Schneid- und Greifwerkzeuge von Reichelt
Messer und Skalpelle für Labor und Produktion
Unter den Werkzeugen nehmen Messer, Spatel, Pinzetten und anderes Laborbesteck einen besonderen Platz ein. Diese Instrumente werden in vielfältigen Anwendungsbereichen eingesetzt, von der Biologie über die Chemie bis hin zur Materialwissenschaft.
Labormesser und Skalpelle werden in verschiedenen Ausführungen angeboten, etwa vollkommen aus Metall beziehungsweise Edelstahl oder mit Kunststoffgriff und Metallklinge.
Labormesser mit Kunststoff- oder Metallgehäusen und auswechselbaren Metallklingen, die man auch als Cuttermesser kennt, sind Schneidwerkzeuge für den Routinebetrieb, mit denen im Labor, Heimwerker- und Bastelbereich grobe, schnelle Schnitte ausgeführt werden können. So lassen sich weiche Kunststoffe und Elastomere wie Vollgummi, Moosgummi oder Zellkautschuk sowie Papier- und Kartonmaterialien problemlos schneiden.
Messer und Skalpelle in vielen Formen
Zur Ausführung filigranerer Schnitte werden Präzisionsmesser verwendet, sie kommen etwa im Modellbau oder für Bastelarbeiten beim Schneiden von Papier, Pappe und Kunststoffen zum Einsatz. Mikro-Präzisionsmesser, Super-Präzisionsmesser und ähnliche Messertypen weisen scharfe Klingen mit spitzer, gerader oder abgerundeter Form auf, die in einen Griff aus Kunststoff oder Metall – vorrangig Edelstahl und Aluminium – eingesetzt werden. Um ein Abrutschen während des Schneidens zu vermeiden, besitzt der Schaft häufig eine Riffelung, was mit einer Erhöhung der Sicherheit einhergeht. Ebenfalls der Sicherheit dient eine entsprechende Schutzkappe, die Verletzungen durch offene Klingen verhindern soll.
Skalpelle sind aus der Chirurgie und der Histologie bekannt, wo sie für feine Gewebeschnitte eingesetzt werden. Sie zählen aber ebenfalls zu den Schneidwerkzeugen fürs Labor. Ihr Griff ist entweder aus geschmiedetem und verchromtem Stahl oder aus schlagfestem Polystyrol (PS) gefertigt. Die zugehörigen Edelstahlklingen sind oft austauschbar. Sie bleiben lange scharf und sind leicht zu reinigen und zu sterilisieren. Sicherheitsskalpelle haben zusätzlich eine Schutzhülle mit Verriegelungsmechanismus: Erst nach dem Entriegeln kann die Klinge aus der Schutzhülle geschoben werden, was das Verletzungsrisiko reduziert.
Bei fast allen Messerausführungen sind die Klingen in verschiedenen Formen und Größen erhältlich, um unterschiedlichen Schneidanforderungen gerecht zu werden. Bis zur Entsorgung sind regelmäßige Reinigung und Sterilisation unerlässlich, um Kontaminationen zu vermeiden und die Klingen in optimalem Zustand zu halten. Dies kann durch Autoklavieren oder die Verwendung geeigneter chemischer Desinfektionsmittel erfolgen.
Spatel als Portionierwerkzeug
Nicht nur in Chemie-, Biologie- und Materialwissenschaftslaboren sind Spatel vielseitige Werkzeuge, die – ähnlich wie Laborlöffel und Laborschaufeln – zum Portionieren von Feststoffen, Pulvern und Pasten verwendet werden. Solches Laborbesteck eignet sie sich gut zum Mischen und Verteilen von Chemikalien oder zum Abkratzen von getrockneten Rückständen aus Behältern. Um den unterschiedlichen Anforderungen und Anwendungen gerecht zu werden, gibt es sie in verschiedenen Formen, Größen und Materialien.
