiten millimetergenau an die Schnittstelle. Der Einsatz eines solchen Gestells rechnet sich schon ab wenigen Maschinen. Im Schnitt beendet ein Techniker unter Zuhilfenahme des Racks die Installation der Energiekette innerhalb eines Tages. Durch die teleskopierbare Bauweise lässt sich das Transport- und Montagegestell mit wenigen Handgriffen auf die neue Kettenlänge einstellen.

Am Readychain Rack – einer Konstruktion aus modularen Streben und Stützen aus Stahl – werden die konfektionierten Energiekettensysteme vormontiert, um die finale Montage an der Maschine sowie den Transport komplexer Energieführungssysteme zu vereinfachen. © Igus

Können Unternehmen die Installation einer konfektionierten Kette an ihrer Anlage aus kapazitativen Gründen nicht selbst realisieren, stehen die geschulten und erfahrenen Montageexperten von Igus zur Verfügung. Mit der „Systemgarantie“, die über den Qualitätsstandard DIN EN ISO 9001:2015 bestätigt ist, bietet das Unternehmen eine allgemeine Qualitätsnorm für die Entwicklung und den Umgang mit Produkten in einem produzierenden Unternehmen. Ein weiterer wichtiger Faktor ist ein zuverlässiges Qualitätssicherungssystem, das kontinuierlich verbessert wird – auch in der finalen Abnahme der Readychain-Systeme.

Die Kombination aus Handarbeit und Teilautomation in der Kettenfertigung, der individuelle Service beim Kunden und nicht zuletzt schnelle Reaktionszeiten zeichnen das Readychain-Konzept aus. Weltweite Stützpunkte garantieren eine gleichbleibend hohe Qualität, schnelle Verfügbarkeit und außerdem einheitliche Stücklisten.

Die Verbindung von konfektionierten Energieketten und dem Readychain Rack senkt die Prozesskosten deutlich. © Igus

Weltweit im Einsatz finden sich die Energieketten in der Werkzeugmaschinenindustrie. Die vibrationsarmen und späneresistenten Ketten und flexiblen Leitungen erhöhen nicht nur die Sicherheit und senken die Kosten, sondern halten auch Herausforderungen wie schweren Lasten oder hohen Temperaturen stand. Durch die speziellen Hochleistungskunststoffen haben sie ein geringes Eigengewicht. Das macht sie hochdynamisch und spart im laufenden Betrieb Energie. Im Gegensatz zu Varianten aus Stahl sind die Ketten frei von Korrosion und unempfindlich gegenüber Wasser, Chemikalien und Temperaturen. Das Material der E-Ketten ist selbstschmierend. Der Schutz vor Spänen spielt in der Werkzeugmaschinenindustrie eine besondere Rolle. Für solche Anwendungen hat Igus unter dem Namen R2.1 E-Rohre entwickelt, die Leitungen vor den Spänen schützen.

Heavy-Duty-Readychains

Auch Krananlagenbetreiber nutzen die fertig konfektionierten Energieführungssysteme. Für Energieketten ist Igumid der Werkstoff der Wahl – ein Polymer, das hohen Druck- und Zugbelastungen standhält, sich bei Extremtemperaturen stabil verhält, eine gute Zähigkeit und eine hohe Abriebfestigkeit hat. Dabei ist es witterungs- und strahlungsbeständig.

„Unter dem Namen Readychain konstruieren und montieren wir bei igus komplexe Energieführungssysteme für den direkten Anschluss an der Maschine.“ Thomas Müller, Produktionsleiter Readychain-Montage. © Igus

Die Dimensionen der Energieketten sind konfigurierbar, die Innenaufteilung mit Stegen und Einsteckböden veränderbar. Die Verfahrwege können Längen von bis zu 800 m erreichen, sich mit 10 m/s bewegen und dabei ein Füllgewicht von bis zu 90 kg/m tragen.

Die Energieketten in Heavy-Duty-Ausführung für die Kranindustrie erreichen eine Laufleistung von bis zu 200.000 km. Das entspricht einer Einsatzdauer von durchschnittlich zehn bis zwölf Jahren.

Eine Krananlage in Xiamen (Südchina) beweist die Langlebigkeit. Dort zeigen die Energieketten auch nach 15 Jahren in der tropischen Sonne noch volle Funktionsfähigkeit. Bei diesen besonderen Projekten verlässt sich Igus auf die eigenen Engineering-Teams. Diese kümmern sich vor Ort um die Montage der Readychains, sodass Anlagen in kurzer Zeit in Betrieb genommen werden können.

Thomas Müller, Produktionsleiter Readychain Montage / am

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