Doppelspatel besitzen als Flachspatel beidseitig flache Endstücke, wobei die Ecken der Enden auch abgerundet sein können. Löffelspatel oder Mikrolöffel sind einseitig mit einem flachen Endstück ausgestattet, meist rechteckig oder oval, und andererseits mit einem kleinen, löffelartigen Kopf. Sie sind ideal für das Übertragen kleiner Proben von Pulver oder Granulat geeignet. Probenspatel wiederum kann man sich als kleine, spitze Schaufeln mit V-Profil vorstellen. Sie dienen der kontaminationsfreien Entnahme von Pulver- oder Granulatproben aus Beuteln oder Säcken.
Üblicherweise werden Spatel aus Edelstahl gefertigt. Sie sind robust, langlebig und lassen sich leicht reinigen, was sie ideal für den Einsatz in verschiedenen Laborumgebungen macht. Spatel mit Beschichtung aus Polytetrafluorethylen (PTFE) oder anderen nicht haftenden Oberflächen sind besonders nützlich, um das Anhaften von Substanzen zu verhindern. Beispielsweise besitzen die Klingen von Vibrierspateln einen solchen PTFE-Überzug. Die Vibration des Spatels ermöglicht eine präzise Dosierung beim Einwiegen von Substanzen, ausgelöst wird sie durch Betätigung eines Zahnrädchens an der Spatelseite.
Kunststoffspatel wiederum, etwa aus Polystyrol (PS), sind leicht und kostengünstig. Sie eignen sich für viele Anwendungen, bei denen Metallspatel ungeeignet sind, wie bei Arbeiten mit aggressiven Säuren oder Basen.
Pinzetten in verschiedenen Ausführungen
Das Wort „Pinzette“ hat seinen Ursprung im Französischen und bedeutet auf Deutsch etwa „kleine Zange“. Diese Instrumente dienen dazu, kleine Objekte zu greifen. Sie bestehen aus zwei Greifarmen, die an einem Ende federnd miteinander verbunden sind. Durch Zusammendrücken können die Greifarmspitzen Gegenstände sicher festhalten. Pinzetten werden als Laborbedarf in vielen verschiedenen Variationen hergestellt, gängige Werkstoffe sind Metall wie Edelstahl oder nickelplattierter Schmiedestahl und Kunststoffe wie Hart-Polyethylen (HDPE), Polypropylen (PP) oder Polyoxymethylen (POM). Auch PTFE-Pinzetten, die durch das physiologisch unbedenkliche und chemisch nahezu universell inerte Material Polytetrafluorethylen hervorstechen, werden angeboten.
Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist die Form der Pinzetten. Spitzpinzetten weisen spitze, Flachpinzetten wiederum rechteckige Enden auf, deren Ecken oft abgerundet sind. Diese breiten Enden sind meist stumpf und glatt, um Beschädigungen der Oberfläche des zu greifenden Objektes zu vermeiden. Dadurch können flache Gegenstände, etwa Deckgläser in der Mikroskopie, sicher bewegt werden. Die Pinzettenspitzen können gerade, abgewinkelt oder gebogen sein, oftmals besitzen sie eine geriffelte Innenseite, wodurch sich glatte Gegenstände leichter greifen lassen.
Spezielle Ausführungen dieser Greifwerkzeuge sind Schneid- und Kreuzpinzetten, die häufig im Elektroniklabor zum Einsatz kommen. Schneidpinzetten haben breite, abgewinkelte Enden, deren Kanten geschliffen und gehärtet sind, um feine Drähte aus Gold, Silber, Kupfer oder Aluminium zu schneiden. Kreuzpinzetten, auch Klemmpinzetten genannt, sind im Gegensatz zu herkömmlichen Pinzetten im Ruhezustand geschlossen, ihre Spitzen öffnen sich erst durch leichten Druck. Dies ermöglicht ein stabiles Halten kleiner Objekte ohne kontinuierliche Anstrengung der Hand. Auch diese Art von Pinzetten ist sowohl aus Kunststoff als auch aus Metall erhältlich.













